Gerüchte

Gerüchte

Das Internet ist ein Medium, durch welches diverse Gerüchte verbreitet werden. Manchmal beinhalten diese Gerüchte “Wahrheit”, manchmal sind es glatte Lügen. Oftmals beides. In den meisten Fällen jedoch, bedeuten Gerüchte Schaden und Rufschädigung für andere Personen.

Neben Gerüchten, einzelne Personen betreffend, werden auch unzählige Verschwörungstheorien- mit der Bitte, diese doch wiederum dringend weiter zu verteilen- in die Welt gesetzt.

Gerüchte und Verschwörungstheorien sind letztlich nichts anderes als perfide und zersetzende Zerstörungsmittel. Methoden, die Menschen seit Anfang an benutzen, sei es zwischenmenschlich, oder unter Staaten, in der Politik oder im Krieg, um andere Menschen zu vernichten.

Gerüchte vergiftet den Geist des Menschen, fördert Mißtrauen und verursachen Spaltung!

Gerüchte dienen dazu, eigene und selten offen kommunizierte Interessen subtil durchzusetzen, “unliebsame Gegner” anderer Meinung mundtot zu machen.

Wie sollen wir uns als Christen dazu verhalten?

Jesus Sirach, kein inspirierter Autor, jedoch Verfasser manch weisen Wortes, hat dazu u. a. folgendes hinterlassen:

  1. Erzähl nie ein Gerücht weiter, dann kann dir auch kein Schaden daraus entstehen.
  2. Rede über keinen, weder Freund noch Feind!
  3. Du darfst nur dann etwas bekannt machen, wenn du durch Schweigen schuldig würdest.
  4. Wenn du über jemand redest und er erfährt es, dann traut er dir nicht mehr und bald hasst er dich.
  5. Wenn du ein Gerücht hörst, nimm es mit ins Grab!
  6. Hab keine Angst, du wirst nicht davon platzen!
    Jesus Sirach 19,7-10

Luther über Jesus Sirach und andere Apokryphen:

“Das sind Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.”

 

Auslöser der Reformation

Auslöser der Reformation

Ein Auslöser der Reformation war der Ablasshandel.

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen; dieses Datum gilt als Auftakt zur Reformation, dem Beginn einer Veränderung, welche die Kirche und damit die damalige Welt in vielerlei Hinsicht erfasst und nachhaltig geprägt hat.

Kern der Reformation war und ist Martin Luthers Erkenntnis, dass der sündige und gottlose Mensch allein durch Glauben gerettet wird, aus göttlicher Gnade, nicht durch irgendwelche guten Werke, sondern durch Zurechnung des leiblich-geschichtlichen Sühnetodes von Gottes eigenen Sohn.

Aus Angst vor der römischen Lehre des Fegefeuers, kauften viele Leute Ablassbriefe. Die römische Kirche lehrte, das wenn man einen Ablassbrief kauft, man von seinen Sünden befreit wäre. Der Preis für einen Ablaß lag bei unterem und mittlerem Einkommen etwa bei einem durchschnittlichen Monatslohn.

Tetzels Ablaßpredigt
Es geschah im Jahr 1517, daß ein Predigermönch namens Johann Tetzel, ein großer Schreier, von sich reden machte, Herzog Friedrich hatte ihn früher einmal in Innsbruck vom Sack erlöst, denn Maximilian hatte ihn zum Ersäuftwerden im Inn verurteilt, vermutlich um seiner großen Tugend willen. Herzog Friedrich leg in daran erinnern, als er uns Wittenberger so zu lästern anfing; er gab es auch offen zu.
Derselbe Tetzel ging nun mit dem Ablaß hausieren und verkaufte Gnade ums Geld aus Leibeskräften, so teuer oder so wohlfeil er konnte. Zu der Zeit war ich hier im Kloster Prediger und ein neugebackener Doktor, von heißer Liebe zur Heiligen Schrift erfüllt.
Als nun viel Volks von Wittenberg dem Ablaß nachlief nach Jüterbog und Zerbst usw., ich aber – so gewiß mich mein Herr Christus erlöst hat – nicht wußte, was der Ablaß war (wie es auch sonst kein Mensch wußte), fing ich vorsichtig an zu predigen, man könne wohl etwas Besseres tun, das gewisser sei als Ablaßlösen. Schon früher hatte ich hier auf dem Schlosse gegen den Ablaß gepredigt, aber bei Herzog Friedrich keine Gnade verdient; denn er hatte sein Stift auch sehr lieb. Nun um zur rechten Ursache des “lutherischen Lärms” zu kommen – ließ ich zunächst alles so gehen, wie es ging. Indes wird mir berichtet, Tetzel habe greuliche, schreckliche Artikel gepredigt, von denen ich diesmal einige nennen will
Er hätte solche Gnade und Gewalt vom Papst, daß er es vergeben könnte, wenn einer gleich die Jungfrau Maria, Gottes geschwächt oder geschwängert hätte, wenn derselbe nur in den Kasten lege, was sich gebührt.
Weiter: Das rote Ablaßkreuz mit dem Wappen das in den Kirchen aufgerichtet werde, sei ebenso kräftig wie das Kreuz Christi.
Ferner: Wenn St. Peter jetzt hier wäre, hätte er keine größere Gnade oder Gewalt, als er habe.
Ferner: Er wollte im Himmel mit St. Peter nicht tauschen, denn er hätte mit [seinem] Ablaß mehr Seelen erlöst als St. Peter mit seinem Predigen.
Ferner: Wenn einer Geld für eine Seele im Fegefeuer in den Kasten lege, führe die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel, sobald der Pfennig auf den Boden fiele und klänge.
Ferner: Die Ablaßgnade sei eben die Gnade, durch welche der Mensch mit Gott versöhnt werde.
Ferner: Es sei nicht nötig. Reue, Leid oder BuBe für die Sünden zu tun, wenn einer den Ablaß oder die Ablaßbriefe kaufte (eigentlich sollte ich sagen: gewönne). Er verkaufte auch [Ablaß für] künftige×Sünden. Derlei Dinge trieb er greulich viel; es war ihm dabei nur ums Geld zu tun.
Ich wußte aber zu jener Zeit noch nicht, für wen dies Geld bestimmt war. Da kam ein Büchlein heraus, gar herrlich unter dem Wappen des Bischofs von Magdeburg, in dem einige dieser Artikel den Ablaß-krämern zu predigen aufgetragen wurden. Da kam’s an den Tag, das Bischof Albrecht diesen Tetzel gedungen hatte, weil er ein so großer Schreier war…
Aus >Wider Hans Worst<. (1541). Was 51,538,23 ff”
Quelle: Heinrich Fausel, Dr. Martin Luther Sein Leben und Werk 1483 -1521

