„…lieben wie Dich selbst“

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ERF-Newsletter…gerade gelesen:
Ich habe mich selbst geheiratet als ich bereitet war, mein eigenes Leben anzunehmen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ich glaube, wenn ein Mensch sich selbst gegenüber loyal ist, hat er Anderen viel mehr zu geben. “ (Jennifer Hoes)
Kuriose Geschichte. Aber gar nicht so weit entfernt von unserem christlichen Gedankengut, finde ich.“ (Ilona Mahel)

Ist das so? Ist „Selbstliebe“ tatsächlich Voraussetzung bzw. Geheimnis der Nächstenliebe

Ich meine vielmehr, daß „Selbstliebe“ noch nie ein Problem für den Menschen gewesen ist, sondern, daß es an der Gottes- und Nächstenliebe von Anfang bis Ende scheitert.

Christus setzt mit der Formulierung »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« „Nächstenliebe“ in einen begreifbaren Rahmen. Im Brief an die Epheser führt Paulus etwas weiter aus was mit „Selbstliebe“ gemeint ist:

Eph5, 28 So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde.

Niemand ist in der Lage Gott oder Menschen in der Weise zu lieben, wie es Christus in Matthäus 22, 37- 40 als Erfüllung des gesamten Gesetzes ausführt. Es ist ein kompletter Trugschluß zu glauben, dies könnte man aus sich heraus leisten, müsse sich nur „selbst annehmen„, „ja zu sich sagen“ oder „im Einklang mit sich sein“ bzw. „sich lieben„.

Und genau das Gegenteil fordert Jesus, wenn Er sagt, wir sollen „sterben“ unser „Kreuz“ auf sich nehmen.

Ich meine, das hier Psychologie und humanistische Erklärungsversuche mit der Auslegung des Wortes Gottes verwechselt wird.

Das Wort Gottes geht erstens ursächlich von der Liebe Gottes zu uns, als Voraussetzung für die menschliche Fähigkeit zu wahrhafter Liebe an sich aus.

1Joh 4,19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.

Wenn wir uns zweitens zu der Erklärung von Paulus darüber, was mit dem „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ gemeint ist (Eph5,28), ansehen in welchem Kontext das Schriftzitat Jesu in den Bibelstellen in denen dies zu finden ist, finden wir folgendes:

Mt 5,43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen.

Mt 19,19 ehre Vater und Mutter« (2.Mose 20,12-16); und: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18).

Mt 22,39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18).

Mk 12,31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.

Jesus nimmt Bezug auf 3Mo19,11ff:

Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch betrügerisch handeln einer mit dem andern. Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und den Namen eures Gottes nicht entheiligen; ich bin der HERR. Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken noch berauben. Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis zum Morgen. Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst vor den Blinden kein Hindernis legen, denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten; ich bin der HERR. Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen, sondern du sollst deinen Nächsten recht richten. Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk. Du sollst auch nicht auftreten gegen deines Nächsten Leben; ich bin der HERR. Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.

So wie wir nicht bestohlen werden wollen, nicht belogen, von anderen nichts böses angetan bekommen wollen, sollen wir uns anderen gegenüber verhalten. Der Begriff „Liebe“ hat nach eine Bedeutungsbandbreite. Wenn die Schrift von „Liebe“ spricht, ist nicht grundsätzlich „Liebe“ wie die Liebe zu seiner Frau, Familie oder Geschwister oder Freunde gemeint. Es meint vielmehr, das wenn wir beispielsweise mitbekommen, daß ein Nächster, und sei es ein Feind einen Nachteil oder Schaden erleidet, wir ihn darauf aufmerksam machen sollen, so dass er den Nachteil nicht erleidet. Wenn also ein unbequemer Kollege/Chef/Nachbar beisplw. Geld verliert und wir das mitbekommen, wir ihm das Geld aufheben und geben. Unzählige Beispiele denkbar…

Nie etwas tun, was unseren Feinden schadet, keine Rache üben. Aber wir sind keinesfalls gefordert jeden Menschen insbesondere Feinde inniglich zu lieben. Feindesliebe bedeutet, das wir ihn dennoch respektieren, weil er ein Geschöpf Gottes ist. 

So ist m.E. das  „lieben wie dich selbst“ gemeint, keine narzisstische Selbstliebe.

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