Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe

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Bereits in den ersten Jahren der Reformation begann eine interne Auseinandersetzung über das Taufverständnis. Die Tauffrage scheint demnach keine Nebensächlichkeit zu sein. Denn wenn Paulus den Ephesern von der Berufung zu „einem“ Herrn, „einem“ Glaube und „einer“ Taufe schreibt (Eph4,4u.5), scheint das rechte Verständnis diesbezüglich sogar von grundlegender Bedeutung zu sein. Schaut man jedoch heute in die Gemeinden und Kirchen, meint man nicht eine Taufe, sondern eine Vielzahl von Taufen zu erblicken. Neben offensichtlich unbiblischen Lehren wie der rönisch-katholischen Taufwiedergeburt, existieren auch im Protestantismus unterschiedliche Lehren. Entweder die Glaubenstaufe, oder die Kindertaufe und manchmal beides nebeneinander.

Taufe ein Bundeszeichen
Paulus lehrt die Taufe grundlegend als neutestamentliches Zeichen bzw. Sakrament einer äußeren Zugehörigkeit zum Volk Gottes in Kontinuität zur alttestamentlichen Beschneidung.

Verbunden mit ihm, seid ihr auch beschnitten worden. Allerdings handelte es sich dabei nicht um einen äußerlichen Eingriff an eurem Körper, sondern um das Ablegen der von der Sünde beherrschten menschlichen Natur. Das ist die Beschneidung, die unter Christus geschieht. Ihr wurdet zusammen mit ihm begraben, als ihr getauft wurdet, und weil ihr mit ihm verbunden seid, seid ihr dann auch zusammen mit ihm auferweckt worden. Denn ihr habt auf die Macht Gottes vertraut, der Christus von den Toten auferweckt hat. Kol2,11-12

Denn wir alle – ob Juden oder Nichtjuden, Sklaven oder Freie – sind mit demselben Geist getauft worden und haben von derselben Quelle, dem Geist Gottes, zu trinken bekommen, und dadurch sind wir alle zu einem Leib geworden. 1Kor 12,13

Augustinus definiert Sakrament wie folgt:

Tritt zum Wort das Element wird daraus ein Sakrament (Accedit verbum ad elementum, et fit sacramentum)

Taufe als Verheißung
Nirgendwo wird die Verheissung der Rechtfertigung, das „schon jetzt“ und „noch nicht“ deutlicher als in dem Sakrament der Taufe. Calvin sagt dazu, ein Sakrament sei ein

„äußeres Zeichen des göttlichen Wohlwollens gegen uns, das mit einem sichtbaren Zeichen die göttlichen Gnadengaben abbildet, um in unseren Herzen Gottes Verheißungen zu versiegeln, wodurch deren Wahrheit noch bekräftigt wird“ Frage 310, Genfer Katechismus von 1545

Pastor Dr. W. Nestvogel argumentiert in einer Predigt (ca. ab der 26Min)

[podcast]http://www.bibeltage.de/mp3/Gottesdienste/2006_03_12%20Eph4%204-6%20WN.mp3[/podcast]

vom Wesen der Taufe – als bildhaftes Wort Gottes, als Zeichen und Sakrament – her, und kommt zu dem Schluß, das es sowohl bei der Mündigentaufe, als auch bei der Unmündigentaufe um ein und dieselbe Verheissung geht, einmal als nachträgliche Bekräftigung, das andere Mal als vorauslaufende Bekräftigung. Der einzige Unterschied besteht in dem jeweilgen Zeitpunkt. Dazu stellt das Westminster Bekenntnis bestätigend fest:

„Die Wirksamkeit der Taufe ist nicht an den Zeitpunkt gebunden, zu dem sie gespendet wird (Joh 3,5+8). Dessen ungeachtet wird jedoch durch den richtigen Gebrauch dieser Ordnung die verheißene Gnade nicht allein angeboten, sondern solchen, denen diese Gnade nach dem Rat des eigenen Willens Gottes zukommt, sie seien Erwachsene oder unmündige Kinder, vom Heiligen Geist zu der von ihm bestimmten Zeit wirklich dargereicht und übertragen (Gal 3,27; Tit 3,5; Eph 5,25-26; Apg 2,38+41).“ Artikel 28.6. Die Taufe ist nicht an einen Zeitpunkt gebunden

Erwachsene -Mündigentaufe
Bei der Missionstaufe handelt es sich per se um eine Mündigentaufe. Eine nicht zum Reich Gottes gehörende Person kommt durch Gottes Wirken in der Verkündigung zum Glauben, wird durch den Heiligen Geist in den Leib Christi hineingetauft, geheiligt und Teilhaber des neuen Bundes. Dieses innere Geschehen wird in der äußeren Wassertaufe als bildhaftes Wort Gottes nachvollzogen und die Verheissung nachträglich bekräftigt.