Berechtigte Kritik und Verlust der Glaubwürdigkeit

Dr. Michael Brown, Radiomoderator eines christlichen Radio-Brodcasts kritisierte im Zuge der Strange-Fire-Konferenz die “Brandmarkung” der charismatisch-pfingstlichen Bewegung als “falsche Kirche”, “gefährlichen Kult” bzw. “Häresie” und bestand darauf, das diese Kritik nur für eine “winzige Minderheit” berechtigt wäre:

 

“This is divisive and destructive language based on misinformation and exaggeration, as Pastor MacArthur attributes the extreme errors of a tiny minority to countless hundreds of thousands of godly leaders worldwide.” -DrBrown

 

Diese Kritik war zunächst einmal ernst zunehmen. Tragisch, aber leider nicht unerwartet: Nur kurze Zeit nach dieser Kritik, traf DrBrown einen extremen Irrlehrer, Benny Hinn, einen Angehörigen dieser von ihm als  “winzige Minderheit” bezeichneten Gruppe innerhalb der Pfingst-/Charismatischen Bewegung. Leider widersprach er dessen Irrlehren nicht, sondern bezeichnete dessen TV-Shows sogar als wundervoll:

 

“I just recorded five wonderful TV shows with Benny Hinn on Jesus in the OT, repentance, holiness, the fear of the Lord, and hyper-grace. They’re scheduled to air the week of January 13th, so watch them and then share your thoughts.” -DrBrown (Quelle)

DrBrown
Die Schrift ist in dieser Frage klar und benennt konkret die Gründe warum Irrlehrer wie Benny Hinn gemieden werden sollen:

Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. 2Joh 10-11

Für mich ebenso tragisch und nicht nachzuvollziehen ist, dass im Grunde sehr vernünftige und solide Geschwister, nicht weniger unkritisch, weiterhin DrBrown’s Beiträge auf Facebook “liken” und damit wiederum ihre eigene Glaubwürdigkeit verspielen.
Womit festzustellen ist, dass sowohl die Strange Fire Konferenz, wie auch das gleichnamige Buch berechtigte Kritik an der Pfingst-/Charismatischen Bewegung und Lehre übt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann ab sofort das im Betanien-Verlag verlegte Buch von John MacArthur, “Fremdes Feuer” bestellen: hier
sdg
Andreas

Sieben Konzile: Das Erste Konzil von Konstantinopel (Challies.com)

Situation & Absicht

Das Erste Konzil von Konstantinopel fand in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, Türkei statt. Es wurde von Theodosius I., der zu dieser Zeit Kaiser des Oströmischen Reiches war, einberufen. Das Konzil traf sich von Mai bis Juli des Jahres 381.

Das Konzil wurde einberufen um den Versuch zu unternehmen, die Kirche, welche in der Frage der Natur Christi und dessen Verhältnis zum Vater geteilten geblieben war, zu einen. Obgleich das Erste Konzil von Nicäa bereits versucht hatte einen Konsens zu erreichen, der Arianismus und anderen heterodoxen Auffassungen hinterließen Schlachtfelder in allen Regionen des Reiches.

Hauptcharaktere 
150 Ost-Bischöfe waren auf dem Konzil anwesend und unter diesen waren eine Handvoll wichtiger Persönlichkeiten.
Meletius, Bischof von Antiochien, war der erste Vorsitzende des Konzils, starb jedoch kurz nach dem dieses begann.
Gregor von Nazianzus, zu Beginn des Konzils zum Bischof von Konstantinopel gewählt, übernahm nach dem Tod von Meletius den Vorsitz. Doch kurz darauf, wurde die Rechtmäßigkeit seiner Wahl, basierend auf einer Regel des Konzils von Nicäa, nachdem Bischöfe nicht von einem Bistum zu einem anderen Bistum versetzt werden durften (Gregory war zuvor Bischof in Sasima), in Frage gestellt. Dieser Streit veranlasste Gregory von dem Bistum und dem Vorsitz zurückzutreten.
Nectarius ein städtischer Beamter, wurde schnell getauft, so dass er als Bischof von Konstantinopel und Vorsitzender des Konzils übernehmen konnte als Gregory zurücktrat.
Der Konflikt
Das Hauptaugenmerk des Konzils lag darauf, die Lehre, welche in dem Glaubensbekenntnis von Nicäa festgelegt worden war, wieder herzustellen. Sie taten dies, indem sie ein neues Bekenntnis verfassten, in welchem einige Formulierungen des Nizäanischen Bekenntnisses, welche sich als umstritten und problematisch erwiesen hatten, entfernen. Sie fügten ebenfalls Klärungen an Stellen hinzu, an welcher die kirchliche Lehre ein wenig weiter entfaltet, oder wo Orthodoxie in Frage gestellt wurde.
Ein spezieller Bereich, an welchem die kirchliche Lehre eine Entfaltung erfahren hatte, war im Bezug auf den Heiligen Geist. Das Konzil stellte vier Dinge zum Heiligen Geist fest:

  • den göttlichen Titel “Herr”,
  • dessen göttliche Funktionen, Leben zu geben welches er von Natur aus besitzt, und die Propheten inspiriert zu haben
  • seinen Ursprung aus dem Vater, nicht durch Schöpfung, sondern durch Hervorgehung
  • höchste Verehrung dem Vater und Sohn gleich “dargebracht” (von Leo Donald Davis, Die ersten sieben Ökumenischen Konzilien).

Das Konzil versuchte eine möglichst biblische Sprache bei der Beschreibung des Geistes zu verwenden, um die Lehre den Anwesenden so schmackhaft wie möglich zu machen. Dennoch verließen sechsunddreißig mazedonische Bischöfe das Konzil, weil diese nicht bereit waren, eine solch hohe Sprache für den Heiligen Geist zu akzeptieren. Eustathius von Sebaste repräsentiert deren Sichtweise, als er sagte: “Ich für meinen Teil wähle weder, den Heiligen Geist Gott zu nennen, noch wage ich ihn ein Geschöpf zu nennen.

Das Ergebnis
Das wichtigste Ergebnis des Konzils war das Glaubensbekenntnis von Konstantinopel. Es war dem Niceanischen Glaubensbekenntnis sehr ähnlich, aber es entfernt den Bannfluch gegen den Arianismus.
Wir* glauben an den einen Gott
den Vater den Allmächtigen
der alles geschaffen hat Himmel und Erde
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus
Gottes eingeborenen Sohn
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott Licht vom Licht
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden .
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus
hat gelitten und ist begraben worden
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit
zu richten die Lebenden und die Toten;
und seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist
der Herr ist und lebendig macht
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird
der gesprochen hat durch die Propheten
und die eine heilige katholische** und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt. Amen
* Der Originaltext hat durchgängig die Einzahl: Ich glaube…
** oder: allgemeine
Neben der Bekräftigung des Glaubens von Nicäa behandelte das Konzil einige weitere Themen. Am auffälligsten war, das dass Kirchengesetz festlegte, das “Der Bischof von Konstantinopel ein Ehrenprimat nach dem Bischof von Rom habe, weil Konstantinopel das neue Rom ist.” In der Zeit zwischen Nicäa und Konstantinopel, war Konstantinopel durch Konstantin wieder aufgebaut und als neue Hauptstadt des römischen Reiches eingeweiht worden. Vorausgesetzt wurde, das eine solche Autorität für den Bischof von Konstantinopel eine Bedrohung für Rom und der Macht ihres Bischofs war. Dies wurde als eine schwere Beleidigung aufgefasst, da keine geistliche Bedeutung Konstantinopel existierte (während Roms Bischofsamt beanspruchte, von Petrus auszugehen). Diese scheinbar kleine Veränderung führte zu allerlei Kummer in den darauffolgenden Jahrhunderten.
Bleibende Bedeutung
Das Erste Konzil von Konstantinopel war sowohl theologisch wie administrativ signifikant. Davis fasst dies jeweils trefflich zusammen: “Theologisch steht es auf der Logik des Konzils von Nicäa und wendet behutsam die Argumentation des Konzils hinsichtlich der Beziehung des Sohnes zum Vater, auf den Heiligen Geist an, wenngleich sich beschränkend in der Ausführung auf biblische Terminologie. Administrativ führte das Konzil die östliche Praxis der Anpassung der kirchlichen Organisation, an die zivile Organisation des Reiches fort, die Saat der Zwietracht säend unter den vier großen Bischofssitzen in Ost und West, durch die Erhöhung des kirchlichen Status Konstantinopels, um dessen Position des neuen Rom’s zu entsprechen.”

 

Das Konzil war bedeutend, jedoch viele Konzile würden notwendig sein, bevor es zu einer einheitlichen christlichen Lehre kam.

Übersetzung aus dem Englischen
Mit freundlicher Genehmigung
von Tim Challis (Quelle)

1. Gottesdienst einer presbyterianischen Gemeindegründung

Am 16. Februar 2014 findet versuchsweise zwei erste Gottesdienste der reformierten Gemeindegründung in Berlin statt. Johannes Müller (hat in Hannover und London Theologie studiert) wird sich als deutscher Kandidat vorstellen und so Gott will, ab Sommer 2014 vollzeitlich die Gemeindegründung in Berlin mitgestalten; der Gottesdienst ist eine gute Gelegenheit, presbyterianische Liturgie kennen zu lernen und den Verantwortlichen aus England ein Feedback zu Johannes und seiner Predigt zu geben. Mehr Informationen hier

UPDATE

Wir danken Gott für einen gesegneten Tag des Herrn, mit zwei guten Gottesdiensten, einigen Gästen (morgens 27, abends knapp 20 Teilnehmer ->weitere Bilder) und auch einem jungen Mann, der zum ersten Mal das Evangelium hören durfte!

