Erwählung oder Bekehrung?

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 …oder wie war das noch mit dem „freien Willen“?

Nachdem ich mich das letzte Mal mit der Frage nach dem „freien“ bzw. „unfreien Willen“ beschäftigt habe, will ich heute über das Thema Prädestination nachdenken. Vorweg jedoch noch ein kleiner Rückblick und paar ergänzende Gedanken zum Thema „Wille des Menschen“.

I. Zustand und Wille des Menschen

Das Wesen der Sünde

  • Sünde ist universal
    Römer 3,23; 1.Johannes 1,8
  • Sünde hat Macht über den Menschen
    Römer 3,9-10
  • Sünde herrscht über den Menschen
    Römer 5,21; Römer 6,14
  • Sünde nimmt den Menschen gefangen
    Römer 7:20+23
  • Sünde wohnt in den Menschen
    Römer 7:17,20
  • Der Mensch ist Sklave der Sünde
    Johannes 8,34; Römer 6,17
Die Souveränität Gottes

  • Gott schenkt Erkenntnis der Wahrheit
    1Tim4, 3; 2Tim3, 7; 2Tim 2,25; Hebr 10,26
  • Gott wirkt das Wollen und Vollbringen
    Phil2, 12;1Tim4, 3; 2Tim3, 7; 2Tim 2,25
  • Gott zieht uns zu sich
    Joh5, 39; Joh 6,44; Röm3, 11
  • Gott wirkt die Buße
    2Kor7, 9
  • Gott schenkt den Glauben
    1Kor13,13; Röm 10,17; 1Kor 1,21
  • Gott allein gebührt der Ruhm für die Erlösung
    1Kor1, 28

Wenn wir nun noch etwas systematischer einen Blick in das  Johannesevangelium werfen würden, wären wir auch sehr unangenehm überrascht, über den Hass und die Feindschaft des Menschen gegen Gott.

Zitat Pfarrer Dr. theol. h.c. Siegfried Kettling:
„Der Mensch kann wesenhaft nur eine geschöpfliche, eine endliche, eine ihm verliehene Freiheit besitzen. Das bedeutet: Weil er ursprunghaft, wesenhaft zu Gott gehört, ist er frei nur in der Bindung an Gott (so wie ein Fisch nur innerhalb seines Lebenselementes Wasser frei sein kann). Wer diesem Menschen dagegen ein „absolutum velle„, eine völlig unbegrenzte Wahlfreiheit und autonome Selbstbestimmung zuschreiben wollte, der müsste dabei seine Geschöpflichkeit bestreiten.“

Und den Menschen damit selbst zu einer Art „Gott“ erklären.

Wenn das nun so sein sollte, was hat das für Konsequenzen, was sagt uns die Bibel dazu? Glücklicherweise sind wir nicht die ersten die sich mit dieser Frage beschäftigen, haben das unter anderen die Reformatoren und andere zuvor schon getan. Martin Luther gesteht dem Willens lediglich die Freiheit auf Dinge „unter dem Menschen“ (coram mundo) zu, und auch dort nur bedingt (Umstände, Bildung, Gesundheit etc.).

Vier unterschiedliche Verfasstheiten/Zustände des menschlichen Willens lassen sich aus der Schrift ableiten:

