Entrückung Teil3 – Wann beginnt die Endzeit?

Im 19.Jahrundert begründete John Nelson Darby (1800-1182) eine neue Theorie über die Endzeit und das Tausendjährige Reich. Ausgehend vom Prämillianismus sah er zwischen der Entrückung und der Wiederkunft von Jesus eine Zeit von sieben Jahren: den Dispensationalismus.

Dieser lehrt, das die Christen vor einer siebenjährigen  Trübsalszeit von dieser Erde (Dispens) in den Himmel entrückt werden. Er teilte  jedoch auch die ganze Geschichte der Menschen in verschiedene Heilszeiten ein. Diese Lehre hat sich vor allem im europäischen Raum durch den Brockhausverlag ausgebreitet. Viele Endzeitbücher und Romane, die in evangelikalen Kreisen gelesen werden, sind geprägt von dieser Lehre.

Der Dispensationalismus lehrt, daß in der gegenwärtigen Haushaltung (Dispensation), das ethnische Israel als Volk Gottes lediglich vorübergehend beiseite gesetzt ist. Die Erfüllung vieler an das alttestamentliche Israel ergangenen Verheissungen stehen ihrer Erfüllung in einer kommenden Endzeit aus. Die Endzeit dispensationalistischer Vorstellung, beginnt in der Zukunft mit der Entrückung der Gemeinde, die damit vor  einer siebenjährigen, sogenannten  Trübsalszeit bewahrt wird, da deren Berufung im Gegensatz zur irdischen Berufung Israels himmlisch sein soll.

Mit dieser Entrückung soll die Auferstehung aller Gläubigen aus der Zeit seit Pfingsten einhergehen. Israel, das lediglich irdische Berufung besitzt, wird durch das kommende Trübsalsgericht gerichtet.

Meint das die Bibel, wenn von “Endzeit” die Rede ist?

Ende eines Zeitalters, die Endzeit: Alter Bund

Die Bibel versteht nach meinem Verständnis unter diesem und ähnlichen Begriffen jedoch vielmehr den Abschluß des alten Bundes.  Verschiedene Wendungen werden dafür verwandt: “Tag des Herrn“, in den “letzten Tagen“, “am Ende der Tage“, “Endzeit“, “am Ende der Zeiten“, in “späteren Zeiten“.

Der Begriff “Endzeit” bedeutet so verstanden also keine, in der Zukunft liegende, noch zu erwartende Zeit, sondern meint das Ende des alten Bundes. Nicht das Ende der Welt, sondern das Ende, eines auf das ethnische Israel bezogenen Zeitalters.

Wir leben demnach mitten in bzw. nach der “Endzeit” und können jederzeit mit der Wiederkunft rechnen. Christus ist das Ende des Gesetzes (Röm10,4); der alttestamentlichen Ordnung (Hebr7,18-19). Der zerrissene Vorhang und der zerstörte Tempel im Jahr 70 n.Chr. sind die unwiderlegbaren Zeichen für das Ende des alten Bundes. (ausführlicher hier)

Beginn eines neuen Zeitalters: Neuer Bund

Mit dem neuen Bund in Christus begann das gegenwärtige Zeitalter. Im Leben und Dienst Christi waren verschiedene Zeichen der Gegenwart des Reiches Gottes (messianisches Friedensreich) bereits sichtbar:

1. Verkündigung des Evangeliums (Jes61,1-2; Lk4,16-30)
2. Zeichen und Wunder (Jes 35,1-10; Jes. 29,18; Jes. 42,7)
3. Dämonenaustreibung (Matth12,28)

Zwei weitere Zeichen erfüllten sich mit der

4. Auferstehung Christi, wichtigstes Zeichen, die Auferstehung der Toten (Jes26,19; Matth12,36-42; 1Kor15,20: Erstlingsfrucht der Entschlafenen); Tod entmachtet (2Tim1,10)
5. Ausgießung des Geistes (Sach12,10; Joel3,1-5; Apg2, 14-36)

Mit der Ausgießung des Geistes zu Pfingsten, der Aufnahme Christi in die himmlische Herrlichkeit und die Besteigung des Davidsthrons ist die verheißene messianische Zeit, das Tausendjährige Reich angebrochen und Wirklichkeit geworden, Christus zum Herr und König erhöht.

Wie kann man nun zu so gegensätzlichen Verständnissen gelangen? Dazu mehr im Teil 4.

sdg
apologet

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