Kinder – Unmündigentaufe
Wenn in einem christlichen Haushalt Kinder geboren werden, sind diese dem Wort Gottes zufolge bereits geheiligt und gehören zum Reich Gottes. Deren äußere Wassertaufe ist eine Unmündigentaufe bei der Gottes Verheissung durch das bild- oder zeichenhafte Wort Gottes eine vorauslaufende Bekräftigung erfährt. Die Kinder werden im Glauben erzogen und wenn Gott den Glauben durch Sein Wort wirkt geschieht die innere Geisttaufe.

Der Heidelberger Katechismus begründet diese folgendermaßen:

FRAGE 74 Soll man auch die jungen Kinder taufen? „Ja; denn weil sie, ebenso wie die Alten, in den Bund Gottes und in seine Gemeinde gehören (1.Mose 17,7) und ihnen in dem Blut Christi die Erlösung von den Sünden (Mt 19,14) und der Heilige Geist, der den Glauben wirkt, nicht weniger als den Alten zugesagt wird (Lk 1,14.15; Ps 22,11; Jes 44,1-3; 46,3.4; Apg 2,39), so sollen sie auch durch die Taufe als das Bundeszeichen der christlichen Kirche eingeleibt und von den Kindern der Ungläubigen unterschieden werden (Apg 10,47), wie es im Alten Testament durch die Beschneidung geschehen ist (1.Mose 17,14), an deren Stelle im Neuen Testament die Taufe eingesetzt wurde (Kol 2,11-13).“

Verheissung und Glaube
Sowohl bei der Mündigen- wie auch der Unmündigentaufe, stets ist allein Gott der Handelnde, der durch Sein Wort, bzw. durch das Sakrament Verheißung und Glauben (promissio et fides, M. Luther) schenkt. Denn ohne Verheissung kann nicht geglaubt werden, und ohne Glaube ist die Verheissung nichts nütze.

Die Taufe – Band der Einheit
Dem Wesen nach sind sowohl Mündigen- wie Unmündigentaufe – so verstanden – abgesehen vom Zeitpunkt jeweils identisch. Taufe wird durchweg als zeichenhaftes Heilshandeln Gottes am Menschen aufgefasst.

Erst wenn unter der Taufe, die geistliche Geburt des Menschen an sich, durch die äußere Wassertaufe verstanden wird, geht es über die Frage des jeweils richtigen Zeitpunkt hinaus und läuft auf ein anderes Wesen der Taufe hinaus. Ebenso unstrittig ist, daß ein volkskirchlicher Mißbrauch der Kindertaufe stattfindet. Dies insbesondere dort, wo nicht Glauben, sondern lediglich kulturelle Tradition, gesellschaftliches Ansehen etc. zur Taufe des Kindes führt oder keine christliche Erziehung bzw. Unterweisung im Glauben durch die Eltern damit einhergeht. Eine solche Praxis ist strikt abzulehnen.

Dort jedoch, wo man sich über die Frage nach der Substanz, dem Wesen und Inhalt dessen was Taufe bedeutet, einig ist, stehen wir in der Berufung, haben einen Herrn, einen Glauben und eine Taufe!

Epheser 4, 1 So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, 2 in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe 3 und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: 4 „ein“ Leib und „ein“ Geist, wie ihr auch berufen seid zu „einer“ Hoffnung eurer Berufung; 5 „ein“ Herr, „ein“ Glaube, „eine“ Taufe; 6 „ein“ Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.

sdg
apologet

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9 Kommentare

  1. Aus dem Hören, durch die Predigt kommt der Glaube (Röm 10, 17); durch die Taufe, aus getröstetem Gewissen der Glaube zu sich selbst (1 Petr 3, 20.21).

  2. Dem in meinem vorausgeschickten Beitrag formulierten Zugang zur neutestamentlichen Tauflehre möchte ich an dieser Stelle entlang des auf (1) einzusehenden Textes noch etwas nachdenken. Resultiert dem Taufgeschehen letztlich der im Denken, Sagen und Tun zu sich kommende, jedoch im Evangelium gründende Heilsglaube, dann stellt sich mithin die Frage nach der glaubensbezogenen Wirksamkeit des Sakraments. Ich denke, daß sich ein adäquates Verständnis gerade auch von 1 Petr 3, 21 her schlüssig entwickeln kann und läßt. Der Vers weist – u.a in seiner Übertragung der EÜ 2006 – meines Erachtens auf die Taufe als ein Geschehen hin, das in einem weiten Sinn die Bitte um ein schuldlos getröstetes, mithin „fröhliches Gewissen“ (Luther) einschließt. Als solche ist sie demnach Antwort, geist- resp. wortgewirkte Antwort auf das unwiederholbare Sakrament (2), auf die Taufe im engen, eigentlichen Sinn – und s t e t e Antwort täglicher Rückkehr zu ihrer unumkehrbaren, den Glauben schließlich mit befreitem Gewissen versiegelnden Zusage des Heils, s t e t e r Einschluß somit der Bitte um Vergebung der Sünden im Herrengebet, der Mitte christlicher Frömmigkeit.