  1. Unschuld/Unversehrtheit (status integritatis)
  2. Verfallensein/völligen Verdorbenheit (status corruptionis)
  3. Gnade/Wiederherstellung (status gratiae)
  4. Verherrlichung (status gloriae)
  5. Verdammnis (status damnationis)
  1. Unschuld/Unversehrtheit (status integritatis)
    Der Mensch wurde ja nicht in seinem heutigen Zustand, als als Sünder, schon gar nicht zur Sünde (peccatum) – also im gefallenenem Zustand – geschaffen. Aber, so entnehmen wir das der Schöpfungserzählung, im Paradies offensichtlich mit einer verantwortlichen Entscheidungsfreiheit sowohl zum Guten wie zum Bösen  ausgestattet. Wenn man also überhaupt von einen „freien Willen“ sprechen konnte, dann hier. Aber auch das Vermögen zum Guten im Urzustand bestand nicht in einer aus dem Menschen selbst stammenden Gutheit, die erst durch den Fall verlorenging, sondern wurde grundsätzlich nur durch den Beistand Gottes (adiutorium Dei) ermöglicht. Adam und Eva lebten anfänglich ihrer Bestimmung gemäß in Gemeinschaft mit Gott und übten Herrschaft im Auftrag Gottes über die Schöpfung aus.
    In diesem Urzustand galt für den Menschen als Geschöpf das „Sündigen-Können“ – posse peccare.
  2. Verfallensein/völlige Verdorbenheit (status corruptionis) Mit dem Sündenfall hat der Mensch sich der Gemeinschaft mit Gott durch Ungehorsam und Rebellion, der Ursünde (peccatum originale) entzogen und seine Herrschaft verloren. Seine grundsätzliche Bestimmung zur Ebenbildlichkeit mit Gott wurde in Mitleidenschaft gezogen, verlor der Mensch den ursprünglichen Beistand Gottes und wurde seine Natur, d.h. sein Denken und Wollen und sogar seine Biologie verändert (corruptio humanae naturae). Seitdem ist er durch  seine gefallene, menschliche Natur (status coruptionis), einer vererbten und angeborenen Neigung zur Sünde, zu einem individuellen, sündigen Verhalten (peccatum actuale) gezwungen. Der Mensch hat sich seit Adam einer anderen Herrschaft, der des Satans unterstellt, ist Sklave der Sünde, kann nicht nur sündigen, sondern muss und will sündigen, er kann das Sündigen nicht lassen (non posse non = „müssen“). Als Sünde bzw. böse gilt auch das bedingt Gute im Gegensatz zum unbedingten Guten Gottes. Für alle Nachkommen Adam’s gilt seitdem das „Nicht-nicht-sündigen-Können“ – non posse non peccare.
  3. Gnade/Wiederherstellung (status gratiae/reparationis)Für den Menschen in Christus hat sich durch Jesu Kreuz und Auferstehung in der Wiedergeburt ein grundsätzlicher Wandel vollzogen. Am Kreuz auf Golgatha ist seine alte, adamitische, gefallene, sündige Natur mit Christus gestorben und in der Auferstehung des Sohnes Gottes mitauferstanden, sein Geist wiedergeboren zu einer Hoffnung auf die Herrlichkeit hin (status reparationis/gratiae). Zwar wirkt die Sünde mit ihrer Kraft noch in unserem Leib/Fleisch ist nicht vernichtet, aber sie ist am Kreuz bereits abschliessend verurteilt und verdammt. Sünde als Macht und Möglichkeit zur individuellen Handlung (peccatum actuale) existiert auch für Gläubige weiter, aber der Anspruch ihrer Herrschaft und die Zwangsläufigkeit ihrer Sklaverei sind im Herrschaftsbereich des Auferstandenen (sanfte Joch, Jochwechsel) aufgehoben. Unserer Stellung nach sind wir gerecht, wenn Gott uns ansieht, sieht Er Christus. Durch die Erlösung in Christus haben die Glaubenden bereits „die Freiheit und das Vermögen, nicht zu sündigen“ posse non peccare.
  4. Verherrlichung (status gloriae)Wenn auch die Freiheit, nicht mehr sündigen zu müssen, sondern in Freiheit vor Gott und in Gemeinschaft mit Christus leben zu können, selbst schon Erlösung bedeutet, so gelten doch – gerade auch für Glaubende – entscheidende Verheißungen und Hoffnungen bisher noch als unerfüllt. Der Abschluss der Erlösung durch Christus, die Erlösung der gesamten Schöpfung Gottes (status gloriae) steht jedoch noch aus (Röm 8,18-39; 1 Kor 15,20-28). Denn wenn Christus seine Herrschaft endgültig gegen die Sünde und den Tod als die letzten Feinde Gottes durchsetzen wird, dann wird es alles das nicht mehr geben, was durch die Sünde der Menschen an Schuld und Schaden in die Schöpfung Gottes gekommen ist. Dann werden wir Gott sehen, wie er ist, und in Anbetracht seiner Liebe und Herrlichkeit nie mehr sündigen wollen; dann sollen wir dem Wesen des Gottessohnes angeglichen werden und nicht mehr verführbar sein; dann werden wir uneingeschränkt mit Gott zusammenleben und deshalb „nicht mehr sündigen können“. An diesem Tag, wenn Christus erscheint, gilt endlich das erlösende non posse peccare.

