Warum John MacArthur die Manhattan-Erklärung nicht unterzeichnet

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„Die Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, die Heiligkeit der Familie und die Freiheit des Denkens und der Religion.“ Diese drei Aspekte werden in der sogenannten Manhattan Declaration (Manhattan-Erklärung) thematisiert, die von den Vertretern der evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirche in New York  am 28. September verabschiedet wurde.Der Initiator – Chuck Colson – ein Christ evangelikaler Prägung gründete 1976 ein Werk, das Gefängnisinsassen ein Bibelstudium ermöglicht. Von 1969 bis 1973 war Colson Berater von Präsident Richard Nixon. 1993 wurde ihm der Templeton-Preis überreicht, die höchst dotierte Auszeichnung, die einzelne Personen zugesprochen wird. Er wird für Verdienste an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Religion vergeben. Er ist zudem Gründer des „Chuck Colson Center„, das sich für die Verbreitung einer christlichen Weltsicht einsetzt.

Dr. John MacArthur erklärt hier, warum er nicht unterzeichnen wird:

Here are the main reasons I am not signing the Manhattan Declaration, even though a few men whom I love and respect have already affixed their names to it: Although I obviously agree with the document’s opposition to same-sex marriage, abortion, and other key moral problems threatening our culture, the document falls far short of identifying the one true and ultimate remedy for all of humanity’s moral ills: the gospel. The gospel is barely mentioned in the Declaration. At one point the statement rightly acknowledges, “It is our duty to proclaim the Gospel of our Lord and Savior Jesus Christ in its fullness, both in season and out of season”—and then adds an encouraging wish: “May God help us not to fail in that duty.” Yet the gospel itself is nowhere presented (much less explained) in the document or any of the accompanying literature. Indeed, that would be a practical impossibility because of the contradictory views held by the broad range of signatories regarding what the gospel teaches and what it means to be a Christian. weiterlesen…

Quelle: Pro-Medienmagazin

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8 Kommentare

  1. Ich schätze auch… es wird wohl immer diese Unverbesserlichen geben müssen, die das sprichwörtliche „Haar in der Suppe“ suchen. 😀
    Liebe Grüße, Andreas

  2. Ja, finde ich auch schade. Die Unterzeichner stehen sicher nicht im Verdacht, das „social Gospel“ zu vertreten (oder sagen wir, fast alle). Nicht jede Deklaration kann eine umfassende systematische Theologie mit aufnehmen.
    Die Erinnerung an die Zentralitaet des Evangeliums kann natuerlich nie schaden. Trotzdem, bei so einer absolut brenzligen Lage der Christen und einer so hochnotwendigen „Gegenerklearung“ hoffe ich nicht, dass sich der Negativkommentar von MacArthur schaedlich auf die „Mobilisierung von Christlichem Widerstand“ gegen Tyrannei auswirkt.

  3. … ergaenzend: Ich glaube, im Kern beruht die Ablehnung MacArthurs auf seiner scharfen Ablehnung des Katholizismus. Darueber hat er ja auch publiziert. (Nach dem Motto: „Wenn Katholiken mit unterzeichnen, dann kann es ja nicht gut sein“).

    Ich meine, man sollte realisieren, dass – auch wenn man sehr legitime Zweifel an manchen Punkten der katholischen Lehre hegt – der „Feind“ heutzutage aussen steht, etwa der Saekulare Fundamentalismus, der die Freiheit der Christen insgesamt bedroht. (Mit „Feind“ meine ich hierbei nicht die Menschen, sondern die Ideologien).

    Man kann doch zusammen mit Katholiken gegen die Tyrannei kaempfen (etwa gegen die Unterdrueckung der Meinungsfreiheit und die Verletzung des Rechtsstaatsprinzips durch das Antidiskriminierungsgesetz), und gleichzeitig (bei anderer Gelegenheit bei internen Gespraechen) dann die Katholische Kirche hart kritisieren wegen mancher (von uns Protestanten so empfundenen) Fehllehren.

