Offenbarung 18 – Der Untergang der Welt

Der hermeneutische Kurzschluss: Die pietistische Verengung als Flucht vor der Institutionenkritik In der aktuellen Landschaft theologischer Publikationen und Predigten stellt die Auslegung von Offenbarung 18 durch Johannes Müller eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Sie besticht durch eine philologische Präzision, die Babylon nicht als bloßes historisches Kuriosum oder rein moralisches Sumpfgebiet behandelt, sondern als ein globales ökonomisches … Weiterlesen

Die Existenz des Inlandsgeheimdienstes wirft grundlegende Fragen nach der Hierarchie zwischen Staat und Gesellschaft auf. Aus der Perspektive der Eigentumsethik und der Bundesordnung stellt sich die Frage, ob eine Institution, die sich die Definitionsmacht über die „Verfassungstreue“ ihrer eigenen Untertanen zuschreibt, nicht zwangsläufig die subsidiäre Ordnung untergräbt. Wenn der Wächter über die Spielregeln selbst ein Akteur im politischen Wettbewerb ist, wird die Grenze zwischen Rechtsschutz und politischer Instrumentalisierung hinfällig.

Der aktuelle Beitrag beim Sandwirt analysiert die Funktion und die systemische Rolle des Verfassungsschutzes innerhalb der gegenwärtigen Architektur der Bundesrepublik.

Der Kategorienfehler: Anthropozentrische Ekklesiologie

Teil II: Die Kirche (Das Subjekt / Der Träger)Warum die Kirche keine religiöse Selbsthilfegruppe ist Im ersten Teil (Die Schrift als Verfassung der Wirklichkeit) haben wir gesehen: Die Reduktion der Bibel auf ein privates Trostbuch ist Realitätsverweigerung. Doch dieser Fehler hat eine noch tiefere Wurzel – in einem verzerrten Verständnis der Kirche selbst. Das Problem … Weiterlesen

Schlingensief: Kirche goes Disney

Gibt der Glaube an Gott, dem einen Menschen Kraft, um Leid, Krankheit, ja Schmerzen selbst bis in den Tod zu ertragen, verzweifelt der andere an seinem Schicksal, an Gott und der Kirche. Wie kommt es zu dieser Unterschiedlichkeit hinsichtlich Erfahrung und Kraft? Christoph Schlingensief berichtete im aktuellen Cicero über eigene Erfahrungen, seinen Glauben, darüber, das ihm beispielsweise die moderne Kirche keine Freude bereitet, woher er sich Antwort auf die Frage nach der Unsterblichkeit erhofft, und ab welchem Punkt er ganz persönlich die Krippenfiguren und Schmusedecke der Religion benötigt.

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Multi-Ethik-Blabla

Welche Berufung hat die Kirche Christi? Geht es darum, sich für eine gerechtere Welt, eine christliche Ethik einzusetzen? Oder darum einer verlorenenen und gottesfeindlichen, unter dem Gericht Gottes stehenden Welt zuzurufen: Laßt euch versöhnen mit Gott! Die Manhattan-Erklärung stellt das aktuellste Beispiel einer Positionierung dar. Ohne Zweifel, der gesellschaftspolitische Schutz menschlichen Lebens, der Institution Ehe oder der Freiheit der Meinung und Religion, sind wichtig und nicht zuletzt Ausdruck einer vormals christlich geprägten Kultur. In der schweizer Weltwoche heißt es:

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Einheit durch Wahrheit

„Ich bin mir ganz sicher, daß wir die Einheit am besten fördern, wenn wir die Wahrheit fördern. Es wird uns nichts nützen, wenn wir alle vereint sind, indem sich jeder unter die Irrtümer des anderen beugt. Wir sollten einander in Christus lieben; aber wir sollten nicht so vereinigt sein, daß wir außerstande sind, die Fehler … Weiterlesen

Artikelreihe – Zur Konstitution von Kirche – Gespräch mit Calvin

calvin artikelserieGemeinde Jesu oder eigenmächtiger christlicher Verein?
von Benjamin Kilchör

Konkurrenz belebt das Geschäft. In Anbetracht von Ortschaften mit 2500 Einwohnern und acht evangelischen Kirchen und Freikirchen, von ständig neuen Kirchengründungen in den frömmsten – und mit Kirchen am dichtesten besäten – Gebieten des christlichen Europas, während die Anzahl an Christen in denselben Gebieten nicht etwa zunehmend ist, sondern stagniert, ist es meines Erachtens wieder einmal an der Zeit zu fragen, ob denn Kirche eigentlich ein Geschäft ist, das durch Konkurrenz belebt werden muss. Kann man eine Gemeinde einfach so gründen wie einen Fussballverein oder wie eine Gesellschaft zur Erhaltung der Biervielfalt? Wird dabei das Wort Jesu, dass ER seine Gemeinde bauen will, nicht zu einer leeren Farce? Aber wenn Jesus andererseits sagt, dass er da, wo zwei oder drei sich in seinem Namen versammeln, mitten unter ihnen ist (Mt 18,20), reicht es dann nicht aus, wenn sich zwei bis drei Christen treffen, um Gemeinde zu sein?

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Zucht und Ordnung

Auf das Stichwort „Zucht“ reagieren die meisten Personen unangenehm berührt bis allergisch. Zu sehr erinnert es autoritäre Erziehungsmodelle oder totalitäre Gesellschaftsordnungen. Dies überträgt sich bis in die Kirchen und Gemeinden hinein. Existiert auf der einen Seite zudem oft erkennbar wenig bis keine Kirchen- bzw. Gemeindezucht, wird diese auf der anderen Seite bisweilen auf  fragwürdige Art und Weise betrieben. Was ist geboten, was verboten?

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„Jesus ja – Kirche nein“

Die geistliche Realität und Existenz einer universalen Kirche, wird selbst von, der Kirche fernstehenden Christen (gleich welcher Konfession oder Denomination), grundsätzlich positiv wahrgenommen. Man versteht sich als Glied am Leib Christi. Anders sieht dies jedoch mit lokalen Ortsgemeinden, Leitungsstrukturen oder Ämtern aus. Immer öfter begegnet man Christen, welche die Institution „Kirche“ nicht nur in berechtigten Fehlentwicklungen … Weiterlesen