Dr. Martin Luther bringt es mit seinem deutlichen und berühmten Bild vom Menschen als Reittier Gottes oder des Teufels auf den Punkt.

II. Reformierte – Arminianer

Wenn man dieses Thema behandelt, treten schnell unüberbrückbar erscheinende Gegensätze auf und die jeweiligen Vertreter werfen sich vieles vor und sprechen manches ab…

Das muß und sollte so nicht sein.

Prädestination bedeutet nicht

  • Fatalismus -> Schicksal ohne Verantwortung
  • Determinismus -> Zufall, alles nur fristlose Materie

Die Lehre der Prädestination/Erwählung/Vorherbestimmung behandelt nun die Frage, wie der Mensch aus seinem gefallenen Zustand (status corruptionis) erlöst werden kann und besagt, daß die Errettung nicht an Eigenschaften oder Taten der Erlösten, sondern an der Gnade des Retters liegt. Sie sagt, daß alles Heil von Gott und Seinem Willen und nicht vom Menschen und dessen Willen abhängt. Sie lehrt, daß das Werk der Errettung ganz Gottes Werk ist, nicht teilweise das Werk Gottes und teilweise das Werk des Menschen. Und genau hier geht ein Riß durch das durch das evangelikale Lager…

  • Erwählung des Menschen durch Gott – Prädestination – reformiert
    Prädestination (praedestinatio, Vorherbestimmung ): die Lehre von der souveränen Erwählung des Menschen durch den persönlichen, unerforschlichen Ratschluss, dem freien Willen Gottes mit personalem Charakter über das ewige Heil oder die ewige Verdammnis des Menschen.
  • Erwählung Gottes durch den Menschen – Bekehrung/Entscheidung – arminianisch
    Erwählung hängt von der persönlichen Bekehrung zu Jesus Christus ab. Gott lässt zu, dass die, welche nicht glauben wollen, seiner vorauseilenden Gnade und Seinem widerstehen. Die Erlösung kann auch wieder verloren werden, da sie vom fortgesetzten Glauben an Jesus Christus, also dem Menschen abhängt.
  • Zusammenwirken von Erwählung und VerantwortungConcursus
    Der Mensch kann seine eigene Erwählung (oder Nichterwählung) nicht zum voraus erkennen. Niemand kann sagen: „Ich kann mich nicht für Gott entscheiden, weil ich sowieso nicht erwählt bin.“ Die eigene Erwählung können wir erst nach der Bekehrung erkennen. Hier existieren nun zwei verschiedene Perspektiven.Errettet wird, wer erwählt ist [göttliche Perspektive]: und sich für Jesus entscheidet [menschliche Perspektive]
    Phil 2,12-13 Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! (Verantwortung des Menschen) Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu [seinem] Wohlgefallen (Erwählung durch Gott).Erwählung ist immer erst im Rückblick erkennbar. Ich kann also auch nicht im voraus einen Menschen beurteilen, ob er erwählt ist oder nicht. Aber ich kann davon ausgehen, dass wenn ein Mensch das Evangelium annimmt und zum Glauben an Jesus Christus kommt, er erwählt ist.