    Es geht darum, zu erkennen: was ist heute der Haupt-Schauplatz (z.B. die Bedrohung des Westens durch saekularen Fundamentalismus oder Islamismus), und was ist heute der Neben-Schauplatz (Unterschiede in der Lehre mit Katholizismus).

    Vor 500 Jahren war das anders. Bei der Reformation ging es ganz zentral um die Frage: wer hat Recht, Luther/Calvin/Augustin oder die Roemisch-Katholische Kirche ? Das war damals auch zentral auf Gottes Herzen.

    Heute ist die Situation gewandelt. Heute ist die Frage nach Katholizismus oder Protestantismus immer noch sehr wichtig. Heute gibt es aber weit brennendere „Probleme“.

    Vielleicht braucht man dazu die „richtige Theologie“ (den richtigen Denkrahmen), um die veraenderte Lage zu erkennen? (Ob und inwieweit MacArthur aber theologische Defizite hat, weiss ich nicht…)

    Die Frage ist, ob man mit Leuten, die andere Auffassungen haben, in Teilgebieten eine Koalition eingehen kann?
    Beispiel: Darf man als Christ zusammen mit Feministinnen gegen die Verbreitung von Pornographie kaempfen?
    Darf man als PBC (Partei Bibeltreuer Christen) in Teilgebieten (etwa beim Einsatz fuer mehr Foederalismus und Gewaltenteilung) mit der FDP zusammenarbeiten, auch wenn die FDP die gleichgeschlechtliche Ehe befuerwortet?
    Ich denke: Ja. Sonst waere man gar nicht mehr buendnisfaehig. Es gibt seeeehr wenige Menschen, mit denen man in allen Punkten Einigkeit erreichen kann.

    Man kann doch Buendnisse eingehen, ohne alle Positionen der anderen zu uebernehmen.

    In diesem Sinne: schade, dass MacArthur hier – meines Erachtens – die Prioritaeten falsch setzt.

  4. Lieber Roderich,
    worum ging es vor 500 Jahren, was würde Martin Luther heute an die Wittenberger Kirche anschlagen? War die ethische Situation so verschieden zu heute bzw. steht diese im geistlichen Fokus?
    sdg
    apologet

  5. Ehrlich gesagt: interessieren tolle theologische Erklärungen wie diese die Welt noch? Gott redet immer noch zu unserem „christlichen Abendland“ durch das Gewissen…
    Ich denke auch wie MacArthur (und Michael Horton übrigens), dass viele Unterzeichner dieser Erklärung Evangelium und Gesetz durcheinander bringen. Eine Verzerrung des Evangeliums ist ein größeres Übel als das, was man hier bekämpfen will.

    1. Hallo Jean-Louis,
      ich denke doch… diese Welt interessiert sich wenn überhaupt dann für genau solche Erklärungen und ist froh darin kein Evangelium zu entdecken.
      sdg
      Andreas

  6. MacArthur macht genau das Richtige. Die Erklärung erwähnt das Evangelium ohne es genauer zu erklären und tut so, als wenn alle Unterzeichner das Evangelium kennen würden, was einfach nicht der Fall ist. Das einzige, was die Unterzeichner vereint ist die Dreieinigkeitslehre, die allein niemanden rettet. Wenn es in der Erklärung nur um gesellschaftliche Probleme gehen würde, wo auch beispielsweise viele Mormonen unterzeichnen würden, dann wäre es kein Problem als Christ zu unterzeichnen, so lange man nicht so tut, als wenn ja alle Christen wären. Das Heilmittel für unseren gesellschaftlichen Zerfall ist und bleibt das Evangelium und wenn man das in eine öffentliche Erklärung einbaut, dann sollten da auch wirklich nur Christen unterschreiben und nicht katholische Geistliche, die Werksgerechtigkeit lehren und das als Evangelium verkaufen. Unter solchen Bedingungen kann ich nicht verstehen, wie man da unterschreiben kann.
    Mehr gutes Material zum Thema gibt es hier:
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