Die Fülle der Zeit – Warum Christus nicht früher kommen konnte

In genau vier Wochen ist Weihnachten.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Christus nicht zweihundert Jahre früher kam? Oder dreihundert? War das Datum der ersten Weihnacht ein historischer Zufall im Kalender der Antike – oder steckte eine präzise Strategie dahinter?

Wenn Paulus von der „Fülle der Zeit“ spricht, meint er keine poetische Floskel. Er meint ein historisches Zeitfenster, das es so nie zuvor und nie danach gab. Ein Fenster, in dem eine Weltsprache, ein globales Straßennetz und eine messianische Erwartungshaltung für einen kurzen Moment perfekt übereinanderlagen. Gott nutzte die Infrastruktur der Weltgeschichte als Werkzeug seiner Offenbarung.

Es bleibt die vielleicht größte Ironie der Weltgeschichte: Rom kreuzigt Christus – und baut gleichzeitig die Straßen, auf denen Christus Rom erobert. Die Pax Romana diente dem Pax Christi. Roms Adler dienten unwissentlich dem Lamm.

Reformation als Erneuerung der Ordnung – Von der Gemeinde bis zur Wirtschaft

Die Reformation war mehr als eine Kirchenreform. Sie war ein Neubeginn des Denkens über Mensch, Gemeinschaft und Ordnung – eine Wiederentdeckung des göttlichen Maßes in allen Bereichen des Lebens: in der ekklesia (Glaubensgemeinschaft), der politia (öffentlichen Ordnung) und der oeconomia (familiären und wirtschaftlichen Sphäre). Sie stellte das Verhältnis von Freiheit und Autorität auf eine neue … Weiterlesen

„Phrasenbefreit“ – Schumpeter, die Dreiständelehre und das Ende des Goldstandards

Was sagt die Finanzgeschichte über den Zustand unserer Gesellschaft? Joseph Schumpeters berühmtes Zitat von 1918 verweist auf eine Wahrheit, die im Lärm politischer Phrasen oft untergeht: Geld lügt nicht. Die Art, wie wir mit Schulden, Eigentum und Werten umgehen, offenbart unser geistliches, kulturelles und politisches Fundament – oder dessen Verfall. Dieser Essay verbindet Schumpeters Einsicht … Weiterlesen

Recht auf Eigentum: unbedingtes Gebot Gottes

Aus biblischer Sicht ist das »Recht auf Eigentum« nicht nur natürliches Recht, vielmehr ein unbedingtes »göttliches Gebot«. Wer dieses Recht einschränkt, es an Bedingungen knüpft oder – zu welchem Zweck auch immer – andere bestiehlt, sündigt unmittelbar gegen Gott. | 2Mo20:15; 5Mo5:19; 3Mo19:11

Was ist mit Widerstand Dr. Lloyd-Jones?

Was ist mit Widerstand? Wir haben doch das Recht, als Christen so zu argumentieren: Wenn ein Staat, ein König oder ein Kaiser oder ein Gouverneur oder ein Diktator oder sonst jemand tyrannisch wird, dann können wir als Christen sagen, dieser Staat verstößt gegen das Gesetz seines eigenen Wesens und seiner Verfassung, wie es in Römer 13 niedergelegt ist.

Römer 13 in der Sicht von zweitauend Jahren (Entwurf)

Bei der Auslegung antiker Texte spielen diverse Aspekte eine Rolle. Die richtige Übersetzung, der Kontext des Textes, der Kultur, der Zeit, der konkreten Situation und vieles andere mehr. Das Verständnis bezüglich Römer 13 ist heute umstrittener den je. Was haben Kirchenväter, Reformatoren und Theologen der letzten fast zweitausend Jahre gedacht? Einen kleinen Auszug:

What Does Romans 13 Mean in 2021?

Reformed thinker Gregory Baus joins us to examine the thorny issues of political compliance and resistance from an historical Reformed confessional and biblical perspective. See his annotated bibliography here: https://tinyurl.com/RefoPoliResistBib And explore the challenging concept of Reformed anarchy (which probably doesn’t mean what you think it means) here: https://tinyurl.com/refoanarchism

Können Christen Anarchisten sein?

Vor ein paar Tagen wurde mir auf Facebook die Frage gestellt: „Können Christen Anarchisten sein?“. Eine durchaus berechtigte Frage. Setzt man Anarchie doch landläufig mit Chaos, Willkür, Gesetzlosigkeit etc. gleich. Doch Anarchie bedeutet zunächst einmal nichts anderes als Herrschaftslosigkeit ((altgr. ἀναρχία anarchía ‚Herrschaftslosigkeit‘, von ἀρχία archía ‚Herrschaft‘ mit verneinendem Alpha privativum).