Graf Zinzendorf: „Ein unerretteter Mensch steht vor der engen Pforte zum Weg des Lebens, über dem die Worte stehen: „Sie sind herzlich eingeladen, treten Sie ein“. Ist er hindurchgegangen und dreht sich noch einmal um, dann steht diesmal auf einer Tafel: „Vor Grundlegung der Welt erwählt.“ Wie soll ein Mensch das verstehen?“

III. Was lehrt die Bibel?

Gottes ewigen Vorsatz des Heils

Eph3,11  Genauso hatte Gott es sich vor aller Zeit vorgenommen, und dieses Vorhaben hat er nun durch Jesus Christus, unseren Herrn, in die Tat umgesetzt.

2Tim 1,9  Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken,

Gott verhieß das ewige Leben vor aller Zeit

Tit 1,1 Paulus, Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi, gemäß dem Glauben der Auserwählten Gottes und der Erkenntnis der Wahrheit, die der Gottesfurcht entspricht,

2 aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens, das Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat

Gott wirkt bei aller Errettung nach dem Rat Seines Willens, um Seinen ewigen Vorsatz zu erfüllen

Eph 1,11 Außerdem hat Gott uns – seinem Plan entsprechend – durch Christus zu seinen Erben gemacht. Er, der alles nach seinem Willen und in Übereinstimmung mit seinem Plan ausführt, hatte uns von Anfang dazu bestimmt

Christus war als Lamm ausersehen vor Grundlegung der Welt

1Pet 1,20 Er war zuvor ersehen vor Grundlegung der Welt, aber wurde offenbar gemacht in den letzten Zeiten um euretwillen,

Christus führte das verordnete Heil aus nach Gottes Bestimmung und nach Gottes Vorsatz

Lk 22,22  Der Menschensohn geht zwar den Weg, der ihm bestimmt ist; aber wehe dem Menschen, der ihn verraten wird!«

Apg 2,23 Was dann geschah, wusste Gott schon lange im Voraus; er selbst hatte es so geplant: Jesus wurde ´verraten und an euch‘ ausgeliefert, und ihr habt ihn durch Menschen, die nichts vom Gesetz Gottes wissen, ans Kreuz schlagen und töten lassen.

Apg 4,24 Die Reaktion der Versammelten auf das, was sie hörten, war, dass sich alle gemeinsam und einmütig an Gott wandten. Mit lauter Stimme beteten sie: »Du großer Herrscher! Du bist es, der den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen hat, ´das ganze Universum‘ mit allem, was darin ist. 25 Du bist es auch, der durch unseren Vater David, deinen Diener, geredet hat, als dieser, vom Heiligen Geist geleitet, sagte:›Was soll das Aufbegehren der Nationen?Was bringt es den Völkern, nutzlose Pläne zu schmieden? 26 Die Könige dieser Welt haben sich zum Angriff bereitgemacht,und die Machthaber haben sich miteinander verbündet zum Kampf gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.‹ 27 Und so ist es tatsächlich gekommen: Hier in dieser Stadt haben sich Herodes und Pontius Pilatus zusammen mit den heidnischen Nationen und den Stämmen Israels gegen deinen heiligen Diener Jesus verbündet, den du gesalbt hast. 28 Doch indem sie so vorgingen, ist genau das eingetreten, was du in deiner Macht vorherbestimmt hattest und was nach deinem Plan geschehen sollte.

Gott erwählte die Erlösten in Christus

Eph 1,4 Denn in Christus hat er uns schon vor der Erschaffung der Welt erwählt mit dem Ziel, dass wir ein geheiligtes und untadeliges Leben führen, ein Leben in seiner Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe.

Gott erwählte die Erlösten vor Grundlegung der Welt

Eph 1,4 Denn in Christus hat er uns schon vor der Erschaffung der Welt erwählt mit dem Ziel, dass wir ein geheiligtes und untadeliges Leben führen, ein Leben in seiner Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe.

Gott erwählte sie von Anfang an zum Heil

2Thes 2,13 Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, daß Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit,

Gott erwählte sie nach Seiner Vorkenntnis

Röm 8,29 Schon vor aller Zeit hat Gott die Entscheidung getroffen, dass sie ihm gehören sollen. Darum hat er auch von Anfang an vorgesehen, dass ihr ganzes Wesen so umgestaltet wird, dass sie seinem Sohn gleich sind. Er ist das Bild, dem sie ähnlich werden sollen, denn er soll der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein.

