„Lust“

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Die-neuen-7-TodsundenAuf dem Blog von Peter Aschoff (Peregrinatio) wird aktuell das Thema „Lust“ thematisiert. Peter Aschoff plädiert als evangelischer Theologe für einen unverkrampften Umgang mit diesem menschlichen Phänomen. Paulus sagt im Galaterbrief

»Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.« (Galater 5,16-17)

Peter Aschoff zitiert lieber Franz Jaliczs :

»Diese innere Neigung, die wir Lust oder Freude nennen, fasst die lebenswichtigen Faktoren zusammen und zeigt die Summe der inneren Bestrebungen; deshalb können wir sie als den Ausdruck des Willens Gottes erkennen, falls sie auch die erhabeneren Wünsche einschließt und nicht nur niedrigere Empfindungen, wie die Bequemlichkeit und die Faulheit. Letzten Endes ist diese Veranlagung, die wir Lust nennen, der Ausdruck aller unserer Neigungen und Überlegungen. Ihr gehört das letzte Wort vor einem verantwortlichen Entschluss. Es ist sehr vorteilhaft, nach ihr zu fragen und ihr Bedeutsamkeit beizumessen, damit sie offenbar wird. Wozu wir Lust haben, gibt unserem Entschluss Sicherheit und verstärkt das Gefühl der Freiheit.« (Franz Jaliczs)

Ist es wirklich eine „Leier„, daß der Mensch total sündhaft, oder wie Luther in seinem Brief an Erasmus „de servo arbitrio“ sagt „völlig verderbt“ ist, oder entspricht es nicht vielmehr dem biblischen Menschenbild. Peter Aschoff bezeichnet dies als ein „jämmerliches Menschenbild„. Und ich gebe ihm da uneingeschränkt recht!

In der Institutio schreibt Calvin u.a. folgendes dazu:

»Denn unsere Natur ist nicht etwa bloß des Guten arm und leer, sondern sie ist fruchtbar und ertragreich im Bösen, so daß sie nie müßig sein kann! Einige haben gesagt, die Erbsünde sei die ›Begehrlichkeit‹ (concupiscentia). Das ist an sich kein sachfremdes Wort; nur muß man – was aber von den meisten nicht im mindesten zugegeben wird – noch hinzufügen, es sei eben der ganze Mensch (quicquid in homine est), Verstand und Wille, Seele und Fleisch, von dieser Begehrlichkeit befleckt und erfüllt oder kurzum, der ganze Mensch sei von sich aus nichts anderes als Begehrlichkeit.« (Institutio, Band I, Buch II, Kap. 1, Abs. 8)

Hier wird die Natur der menschlichen “Lust” bzw. “Begierde” trefflich charakterisiert. Diese ist in der Tat „die Summe der inneren Bestrebungen“  des Menschen… jedoch in dessen umfänglicher Gottesfeindschaft. Es ist gerade Jesus, der den Menschen in dessen totalen Verloren- und Verdorbenheit eindeutig und radikal beschreibt:

»5,38: Der natürliche Mensch hat Gottes Wort nicht in sich.
5,40: Der natürliche Mensch will nicht zum Sohn Gottes kommen. 5,42: Der natürliche Mensch hat keine Liebe zu Gott in sich.
5,43: Der natürliche Mensch nimmt Christus nicht auf.
5,44: Der natürliche Mensch sucht nur seine eigene, nie Gottes Ehre.
6,36: Der natürliche Mensch glaubt nicht, auch wenn er Christus gesehen hat.
6,44: Der natürliche Mensch kann nicht zum Sohn Gottes kommen.
6,63: Die Natur des natürlichen Menschen nützt nichts.
6,65: Der natürliche Mensch kann nicht zum Sohn Gottes kommen.
7,7: Der natürliche Mensch hasst den Sohn Gottes.
8,19: Der natürliche Mensch kennt weder den Sohn noch den Vater 8,21: Der natürliche Mensch kann nicht dahin gelangen, wo Christus ist.
8,23: Der natürliche Mensch ist von unten.
8,37: Der natürliche Mensch sucht Christus zu töten.
8,41: Der natürliche Mensch tut die Werke seines Vaters, des Teufels.
8,43-47: Der natürliche Mensch ist aus dem Vater, dem Teufel, und hat die gleichen Begierden wie er.
8,55: Der natürliche Mensch ist ein Lügner.
12,39: Der natürliche Mensch kann nicht glauben.
«
Aus dem Artikel von Benedikt Peters: Das Evangelium des Römerbriefes…

    
        
        
         

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