Unserem gnädigen Gott allein gebührt alle Ehre!

Die Predigten (hier) von Johannes Müller waren herausfordernd und ermutigend, und die Teilnehmer durften die schlichte Schönheit eines reformierten Gottesdienstes (hier) erleben.

Wir sind Gott sehr dankbar und ermutigt für die Zukunft!

Drei junge Männer aus England, Dan & Peter Winch und Liam Richardson, ebenso die ehemaligen Kommilitonen von Johannes Müller, Gottfried Rühle, Raphael und Simon Schuster und weitere Gäste haben uns sehr unterstützt. Wir danken für alle Gebete die uns begleitet haben und die freundlichen Grüße aus Heidelberg, Hannover, Osnabrück und dem RTS!

Bitte betet weiter für Gottes Werk in Berlin. Johannes Müller ist dabei sein Studium am LTS zu beenden und ein Praktikum in Sheffield zu absolvieren. So Gott will, wird er im Sommer diesen Jahres in Berlin die Gemeindegründungsarbeit vor Ort begleiten. Bitte betet für die bereits jetzt und zukünftig beteiligten Geschwister vor Ort und Kevin Bidwell, der die Arbeit weiter betreuen wird!

 

Sieben Konzile: Das Erste Konzil von Nicäa (Challies.com)

Situation & Absicht
Das Erste Konzil von Nicäa wurde im Jahr 325 durch den römischen Kaiser Konstantin einberufen. Konstantin hatte gehofft, sein Reich unter dem Banner des Christentums zu vereinen, sah nun aber die Einheit durch einen theologischen Grabenkrieg bedroht. Hosius von Cordoba empfahl ein Konzil, als Mittel, die sich zusammen brauende Kontroverse an zu gehen und Konstantin reagierte darauf, indem er die Kirchenführer zu Nicäa in Bithynien (heute Iznik, Türkei) zusammenrief. Irgendwo zwischen 250 und 318 Bischöfe aus dem gesamten römischen Reich kamen, und der Rat begann seine formalen Beratungen am 20. Mai.
Das Hauptproblem welches der Rat anzupacken hatte, war die Natur der Gottheit Christi, insbesondere die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. Als Nebensache diskutierte das Konzil die Feier des Osterfestes.
Hauptcharaktere
Die beiden wichtigsten Persönlichkeiten auf dem Konzil, waren Athanasius, ein junger Diakon, der als Begleiter des Bischof Alexander von Alexandria kam und Arius, ein umstrittener Presbyter und Pfarrer aus Alexandria. Konstantin war als Beobachter ohne Stimme anwesend.
Der Konflikt
Der Konflikt im Herzen des ersten Konzils von Nicäa beschäftigte sich mit der Natur Gottes Sohn in Beziehung zu Gott, dem Vater. Auf der einen Seite des Konflikts waren diejenigen, die befanden, dass Jesus Christus vom Vater geschaffen, auf der anderen Seite diejenigen, die befanden, dass Jesus Christus vom Vater gezeugt wurde.
Arius war der führende Verfechter der Position der Schöpfung. Er meinte, dass der Sohn Gottes, Gottes erste Schöpfung war, und dass durch ihn alles andere gemacht wurde (Kolosser 1,15). Das machte den Sohn zur einzig direkten Schöpfung des Vaters und damit einzigartig unter der ganzen Schöpfung, als das erste und größte geschaffene Wesen. Er glaubte, dass des Vaters Gottheit größer als des Sohn war, und zitiert Johannes 14:28 zur Unterstützung seiner Position: “Ich gehe hin, und ich komme zu euch ‘” Sie hörte mich sagen zu Ihnen, Wenn du mich lieb, so würdet ihr euch freuen, weil ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich”. Arius sagte: “Wenn der Vater den Sohn gezeugt hat, hat der, welcher gezeugt wurde einen Beginn der Existenz, und von diesem Punkt aus wird deutlich, dass es eine Zeit gab, als der Sohn nicht war.”
Alexander von Alexandria und sein Schützling Athanasius befanden, dass Christus gezeugt, nicht geschaffen war, und daher dem Vater vollständig gleich war. Das Konzil stimmte mit dieser Ansicht überein und verstand, dass der Arianismus die Einheit der Gottheit untergrub, so dass der Vater größer als der Sohn ist und widersprachen mit Schriftstellen wie Johannes 10,30 und Johannes 1,1. Im Laufe des Konzils, kam die große Mehrheit der Delegierten mit Athanasius zur der Übereinstimmung, dass der Sohn eine Ableitung (Derivat) des ewigen Vater sei, aber nichtsdestoweniger gleich ewig und gleichermaßen göttlich. Athanasius erklärte: “Ich weiß, dass Jesus als meinen Erlöser nicht weniger als Gott sein kann.”
Das Ergebnis
Die Debatte dauerte vom 20. Mai bis zum 19. Juni, an diesem ​​Punkt formulierte das Konzil eine erste Form des Nicäanischen Bekenntnisses welches ausdrücklich die Position der Zeugung bekräftigte und den Arianismus verurteilte. Alle bis auf zwei der Teilnehmer stimmten zu ihren Gunsten und diese beiden, wurden zusammen mit Arius exkommuniziert und nach Illyrien verbannt. Alle Schriften des Arius wurden gesichtet, beschlagnahmt und verbrannt.
Hier ist die ursprüngliche Version des Glaubensbekenntnisses (welche auf dem Zweiten Ökumenischen Konzil in Konstantinopel im Jahre 381 angepasst wurde).
Wir¹ glauben an einen Gott
den allmächtigen Vater
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus
den Sohn Gottes
der als einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist d.h. aus dem Wesen des Vaters
Gott vom Gott Licht vom Licht
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist
Mensch geworden ist
gelitten hat und begraben worden ist
und am dritten Tage auferstanden ist
und aufgestiegen ist zum Himmel
und kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.
Diejenigen aber die da sagen “es gab eine Zeit da er nicht war” und “er war nicht bevor er gezeugt wurde” und er sei aus dem Nichtseienden geworden oder die sagen der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar die verdammt die allgemeine Kirche.
¹ Im Originaltext durchgängig Einzahl: Ich glaube…
Das Konzil einigte sich auch auf einen Zeitpunkt, wann Ostern zu feiern sei. In einem Rundschreiben, welches Konstantin nach dem Konzil herausgab, erklärte er: “Auf dem Konzil haben wir auch die Frage unseres heiligsten Tages, Ostern betrachtet, und es wurde einvernehmlich festgestellt, dass jeder, überall es an ein und demselben Tag feiern sollte.”
Bleibende Bedeutung
Das Erste Konzil von Nicäa ist von höchster Bedeutung bei der Behandlung der  grundlegenden Frage im Bezug auf die Gottheit und Menschheit Jesu Christi. Jesus Christus wurde erkannt als, ewig und göttlich, gleich mit dem Vater, und unendlich größer zu sein als ein geschaffenes Wesen. Das Konzil ist auch bedeutsam als erster Versuch, einen Konsens unter allen Christen durch eine Debatte zwischen den Vertretern von sich wiedersprechenden Seiten zu erzielen. Es stellt einen Präzedenzfall dafür dar, Konzile abzuhalten um sonstige lehrmäßige und praktische Angelegenheiten der Kirche zu entscheiden, und diese Entscheidungen in Glaubensbekenntnissen und Kirchenrecht umzusetzen.
Es dauerte 56 Jahre bis zu dem nächsten Konzil, dem Ersten Konzil von Konstantinopel.
Übersetzung aus dem Englischen
Mit freundlicher Genehmigung
von Tim Challis (Quelle)

