Heidelberger Katechismus

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Quelle: Martin Bucer Seminar

Was ist Ihr einziger Trost?
Von Kim Riddlebarger. Übersetzung von Debora Fürst. (Quelle)
Teil der A Pastor’s Perspective-Serie

Unter allen Katechismen der Reformationsepochen ist vielleicht keiner so vielgeliebt wie der Heidelberger Katechismus. In der Eingangsfrage und –antwort wird der persönliche und markante Ton des Katechismus deutlich: „Was ist Ihr einziger Trost im Leben und im Tod?“. Dies ist nicht eine theoretische Frage: „Was wäre nötig, wenn Gott Sünder tröstete?“. Es ist vielmehr eine sehr praktische Frage: „Wie finde ich Trost, so lange wie ich lebe und dann, wenn ich sterbe?“.

Das Schlüsselwort in der Eingangsfrage ist Trost. Das Wort bezieht sich auf unsere Gewissheit und Zuversicht in das vollbrachte Werk Christi. Dieser Trost durchzieht unser ganzes Leben und sogar die Stunde des Todes. So wie es einer der Autoren des Katechismus’ (Zacharius Ursinus) in seinem Kommentar zu dem Katechismus ausdrückt, beinhaltet dieser Trost „Gewissheit der freien Vergebung der Sünden, und der Versöhnung mit Gott durch und wegen Christus, und eine gewisse Erwartung des ewigen Lebens; eingeprägt in das Herz durch den Heiligen Geist durch das Evangelium, so dass wir keinen Zweifel haben, sondern dass wir für immer gerettet sind, gemäß der Aussage des Apostel Paulus’: „Wer soll uns dann noch von der Liebe Christi scheiden?“. Beachten Sie, dass der Katechismus von unserem „einzigen“ Trost spricht. Man findet keinen anderen solchen Trost und keine solche Gewissheit außer in Christus.

Um die Eingangsfrage zu beantworten, versichert der Katechismus dass „ich, mit Körper und Seele, sowohl im Leben als auch im Tod“ diesen Trost haben werde. Mit dieser Paraphrase von Römer 14,7-8 werden wir daran erinnert, dass Gottes Fürsorge den Verlauf unseres Lebens durchzieht. Christus hat den Fluch hinweggenommen; da ist Gewissheit der Erlösung in diesem Leben und die Auferstehung unserer Körper am Ende des Zeitalters (vgl. Frage & Antwort 57-78). Dieses Wissen tröstet uns jetzt und bereitet uns für das vor, was auch immer vor uns liegt.

Unser Trost stammt aus der Tatsache, dass ich nicht mir gehöre. Diese Worte sind 1.Korinther 6, 19-20 entnommen: „Oder habt ihr etwa vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den euch Gott gegeben hat? Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. Gott hat euch freigekauft, damit ihr ihm gehört; nun dient auch mit eurem Körper dem Ansehen Gottes in der Welt.“. Wir gehören Christus, und Er wird mit uns das machen, was Er will. Dieser Trost basiert auf der Tatsache, dass Gott souverän ist und die Macht hat das, was Er versprochen hat, zu tun.

Diese wunderbare Tatsache ist weiter erklärt in dem nächsten Teil der Antwort. „Aber [ich] gehöre meinem treuen Retter Jesus Christus”. Dieser Katechismus führt uns weg von unserem Glauben an Christus’ Gehorsam (das Subjektive) zu meinem „treuen“ Retter (das Objektive). Christus erfüllte alle Gerechtigkeit und starb für unsere Sünden am Kreuz. Die genauen Angaben zu Christus’ Gehorsam werden im Detail im nächsten Teil der Antwort gegeben: „mit dem teuren Blut“. Diese Worte stammen aus 1.Petrus 1,18-19: „und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes“. Der Tod Christi ist das einzige Mittel, durch das die Schuld der menschlichen Sünde hinweggetan werden kann (Entsühnung) und der Zorn Gottes abgewendet werden kann (Versöhnung). Der Katechismus erinnert uns daran, dass die Grundlage unserer Rettung in dem Werk Christi für uns besteht, nicht in unserem Glauben oder in unseren guten Werken. Als Nächstes sagt uns die erste Antwort des Katechismus, dass der Tod Jesu das Kernstück dieser versprochenen Erlösung ist, denn Er „hat für alle meine Sünden völlig sich hingegeben“. Christi Tod allein stellt die Gerechtigkeit des heiligen Gott zufrieden (Römer 3,21-26). Es gibt kein menschliches Werk oder religiöse Zeremonie, die das tun kann. Nicht nur dass, sondern sein Tod hat „mich von allen Kräften des Teufels errettet“. Dies ist ein Echo aus 1. Johannes 3,8: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“. Satan wurde aus dem Himmel ausgestoßen, so dass er uns vor dem himmlischen Gericht nicht länger beschuldigen kann. Christi Sieg über ihn ist am Kreuz erwiesen (Kol. 2, 13-15).

Der Katechismus sagt dann die kostbare Wahrheit, dass unsere Gewissheit der Erlösung und unser Ausharren im Glauben auch die Werke Christi sind. „[Christus] erhält mich so, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel noch nicht einmal ein Haar von meinem Kopf fallen kann“. Dies ist Matthäus 10,29-30 entnommen: „Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupte alle gezählt.“ Um den im Evangelium versprochenen Trost zu besitzen, muss ich wissen, dass Gottes souveräne Fürsorge alle Bereiche meines Lebens umfasst. Nichts passiert mir abgesehen vom Willen Gottes. In der Tat dienen „alle Dinge zu meiner Erlösung [wörtliche Übersetzung des Originaltexts; Anmerkung der Übersetzerin]“ (vgl. Römer 8, 28). Gott hat alle Dinge festgesetzt. Er erlöst uns von Sünde. Und schlussendlich gebraucht Gott es für mein Bestes.

Schließlich lernen wir, dass dieser Trost durch das Werk des Heiligen Geistes mein eigener wird. „Durch seinen Heiligen Geist versichert er mir das ewige Leben“. Der Heilige Geist bezeugt die Wahrheit von Gottes Wort und bestätigt die Versprechen, die Gott mir gemacht hat, dass Er alle retten wird, die Christus vertrauen. Dieser gleiche, innewohnende Geist „macht mein Herz willig und bereit von jetzt an für Ihn zu leben“. Es ist Gott, der Sein gutes Werk bis zum Ende begleiten wird. Dieser Eine, der mich gerechtfertigt, wird mich auch von Sünden reinigen. Er, der ein gutes Werk in mir begonnen hat, wird es auch bis zum Ende führen.

Diese Dinge zu wissen, gibt mir unaussprechlichen Trost im Leben und im Tod.

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