Tot oder lebendig…

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kindererziehung.jpgoder was die Bibel über Kindererziehung sagt.

Ein Thema das nur bedingt theoretisch, sondern schnell, sehr praktisch werden kann. Ein Thema zu dem jeder etwas sagen kann, entweder aus der Perspektive des Erzogenen, oder des Erziehenden. Unzählige Bücher, Seminare, Ratgeber und TV-Dokushows richten sich an verzweifelte Eltern. Ich möchte hier nur ein paar kurze Gedanken aus biblischer Sichtweise weitergeben

Dazu muß ich ein paar kurze Vorbemerkungen vorwegschicken.

  1. Was ich hier äußee, sind in erster Linie Gedanken die uns als Eltern dreier Kinder gekommen sind und uns persönlich betreffen. Ich habe weder mehr Erfahrung, noch weiß ich mehr oder mache es besser als irgendjemand anders.
  2. Grundlage für Kindererziehung kann nach meinem Verständnis nur das Wort Gottes, nicht Erfahrung, auch keine psychologischen Ratgeber sein, seien diese christlich oder nicht. Wir können uns sicher über unsere Erfahrungen austauschen und voneinander lernen, aber ausschlaggebend ist und kann nur das sein, was Gott, der Schöpfer von uns Menschen sagt.
  3. Meine Quellen sind daher ausschließlich die Bibel selbst, ein paar Predigten auf Grundlage der Bibel und ein Buch, welches wiederum nur der Bibel Autorität einräumt. Sehr viel habe ich von J. MacArthur übernommen, dessen Predigten bzw. Bücher (Kindererziehung)  ich grundsätzlich empfehle.
  4. Die drei nachfolgenden Aspekte sollen lediglich ein Einstieg sein.

Auf drei grundlegende, sicher grundlegend bekannte Wahrheiten, die man aber im Alltag schnell auch aus den Augen verlieren kann, möchte eingehen.

Kinder – ein Segen, eine Gabe Gottes

Nicht nur die Gesellschaft als solche oder Arbeitskollegen begreifen Kinder manchmal als Belastung, auch ganz persönlich, kommt – ich denke fast jeder –  manchmal u.U. an Punkte, an welchen Kinder bzw. Kindererziehung so empfunden.wird. Gottes Wort sagt uns in 1. Mose 4,1 ganz grundlegend, das Kinder von Gott kommen:

»Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht mit dem HERRN

Eva erkannte deutlich, dass der Gott der Urheber dieses Kindes war und betrachtete das Kind als eine Gabe aus der Hand dessen, gegen den sie gesündigt hatte. Weiter in Vers 25 heißt es:

»Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den hieß sie Seth; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Samen gesetzt für Abel, den Kain erwürgt hat.«

An anderen Stellen deutlich gesagt, das es Gott ist, der Frauen fruchtbar und unfruchtbar macht (Lea, Rahel 1Mo29,31-33; 30,1; 1Mo 20,18).

Wir kennen weitere Beispiele dafür (Abraham, Ismael), das die Bibel Kinder bzw. Nachkommenschaft als Segen betrachtet. In Ps 127,3 stellet Salomo fest

»Siehe, ein Erbe vom HERRN sind Söhne, eine Belohnung die Leibesfrucht«.

Fazit: Wir können also grundsätzlich, neben aller elterlicher Verbundenheit zu unseren Kindern festhalten, das diese von Gott nicht nur gewollt, sondern eine als Gabe, Erbe, Segen und Belohnung anvertraut sind. Die Frage ist: Erleben wir Kinder nun ausschließlich als „Segen“?

Kinder – Sünder von Anfang an

Ich möchte zwei Zitate, eines von einem sehr bekannten Bibellehrer und Autor der MacArthur Studienbibel und ein weiteres von einem Prediger namens Fred Colvin vorstellen:

FredColvin: Operation Kindererziehung: Meldungen von der Front [audio:http://www.apologet.de/wp-content/uploads/2008/10/operation_kindererziehung_meldungen_von_der_front_32-01.mp3]

J. MacArthur: „Jedes Kind kommt auf die Welt mit einem unersättlichen Vermögen, Böses zu tun. Schon vor der Geburt ist das menschliche Herz auf Sünde und Egoismus programmiert. Die rücksichtslose Neigung der Menschheit zu jeder Art Sittenlosigkeit ist so stark, dass jedes Baby das Zeug zum Monster hat, ließe man es einfach gewähren.“

Das sind  radikale Aussagen, oder? Haben wir Probleme mit dieser Feststellung?

Trotzdem Kinder ein Segen Gottes sind, ist dieser Segen offensichtlich nicht unbeschadet, erleben Eltern, das in Kindern oft ein Potential steckt, welches einen manchmal traurig, hilflos macht und sogar erschrecken kann. Oft hört man in den Medien, oder von Bekannten, welche Fehler Eltern wohl in der Erziehung gemacht haben müssen, wenn man beispielsweise jugendliche Straftäter betrachtet.