Antwort auf Dr. Brown (In the line of fire) und seiner Kritik an der Strange Fire Konferenz

In einem, nach eigenen Angaben zig-tausendmal geteiltem Artikel (hier), richtet sich Dr. Michael Brown, Radiomoderator eines christlichen Radio-Brodcasts, an Pastor J. MacArthur bzw. reagiert auf dessen Buch und gleichnamige Konferenz “Strange Fire” (hier).

Solche Reaktionen waren zu erwarten und sind im Hinblick auf eine notwendige Debatte über das Phänomen der Charismatischen Bewegung/Pfingstbewegung bzw. der “Cessationism vs. Continuationism” Kontroverse, ausdrücklich zu begrüßen.

Ohne seine Sichtweise zu begründen, setzt Dr. Brown bereits zu Beginn seines Artikel, die in Frage stehenden Phänomene- innerhalb der charismatisch-pfingstlichen Bewegung- mit dem biblisch überlieferten Wirken des Heiligen Geistes gleich. Es sind genau solche Verfahrens- und Argumentationsweisen, welche von cessationalistischer Seite fundamental kritisiert werden. Phänomene wie Glossolalie, Heilungen und andere Vorkommnisse lassen sich verifizierbar religions- und kultübergreifend beobachten. Das Vorhandensein solcher Phänomene im gemeindlichen, respektive christlichen Kontext, bedarf grundsätzlich einer schriftgemäßen Begründung. Eine solche liefert Dr. Brown jedoch nicht.

Er kritisiert die “Brandmarkung” der charismatisch-pfingstlichen Bewegung als “falsche Kirche”, “gefährlichen Kult” bzw. “Häresie”. Diese Kritik ist ernstzunehmen und auf der einen Seite nachvollziehbar. Im Sinne jeder fruchtbaren Debatte, ist es nicht hilfreich, bereits zu Beginn ein abschließendes Urteil zu fällen. Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass die Debatte nicht erst mit dem Erscheinen dieses Buches bzw. Ankündigung der nun stattfindenden Konferenz begonnen hat. sondern bereits hundert Jahre alt ist.

Sein Vorwurf, J. MacArthur lehne das heutige Zeugnis des Wortes Gottes respektive Wirken des Heiligen Geistes ab, ist eine ebenso harte Aussage, wie die Aussage, die charismatisch-pfingstlichen Phänomene, seien keine Wirkungen des Heiligen Geistes und nicht vereinbar mit dem Zeugnis der Schrift. Seine Bitte, Gott möge J. MacArthur vergeben, klingt vordergründig fromm, stellt jedoch- in der Form öffentlich geäußert- nichts anderes als einen versteckten Angriff dar.