1Pet 1,2 die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!

Gott bestimmte zuvor, dass die Erwählten Seinem Sohn gleichgestaltet werden sollten

Rö 8,29 Schon vor aller Zeit hat Gott die Entscheidung getroffen, dass sie ihm gehören sollen. Darum hat er auch von Anfang an vorgesehen, dass ihr ganzes Wesen so umgestaltet wird, dass sie seinem Sohn gleich sind. Er ist das Bild, dem sie ähnlich werden sollen, denn er soll der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein.

Gott gab die Seelen, die erlöst werden sollten, Seinem Sohn

Joh 6,37 37  Alle, die der Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausweisen.

10,29 29  Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles; niemand kann sie aus der Hand des Vaters reißen.

17,6.9.24

6  »Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, du hast sie mir gegeben, und sie haben sich nach deinem Wort gerichtet.

9  Für sie bete ich. Ich bete nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein Eigentum.

24  Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, dort sind, wo ich bin. Sie sollen bei mir sein, damit sie meine Herrlichkeit sehen – die Herrlichkeit, die du mir gabst, weil du mich schon vor der Erschaffung der Welt geliebt hast.

Gott berief sie nach Seinem Vorsatz

Rö 8,28 Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen.

9,11-12  aber Gott ist es, der beruft. Noch bevor sie daher geboren waren und irgendetwas Gutes oder Böses getan hatten, sagte er zu Rebekka: »Der Ältere wird sich dem Jüngeren unterordnen müssen.« Damit bekräftigte Gott die bleibende Gültigkeit seines Plans, nach dem seine Wahl nicht von menschlichen Leistungen abhängig ist, sondern einzig und allein von seiner eigenen freien Entscheidung.

2Tim 1,9 Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken,

Gott berief sie nicht auf Grund von Werken

2Tim 1,9 Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken,

Gott erwählte sie, damit sie an Ihn glauben und Ihm gehorchen und heilig und tadellos sein sollten vor Ihm

Eph 1,4 Denn in Christus hat er uns schon vor der Erschaffung der Welt erwählt mit dem Ziel, dass wir ein geheiligtes und untadeliges Leben führen, ein Leben in seiner Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe.

Jak 2,5 Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, daß sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?

1Pet 1,2 die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!

IV. Welche Konsequenzen ergeben sich?

  • Trost: Gott hat in allen Umständen des Lebens eines Plan für mich, Gott allein garantiert meine Erlösung, nichts kann mich aus seiner Hand reissen
  • Anbetung: Der Grund für unser Heil liegt nicht primär bei uns, sondern bei Gott. Dafür soll er angebetet und gelobt werden.
  • Demut: die Tatsache der Erwählung durch Gott allein, hilft mir, auf meinen Glauben nicht stolz zu werden und Errettung wirklich als Gnade und unverdientes Geschenk zu begreifen.
  • Ermutigung zur Evangelisation: Es gibt noch Menschen, die Gott erwählt hat und die das Evangelium hören müssen, In der Praxis bedeutet dies, daß jeder Mensch ein „potentiell Erwählter“ ist und deshalb das Anrecht darauf hat, das Evangelium zu hören und zum Glauben eingeladen zu werden.vgl. 2Tim 2,10 Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Errettung, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit erlangen. Apg 18,9-10 Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! (10) Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Böses zu tun; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.

V. Exkurs: „doppelte Prädestination“

Verdammnis ist keine aktive Bestimmung Gottes über den Menschen, sondern Folge seiner eigenen Sünde. Jeder Mensch hat dieses Urteil verdient, dazu braucht es keine „Vorherbestimmung“.

Jud 1,4 Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschli chen, die längst zu diesem Gericht vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren HERRN Jesus Christus verleugnen.