Und auch man selbst kennt vielleicht die Befürchtung, bei seinen Kindern könnten sich (viele kleine) Fehler aus unserer Erziehung multiplizieren, und das eigene Kind für immer ernsthaft schädigen und schuld sein an seinem schlechten Charakter oder Benehmen. Kindererziehung wird oft als schwierig, anstrengend und belastend, übersät mit Gefahren und Herausforderungen dargestellt und Eltern stellen sich manchmal die Frage, wie wir aus unseren Kindern, vernünftige, ehrliche Menschen machen, die nicht auf die schiefe Bahn kommen?

Eine solche Frage steht jedoch im Widerspruch zum Wort Gottes, welches klar und deutlich lehrt, das jeder Mensch nicht durch den Einfluß der Eltern, irgendwann, vielleicht mit sechs, oder mit acht Jahren, irgendwie beginnt zu „sündigen“, die Verantwortung auf andere abwälzen könnte, sondern das wir alle bereits als Sünder geboren werden.

Psalm 51,7 »Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.«

In dem Artikel „Freier Wille – versklavter Mensch“ haben ich letzte mal über den geistlichen Stand des Menschen als Sünder, das Wesen der Sünde gesprochen, daher wiederholen ich an dieser Stelle nicht alle Bibelstellen.

Aber bereits der Psalmist Salomo wußte, das er bereits zum Zeitpunkt seiner Geburt ein Sünder war. „Völlige Verdorbenheit“,“Erbsünde“ wird das genannt, da nicht ein einziger Aspekt in der Persönlichkeit, im Charakter, im Denken, in den Gefühlen oder im Willen des Menschen, eben auch der Kinder und Säuglinge existiert, der von der Verdorbenheit der Sünde frei und gegenüber den Verlockungen der Sünde immun wäre.

Sünde ist kein gelerntes Verhalten, sondern eine vererbte Veranlagung.

Unsere Kinder haben es von uns geerbt, wir haben es wiederum von unseren Eltern, die es von ihren Eltern haben und so geht es weiter, die ganze Linie zurück bis zu Adam.

1Mo 5,3 »Und Adam … zeugte einen Sohn ihm ähnlich, nach seinem Bild« .

Röm 5,12 »Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben«

Jeder Mensch wird mit einem gefallenen Charakter/Wesen geboren, noch bevor die erste bewußte Sünde begangen wird. Wir sündigen, weil wir Sünder sind. Wir sind keine unschuldigen Geschöpfe, die plötzlich zu Sündern werden, wenn sie erstmalig sündigen. Wir sind nicht so lange dem Guten zugeneigt, bis wir mit dem Bösen Bekanntschaft machen. Und unsere Kinder sind nicht so lange vollkommen, bis sie von uns Eltern verdorben werden, wie manche meinen. Kein Mensch wird moralisch neutral geboren.

Das empfinde ich erstmal als  unglaubliche Befreiung!

All das gilt auch für Kinder. Wenn sie sich selbst überlassen werden, dann werden sie dem Weg der Sünde folgen. Und wenn sie völlig sich selbst überlassen werden, dann gibt es nichts Böses mehr, wozu sie nicht fähig wären.

Psalm 58,4 sagt: »Abgewichen sind die Gottlosen von Mutterschoße an, es irren von Mutterleibe an die Lügenredner.«

Vor solchen Gedanken schreckt man jedoch, geprägt durch eine humanistische Sozialisation  zurück. Gerade Neugeborene sehen irgendwie unschuldig aus…

Aber weder wir als Kinder, noch unsere Kinder sind unschuldig, wenn sie auf die Welt kommen, höchstens in dem Sinne, dass Säuglinge naiv und unerfahren sind, keine Sünde getan haben. Das ganze Sündenpotenzial jeglicher Art ist in ihren Herzen bereits vorhanden, und zwar in Form eines Samens.Die Neigung zur Sünde treibt Herzen, Gedanken und ihren Willen. Auch Kinder haben  kein angeborenes Potenzial für wahre Heiligkeit oder gottgefällige Gerechtigkeit. Sie sind bereits total verdorben und warten nur darauf, dieser Verdorbenheit Ausdruck zu verleihen.

Obwohl jeder Mensch  eine gewisse Kenntnis des Guten in ihren Herzen hat (Röm 2,14) können und wollen wir vom Mutterleib an nicht das Gute tun, da wir  das Böse lieben (Jer 17,9; Joh 3,19).

Kinder – hinführen zur Erlösung

Was ist nun die Lösung für uns Eltern in der Erziehung?

Manieren? – Kommt es darauf an, Kindern Manieren beizubiegen, Disziplin einüben? Alles sicher Aspekte einer guten Kindererziehung. Aber Kindern Manieren beizubringen kann nicht die Lösung für das grundlegendere Problem der menschlichen Verdorbenheit sein, da es dabei nur um ein äußeres, erlerntes Verhalten geht. Bestrafung oder Züchtigung für falsches Tun löst das eigentliche Problem auch nicht endgültig.