Ein weiterer- nicht berechtigter Vorwurf Browns ist der, J. MacArthur nehme eine ganze Bewegung in Kollektivhaft für die Verirrungen einer Minderheit. Es ist im Gegensatz absolut berechtigt, eine Bewegung für Irrtümer und Verirrungen in den eigenen Reihen zu kritisieren. Diese steht, im eigenen Interesse, in der Verantwortung Fehler, Fehlentwicklungen und Versäumnisse zu korrigieren. Dies geschieht jedoch leider viel zu selten und wenn, dann oft nur halbherzig bzw. inkonsequent. Es sind- im Gegensatz zu Dr. Browns Behauptung leider keine Fehlinformationen oder Übertreibungen, das im Namen des Heiligen Geistes tagtäglich falsche Prophetien und Lästerungen Gottes ausgesprochen werden. Dies muss thematisiert werden, wenn nicht von den Leitern der pfingst-charismatischen Bewegung, dann von anderen.

Fakt ist: Entweder irrt der Cessationism oder der Continuationism. Und damit wird entweder das Zeugnis der Schrift respektive Wirken des Heiligen Geistes geleugnet oder verfälscht. Wer von beiden auch immer recht hat, die Feststellung, das dafür “die Worte fehlen wie schmerzhaft dies ist” ist berechtigt, wenn auch unzureichend.

Dr. Brown führt fünf Argumente ins Feld auf die ich kurz eingehe:

  1. Bizarre, unbiblische Praktiken seien die Ausnahme. Diese Wahrnehmung mag aus Sicht des Continuationism nachvollziehbar sein, aus cessationistischer Sicht ist sie es nicht. Jede Prophetie, jedes Wort der Erkenntnis, jede Zungenrede im Namen Gottes ist aus cessationistischer Sicht unbiblisch und ja, auch bizarr, die angeführten Extreme sogar offenkundig blasphemisch.
  2. Der Vergleich der Situation in Korinth mit den modernen Phänomenen des Continuationism verkennt erstens, dass dies aus cessationistischer Perspektive unzulässig ist, da man die Übereinstimmung mit den biblischen Charismen und damit deren Echtheit ablehnt. Zweitens ist der Vorwurf, ein grundsätzlicher Zusammenhang zwischen den Skandalen respektive dem Umgang mit denselben und dem wirksamen Geist sei nicht herstellbar m. E. nicht berechtigt. Dies aus dem Grund, dass wenn sich die Phänomene nicht auf das Wirken des Heiligen Geistes zurückführen lassen, das Wirken des Heiligen Geistes dadurch sogar auf unbiblische Weise nachgemacht wird, dieser zumindest daran gehindert wird den jeweiligen Menschen zur Umkehr zu führen. 
  3. Der Vorwurf eines zu “laxen Umgangs mit der Schrift” gegenüber der Pfingst-/Charismatischen Bewegung gründet schlicht auf dem genuin reformatorischen Sola-Scriptura Verständnis des Cessationism: Die Schrift allein! Der Heilige Geist hat nach diesem Verständnis durch die Vorsehung die Texte und Schriften erhalten und zusammengestellt. Die Schrift allein ist demzufolge die einzige, unfehlbare Quelle schriftlicher und mündlicher göttlicher Offenbarung, die allein einzige das Gewissen binden darf. Die Bibel allein lehrt alles, was zur Rettung von Sünde nötig, der Standard, an dem alles christliche Verhalten gemessen werden muss und von woher Leitung für das persönliche Leben erwartet werden kann. Der Heilige Geist spricht niemals unabhängig von oder gegensätzlich zu den Inhalten der Bibel, persönliche geistliche Erfahrungen, Stimmen oder ähnliche können niemals Mittel der Offenbarung sein.
    Dem widerspricht das Sola Scriptura Verständnis des Continuationism, bei dem je nach Ausprägung, es von der erwarteten “persönlichen Führung” bis hin zu der regelrechten Anmaßung sogenannter “Propheten”, welche für Personen, Gemeinden und gesamte Länder “Offenbarungen” erhalten, geht. In dem Extrem, welches eben schlicht die logische Konsequenz und Folge darstellt, steht die aktuelle Offenbarung sogar neben oder über der historischen Offenbarung.
  4. Es ist in der Tat nicht richtig, das 90% der Pfingst-/Charismatischen Bewegung faktisch zur Wort des Glaubens Bewegung (mit indiskutablen Irrlehren) gehören bzw. einem Wohlstandsevangelium folgen. Fakt ist jedoch auch, dass bspw. die Überzeugung, Gott heile auch heute noch regelmäßig, auf spektakuläre, übernatürliche Weise eine starke Tendenz in die Richtung der vorgenannten Bewegungen darstellt.
  5. Damit kommen wir zu einem entscheidenden Punkt: Dem Wesen wahrer Anbetung Gottes! Ohne dies hier weiter zu behandeln: diese hat- vorsichtig ausgedrückt- äußerst wenig mit “neuen, kraftvollen Lobpreisliedern oder langwährenden Versammlungen” zu tun!

Abschliessend: Ein Debatte dieser Thematik ist und bleibt notwendig. Allerdings ausschließlich auf Grundlage des Wortes. Ich erhoffe mir von dieser Konferenz einen inhaltlich konstruktiven Beitrag. Und danach erhoffe ich mir eine gleichermaßen konstruktive Antwort seitens des Continuationism.

sdg

Andreas

Update: So tragisch wie nicht unerwartet: Nicht lange nach seiner Kritik hat DrBrown die oben angeführten extremen “Minderheit” (Benny Hinn) hoffiert d. h. dieser einen Persilschein ausgestellt. 