1Petr 2,8 und: ‚ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.´ Da sie nicht gehorsam sind, stoßen sie sich an dem Wort, wozu sie auch gesetzt worden sind.

Ich lasse hier mal Das Niederländische Bekenntnis von 1561 zu Wort kommen:

Artikel 16
„Wir glauben, dass Gott, nachdem die ganze Nachkommenschaft Adams so durch die Schuld des ersten Menschen in Verderben und Untergang gestürzt war, sich so gezeigt und bewährt habe, wie er wahrhaft ist, nämlich barmherzig und gerecht. Barmherzig nämlich, indem er von der Verdammnis und dem Untergange diejenigen befreite und erlöste, welche er in seinem ewigen und unveränderlichen Ratschlusse aus reiner und unverdienter Güte durch Jesum Christum, unsern Herrn, erwählte, ohne irgendeine Rücksicht auf gute Werke derselben. Gerecht aber, indem er andere in ihrem Falle und ihrer Verderbnis ließ, wohinein sie sich selbst gestürzt haben.“

Ich denke diesbezüglich da u.a. an 2.Korinther 2,15ff:

15 Denn wir sind ein Wohlgeruch Christi für Gott unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren gehen; 16 den einen ein Geruch vom Tod zum Tode, den anderen aber ein Geruch vom Leben zum Leben. Und wer ist dazu tüchtig?17 Denn wir treiben keinen Handel mit dem Wort Gottes wie die meisten, sondern wie aus Lauterkeit und wie aus Gott reden wir vor Gott in Christus.

Der Mensch verdammt sich dem Wort Gottes folgend letztlich selbst:

Apg13, 46 Paulus und Barnabas aber sprachen frei und offen: Euch musste das Wort Gottes zuerst gesagt werden; da ihr es aber von euch stoßt und haltet euch selbst nicht für würdig des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.

Dazu beläßt sie Gott aktiv in ihrem Unglauben:

Mk4, 10 Und als er allein war, fragten ihn, die um ihn waren, samt den Zwölfen, nach den Gleichnissen. 11 Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben; denen aber draußen widerfährt es alles in Gleichnissen,12 damit sie es mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen, und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.

Dies wird in den Gemeinden heute nicht mehr gelehrt, weil diese Lehre nicht ertragen wird.

sdg
apologet

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Ein Kommentar

  1. Mich beschäftigt seit einiger Zeit folgende Frage:

    Ist der Schlaf und der Traum ist eine Art Prädestination verbunden mit der Schöpfung?

    »Bisher besteht bei den Wissenschaftlern Uneinigkeit über den Sinn des Schlafes. Im Zuge meiner fünfjährigen Forschungen (1987-1992) bin ich auch diesem Genre nachgegangen und habe bei meinen Überlegungen religiöse Aspekte mit eingebunden. Hierbei kamen erstaunliche Ergebnisse zutage, die erstmals dem Schlaf einen Sinn und einen lebenswichtigen Zweck geben«.  

    Der Schlaf muss eine Art Prädestination verbunden mit der Schöpfung für unser gesamtes irdisches Leben sein.

    Entsprechend der Darwin’sche Evolutionstheorie haben sich die Arten und die Gene im laufe der Evolutionsgeschichte an den Lebensraum angepasst, jedoch blieb dabei der Schlaf unverändert. Er war und ist somit unveränderlicher Bestandteil der Prädestination und dient vermutlich Gott mit uns zu kommunizieren und uns zu leiten.

    Damit könnte auch die Reinkarnation eine ganz neue Bedeutung haben. Denn diese Lehre handelt davon, daß die Seele früher in anderen Körpern gewohnt hat und daß sie in anderen Umgebungen gelebt hat. Haben wir derartige Erinnerungen von unserer Seele die uns mit ihrer „Programmiersprache Traum “ im Schlaf davon berichtet ? Siehe hierzu auch „Mystisches“ und „Erinnerung oder Täuschung“. weiter……..>
    Prof. Dr. h.c. Klaus-Peter Kolbatz

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