Letztlich, so MacArthur: „können Eltern, die all ihre Energien in die Korrektur des äußeren Verhaltens stecken oder schlechtes Benehmen durch Androhung von Züchtigung abwehren, nicht viel mehr tun als Heuchler heranzuzüchten.“

Abschottung? Kein Fernsehen, kein Kontakt mit Ungläubigen. Isolierung führt eher zur Naivität.

Selbstwertgefühl? Selbstliebe und -achtung  fördern? In Wirklichkeit sind viele moderne Anstrengungen, das kindliche Selbstwertgefühl anzufachen, nur Öl ins Feuer. Ohnehin schon egoistische Kinder werden in ihrem Eigenwillen nur noch bestärkt. Uns Eltern wird eingeredet und suggeriert, daß wir  uns auf jeden Fall nach unseren Kindern zu richten hätten, denn das Kind hat ja ein Recht auf freie Selbstentfaltung und soll sich wohl fühlen.

MacArthur: „All das eskaliert zu einem unkontrollierten Verhalten und befriedigt die hässlichsten Gelüste menschlicher Verdorbenheit. Willst du auf Nummer Sicher gehen, dass dein Kind kriminell wird? Dann füttere sein Selbstwertgefühl und weigere dich, das Kind zu korrigieren, wenn es böse ist.“

Das einzige Heilmittel! Für die Verdorbenheit unseres Herzens, auch der von Kindern wie wir gesehen haben, gibt es nur ein Heilmittel:

Wiedergeburt – Erneuerung.

Erziehung stellt ein nun Gegengewicht zu der Verlorenheit des Menschen dar. Vielleicht kennt ihr diese merkwürdige Stelle und habt Euch schon immer darüber gewundert:

1Tim 2,13 »denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; 14 und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. 15 Sie wird aber durch das Kindergebären hindurch gerettet werden, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit mit Sittsamkeit.«

Das klingt ja fast danach, das Frauen nicht an Christus glauben müßten, um erlöst zu werden, sondern durchs Kinderkriegen… Das kann es schwerlich sein. MacArthur und auch MacDonald bieten hier eine mir sehr einleuchtende Deutung an, nach der die Frau durch die Erziehung ihrer Kinder bzw. wenn diese zum Glauben geführt werden, von den Folgen der Sünde „gerettet“ wird.

Erziehung ist in erster Linie keine Benimmschule sondern Priesterdienst! Daher ist unser wichtigster Job als Eltern der eines Evangelisten.

Wir Eltern müßen unsere Kinder biblisch, d.h. im Gesetz Gottes unterrichten, ihnen das Evangelium altersgerecht erklären, ihnen zeigen, wie nötig sie Erlösung haben und auf Jesus hinweisen,  hin als den Einzigen, der sie erretten kann. Wenn sie aufwachsen, ohne dass sie um die Notwendigkeit der Errettung wissen, dann haben wir als Eltern bei der wichtigsten Aufgabe versagt.

Was uns klar ist, aber trotzdem erwähnt werden muß ist, das Glaube und Wiedergeburt  nicht bewirkt werden kann. Bekehrungsaufrufe in der Kinderstunde, Kinder unter Druck setzen, Zwang oder Manipulation, treibt Kinder eher in ein falsches Bekenntnis hinein. Echter Glaube aber kann nur durch göttliche Gnade bewirkt werden. Die Wiedergeburt ist ein Werk des Heiligen Geistes.

Eltern sind wir dafür verantwortlich, Christus im eigenen Haus groß zu machen und Kinder auf Christus als den Retter hinzuweisen.

Röm 10,14 »Wie aber sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen Prediger« ?

Gläubige Eltern sind die ersten und wichtigsten Prediger, die Gott ihnen gegeben hat. Sie werden genau beobachten, wie wir leben, um zu sehen, ob ihr wirklich ernsthaft das glaubt, was ihr ihnen übermittelt. Sobald sie auch nur irgendetwas verstehen können, werden sie abwägen, was wir über den Glauben sagen und lehren.

Wir  haben eine größere Möglichkeiten als jeder andere, das Wissen unserer Kinder über Christus zu formen. Jeder Augenblick ihres Lebens ist eine Möglichkeit für Belehrung (5Mo 6,6-7), und die sollten wir bestmöglich für unsere Kinder nutzen.

5Mo6,6 »Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen   7 und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst, «


Und als der HERR sah, dass Lea zurückgesetzt war, da öffnete er ihren Mutterleib; Rahel aber war unfruchtbar. Und Lea wurde schwanger und gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ruben, denn sie sagte: Ja, der HERR hat mein Elend angesehen. Denn jetzt wird mein Mann mich lieben. Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn; und sie sagte: Ja, der HERR hat gehört, dass ich zurückgesetzt bin, so hat er mir auch den gegeben. Und sie gab ihm den Namen Simeon.

Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur dem Gesetz entsprechend handeln, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz.15 Sie beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, indem ihr Gewissen mit Zeugnis gibt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen –

Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus?

Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

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