“I just recorded five wonderful TV shows with Benny Hinn on Jesus in the OT, repentance, holiness, the fear of the Lord, and hyper-grace. They’re scheduled to air the week of January 13th, so watch them and then share your thoughts.” (Quelle)

DrBrown

Waren Adam und Eva reale Menschen?

 

Bedenke folgendes:

  • Moses glaubte, dass sie real waren (1Mo 5, etc.)
  • Der Autor der Chronik glaubte, dass Adam real gewesen ist: 1. Chronik 1:1
  • Lukas glaubte, dass Adam real gewesen ist: Lukas 3:38
  • Der Herr Jesus glaubte, dass sie real gewesen ist: Mattheus 19:4-5
  • Paulus glaubt, dass Adam real gewesen ist: Römer 5:12 ff, 1. Kor. 15:22,45, 1. Timotheus 2,12-14
  • Judas glaubte, dass Adam real gewesen ist: Judas 14

Bedenke weiterhin:

Alle oben genannten Autoren wurden bei dem was sie über Adam und Eva schrieben und glaubten durch den Heiligen Geist inspiriert (2 Petrus 1:21 und 2. Timotheus 3,16).

Deshalb:

Wenn wir glauben, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes, müssen wir glauben, dass Adam und Eva echte, historische Personen waren.

Außerdem:

Was wären die Folgen, wenn wir leugnen, dass sie echte Menschen waren?

  1. Wir verleugnen die Inspiration der Heiligen Schrift und widersprechen dem, was die Schrift über sich selbst lehrt und damit auch, was die Kirche über Schrift bekennt (Belgisches Bekenntnis Artikel 3).
  2. Wir sagen, dass der Herr Jesus (Matthäus 19) log, verrückt oder fehlerhaft gewesen ist.
    Was auch immer wir sagen, ein solcher Mann kann nicht unser Retter sein denn er hätte sich nur als ein weiterer Mensch erwiesen.
  3. Wenn es nicht wirklich ein Mann und eine Frau gewesen sind, welche am Anfang gesündigt haben, wäre die Lehre des Paulus in Römer 5 über Jesus Christus Unsinn.
  4. Die Lehre von der Erbsünde, durch verschiedene Stellen in der Heiligen Schrift belegt (und wiedergegeben/bekannt in den Bekenntnissen der Kirche), wäre nicht wahr.
  5. Der Mensch könnte daher etwas zu seiner Rettung beitragen.
  6. Gottes Herrlichkeit wäre beraubt.

Quelle:  yinkahdinay.wordpress.com (Blog von Dr. Wes Bredenhof)

Christus oder Israel?

Unterschiedliche Gründe führen erneut zu der Beschäftigung mit der sogenannten “Endzeit-Thematik” bzw. “Israel=Schlüsselfrage”. Man mag- durchaus berechtigt- fragen, ob diese Thematik denn wirklich wichtig ist. Nun, heilsentscheidend muss eine Positionierung u. U. nicht sein, aber unwichtig eben auch nicht. Wieso? Zentrale Fragen des Evangeliums sind von dieser Thematik betroffen.

Da wäre zum einen die Frage: ob nun Christus, oder Israel Schlüssel der Schriftauslegung ist; zum anderen, was es mit dem Wesen der Kirche auf sich hat: Gottes Volk in der Kontinuität des Heilsplanes Gottes, oder temporärer Einschub?

Das jeweilige Schriftverständnis1 entscheidet diese Fragen. Das Matthäusevangelium ist nun m. E. bestens geeignet bei der Suche nach einer Antwort auf beide Fragenkomplexe zu helfen. Es beginnt, ähnlich wie das Lukas- und das Johannesevangelium, mit einer Genesis-Erzählung (Herkunft, Abstammung), beginnt jedoch nicht bei Adam, wie Lukas, oder bei Gott selbst, wie Johannes, sondern führt Christus in gerader Linie auf Abraham (Mt1:1) zurück:

 

Abraham → David → Christus

 

Das Matthäusevangelium ist eine Klammer zwischen den Testamenten bzw. eine direkte Fortsetzung der Bundesgeschichte Gottes mit Israel. Mit Abraham hat dieser Bund einen spezifischen Anfang genommen und in David eine königliche Ausprägung gewonnen. Mit Christus erfährt diese Verheißungslinie jedoch erst das Ziel den Vollendungspunkt bzw. seine eigentliche Erfüllung!

1Mo15-17 u. 22:18 berichten von dem Bund Gottes zugunsten Abrahams und des Verheißungserben, durch welchen alle Völker gesegnet werden sollen. Israel hat sich über die Jahrhunderte immer selbst als dieser Verheißungserbe verstanden. Und in dieser Weise verstehen manche Christen Israel auch heute noch. Besteht dazu Berechtigung?

Liest man den Text in Genesis aus neutestamentlicher Sichtweise, widerspricht bspw. Johannes der Täufer diesem Anspruch deutlich (Mt3:1-12 ), verneint jeden ethnischen Anspruch Israels, stellt darüber hinaus ein abschließendes Gericht in Aussicht. Bereits die Unterscheidung zwischen Ismael und Isaak lassen ein geistliches Prinzip deutlich werden. Allein Isaak wird als Sohn der Verheißung (Gal4:28) identifiziert. Paulus führt dies verschiedentlich (Röm2 ) weiter aus (Gal3 ) und identifiziert ausschließlich Christus als den eigentlichen Sohn der Verheißung, den verheißenen Erben.

