Die biblische Taufe

Säuglingstaufe oder Bekehrtentaufe?

Einführung
Die Taufe ist ein heißes Eisen in den Gemeinden unserer Tage. Immer mehr von denen, welche die Bibel als Wort Gottes ernst nehmen, wenden sich von der Säuglingstaufe ab zur sogenannten „Glaubenstaufe“. Diese Bewegung geht heute weit in die landeskirchlichen Gemeinden und Gemeinschaften hinein. Es herrscht viel Unsicherheit und manchmal auch Streit über dieses Thema. Deshalb soll hier der Frage der „Säuglings- oder Bekehrungstaufe“ anhand der Heiligen Schrift nachgegangen werden. Daneben werden auch kirchengeschichtliche und praktische Aspekte bedacht.

Es ist dabei bewußt die Rede von der Bekehrtentaufe und nicht von der „Glaubenstaufe“. Denn der Begriff „Glaubenstaufe“ könnte den Anschein erwecken, als wäre bei der Säuglingstaufe dem Glauben keine wesentliche Bedeutung zugemessen. Dies ist jedoch bei einer biblisch-reformatorischen Tauflehre und Taufpraxis mitnichten der Fall, wie im Weiteren noch dargelegt werden wird.

Vielmehr geht es um die Frage: Muß der Täufling selbst beim Empfang der Taufe schon „bekehrt“ sein, daß heißt eigenen bewußten Glauben haben, oder nicht, damit die an ihm vollzogene Taufe gültig ist? weiterlesen…

Quelle: Bekennenden Evangelischen Gemeinde Neuwied

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Thomas Schirrmacher: Der ursprüngliche Taufritus: Übergießen des halb im Wasser stehenden Täuflings?

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  1. Tim
    18. März 2010, 21:48 | #1

    Die Frage bleibt: Wenn wir aus Gnade durch Glauben gerettet werden, wenn wir die Prädestination bekennen, warum mit der Taufe nicht bis zu dem Moment warten, in dem der gandengewirkte, rettende Glaube – gewissermaßen – “ausbricht”?

  2. apologet
    18. März 2010, 22:19 | #2

    Eine Antwort lautet: Um Teilhaber des Bundesvolkes zu sein, bedarf es der Taufe.
    sdg
    apologet

  3. Tim
    19. März 2010, 23:29 | #3

    Danke.

    Nächste Frage – hart gefragt: Wozu Mitgliedschaft im Bundesvolk für Verworfene? Die ethnisch-nationale Dimension Israels spielt schließlich – in diesem Sinne – keine Rolle mehr. Ist nicht das Konstitutivum des Neue Bundes gerade die gläubige Annahme Jesu, seines Opfers und seiner Auferstehung? Das heißt ja nicht notwendig, dass Kinder bzw. Säuglinge von der Gemeinde ausgeschlossen sind …

  4. apologet
    20. März 2010, 11:28 | #4

    Dazu zwei, mir wichtig erscheinende Aspekte:
    1. Eine “ethnisch-nationale Dimension Israels” hat in der Weise nie existiert. Diese Verständnis ist ein Phänomen der Moderne. Das “Konstitutivum” der Zugehörigkeit zu Israel, war das Zeremonialgesetz bzw. die Beschneidung d.h. kultischer Natur. Die Propheten unterschieden auch damals zwischen einer äußeren bzw. inneren Beschneidung (bspw. Hes44:7). Dem protestantischen bzw. reformierten Verständnis nach handelt es sich bei Kirche ebenso um einen vermischten Leib (corpus permixtum), in welchem wahrhaft Gläubige und Heuchler, ihre Sünden bedauernde, gerechtfertigte Sünder und Unbußfertige miteinander vermengt sind (bspw. Mt13:36ff). Was ich unter “Glaube” verstehe habe ich hier etwas ausführlicher beschrieben.

    2. Das Gebot Gottes, Fremdlinge im Land Israel – und mit diesen alles männliche – beschneiden zu lassen, damit diese Anteil an den Segnungen und Verheissungen Gottes bekommen, findet seine Entsprechung in dem allgemeinen Gebot zur Taufe (Mt28:19-20) bzw. Haustaufen durchzuführen (Apg16:15; 1Kor1:16). In meinem Artikel “Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe” habe ich versucht aufzuzeigen, das Taufe dem Wesen nach grundsätzlich als zeichenhaftes Heilshandeln Gottes am Menschen aufgefasst werden muß, und sowohl Verheissung wie auch Bekräftigung Seines Wortes darstellt.
    sdg
    apologet

  5. 14. August 2010, 18:51 | #5

    Finde ich gut, dass du betonst, Andreas, dass in Israel Proselyten auch zum Bund gehörten.
    Was Taufe bedeutet, wird verständlicher, wenn wir begreifen, dass Zugehörigkeit zum Neuen Bund keine Wiedergeburt garantiert und auch Pflichten mit sich bringt, genauso wie das Glaubensbekenntnis eines erwachsenen Täuflings in einer Baptistengemeinde keine Wiedergeburt belegt und durch ein gehorsames Leben bekräftigt werden muss.
    Warum sagt Petrus in 2Petr2,1 über die falschen Lehrer: sie verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat? Und dennoch glaube ich fest an den 3. Punkt des Calvinismus!
    Der Neue Bund ist eine noch werdende Realität (erst im Himmel umfasst er nur Wiedergeborene) aber gleichzeitig ein Mittel zum Zweck (zurzeit ist die Kirche in der Tat noch ein vermischter Leib).
    Noch eine letzte Frage an Tim: Wo stehen die Kinder von Gläubigen, wenn sie noch nicht zum Bundesvolk gehören?

  1. 5. Dezember 2009, 12:20 | #1