 

sdg

Andreas

 

1 Mein Schriftverständnis: Allein Christus der Schlüssel jeder Textauslegung, nicht Israel. Weiterhin erachte ich den historisch-grammatischen Literalsinn, keine übersteigerte Wortwörtlichkeit des Textes, für maßgeblich. Darunter fällt für mich u. a. das Prinzip der Klarheit der Schrift, der Schriftauslegung durch die Schrift und das Primat des Neuen Testamentes gegenüber alttestamentlichen Texten bei der Exegese in der Weise, wie Christus und die Apostel es taten.

 

Reformierte Gemeindegründung in Berlin

Am 30. Juni 2012 haben sich die Ältesten der EPCEW (der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in England und Wales ) getroffen, um über eine Bibelstudiengruppe bzw. eine mögliche Gemeindegründung in Berlin abzustimmen.
Dabei fiel die Entscheidung, dass mit der Arbeit begonnen werden soll!

Seit September 2012 finden in Berlin nun monatliche Treffen zum Bibelstudium statt und, so Gott will, damit auch die Gründung einer Presbyterianischen Gemeinde.

Bitte betet dafür, dass Gott uns alle bei diesem Vorhaben leitet und uns seine Weisheit und seinen Segen schenkt.

Mehr Informationen finden sich auf der neuen Seite des Gemeindegründungsprojektes 

Bekenntnisloses Christentum

Fragt man Christen nach ihrem Bekenntnis, erntet man nicht selten einen fragenden, irritierten Blick. Bekenntnisse werden mit trockener, wenn nicht toter “Theologie” und “Dogmatik” verbunden und beides steht oft im Verruf im Gegensatz zu einem lebendigen Christsein zu stehen. Um es kurz und deutlich zu formulieren: Größer könnte der Irrtum nicht sein. Bekenntnisse werden von Paulus und auch Christus selbst unmissverständlich gefordert:

Röm10:8b-10 Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.

Mt10:32-33 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Bekenntnisse beinhalten konkrete Aussagen des Glaubens. Aussagen, die durch eine Kirche angenommen, auf der Schrift basierend, und in spezifisch-historischen Situationen verfasst wurden. Wo nicht bekannt wird, wird den Aussagen der Schrift folgend auch nicht geglaubt und wo kein Glaube ist, existiert keine Rettung, kein Leben.

In dieser Gefahr, der Gefahr eines bekenntnislosen Christentum steht die evangelikale Welt heute. Dort existieren in der Regel lediglich defizitäre Auskünfte über einen allgemeinen Glauben, welcher keine konfessionellen Unterschiede kennt.

Reformierte Kirchen sind aus diesem Grund ausdrücklich konfessionelle Kirchen. Das heißt, konkrete Glaubensbekenntnisse bzw. eben Konfessionen (lateinisch confessio ‚Geständnis‘, ‚Bekenntnis‘) sind vorhanden, sie sehen ihre Wurzeln in der Kirche der ersten Christen, stehen in der Tradition der Reformation und bekennen die Irrtumslosigkeit der Schrift.

Verrücke nicht die uralte Grenze, die deine Väter gemacht haben! Sprüche 22:28

Bereits die ersten Christen haben den ihnen- durch die Apostel- überlieferten Glauben in prägnanten Formulierungen bekannt. Vielleicht das frühste Bekenntnis überhaupt, findet man in 1Kor 15:1-8

Das Evangelium, durch das man gerettet wird:

  • daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften
  • daß er begraben worden ist
  • daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften
  • daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen.

Die Formulierung von Bekenntnissen verfolgt vor allem anderen den Zweck

  1. Christus vor Gott und den Menschen zu bekennen und darüber hinaus Rechenschaft über den Inhalt des Glaubens abzulegen
  2. desweiteren stellen Bekenntnisse eine verbindliche Grenze zum Schutz gegenüber nicht-biblischen Lehren und Praktiken nach innen dar und vertreten die überlieferte Wahrheit aktiv nach aussen.
  3. nicht zuletzt vermitteln Bekenntnisse Kindern und Erwachsenen die wesentlichen Inhalte des biblisch-christlichen Glaubens und helfen dabei bei eines Sinnes zu sein und echte biblische Einheit zu leben.

Bekannt werden in Kontinuität mit den Vätern und der frühen Kirche die altkirchlichen Bekenntnisse , und mit der Kirche der Reformation die reformatorischen Solas . Als verbindliche Bekenntnisse werden verschiedene reformierte Bekenntnisse bekannt .

4. Advent: "Lichtadvent"

In früheren Jahrhunderten, als die Menschen noch eine ungefähre Ahnung davon besaßen, was “Advent” eigentlich bedeutet- eine Zeit der Besinnung auf Gott und Seinen Heilsplan- wurde der vierte Advent “Lichtadvent” genannt.

Das meint: Jesus Christus kommt heute zu dir und bringt Licht in dein Leben.

Auch die anderen Adventssonntage hatten ihre Namen mit einer jeweiligen Bedeutung:

1. Advent: “Erdenadvent”
Jesus Christus ist schon früher auf unsere Erde gekommen.

2. Advent: “Königsadvent”
Jesus Christus wird am Jüngsten Tag als König auf unsere Erde wiederkommen.

3. Advent: “Herzadvent”
Jesus Christus kommt heute zu dir und wohnt in deinem Herzen.

In diesem Sinn wünsche ich allen Geschwistern einen gesegneten 4. Advent!

sdg
Andreas