    (1) http://www.calvinismus.de/werke-calvins/aus-der-institutio/60-taufe.html?showall=1

    (2) Noch einmal Augustinus: „Tritt zum Wort das Element wird daraus ein Sakrament.“

  3. „Und insofern das opus operatum (+) der Sakramente dem opus operantis des Glaubenden, des die Tat Gottes annehmenden Menschen begegnet, ist es klar, daß die Sakramente nur in Glaube, Hoffnung und Liebe wirksam werden. Sie haben deswegen mit einem magischen Zauber nichts zu tun: Sie sind nicht Magie, weil nicht sie Gott zwingen, sondern weil sie die Tat des freien Gottes an uns sind“ (Karl Rahner 1976, p. 399). – Und tauften auch die Steine (Lk 19, 40).

    (+) Gemeint ist hier das unverbrüchliche Wort der Gnadenzusage Gottes (aaO., p. 399)

    1. Hallo Eugen – Hinstürzen, Zuckungen, Zittern, anhaltendes Geschrei wie anwiderndes Lachen, Sprachgestottere und andere Begleiterscheinungen vermeintlichen Geistwirkens kennzeichnen gewiß nicht das, was mit den besagten Formulierungen gemeint ist. Sie weisen indes auf die kraft insbesondere der ins äußere Wort gefaßten Auferstehung vermittelte Heilsaneignung des antwortenden Hörers. Zur wechselseitigen Zuordnung von Wort und Geist findest Du darüberhinaus u. a. unter

      http://www.bernhard-kaiser.homepage.t-online.de/downloads/hlgeistempfangen.pdf

      wertvolle Anregungen.

      1. Erst einmal vielen Dank für die Antwort.

        Der große Trugschluß vieler Christen heute ist der, dass man die von Dir genannten, extremen Begleiterscheinungen als Schwärmerei verurteilt, aber gar nicht bemerkt, dass man selbst in der Schwärmerei steckt.

        Ich zitiere dazu noch einmal aus obigem Artikel:

        „Die Kinder werden im Glauben erzogen und wenn Gott den Glauben durch Sein Wort wirkt geschieht die innere Geisttaufe.“

        Indem die äußere Taufhandlung und die „innere Geisttaufe“ auseinander gerissen werden, geht man ja von einem unmittelbaren Handeln Gottes aus. Dabei ist der Hinweis auf das wirkkräftige Wort Gottes, das irgendwann im Laufe des Lebens den Glauben wirkt, nicht hilfreich.

        Denn was ist bis! zu diesem Zeitpunkt?? Es gibt keine neutrale Zone: entweder ist das Kind unter der Herrschaft des Teufels – oder unter Gottes Herrschaft.

        Und was passiert mit einem Säugling, der stirbt, bevor er selber seinen Glauben formulieren kann?
        Was ist mit einem geistig Behinderten, der niemals „selber glauben“ kann??? Sind diese grundsätzlich nicht erwählt? Oder werden sie schon „irgendwie, unmittelbar“ gerettet?

        Es ist der große Irrtum des Calvinismus, Taufe und Abendmahl zu vergeistigen und nur als zeichenhafte Handlungen zu verstehen.
        Dahinter steht die elende, menschliche Vernunft, die wie Naaman fragt: „was soll schon das Wasser bewirken?“ Er hatte mit einem Schauwunder aus dem Mund des Propheten (auch durch das Wort) gerechnet.

        „Wasche dich, so wirst du rein.“ Da ist wahrer Glaube gefragt, der sich beugt unter Gottes für uns unverständliches Handeln.
        Da brauche ich mich nicht mehr an ein „inneres, nicht beschreibbares Handeln Gottes“ halten, das in der Schwärmerei mündet.

        „An ihren Früchten sollt ihr sie erkenn“. Der Calvinismus ist auf diesem Hintergrund zum Nährboden fast aller christlicher Sekten geworden.
        Calvin vertrat den Grundsatz: „Das Endliche kann nicht Gefäß des Unendlichen sein“.
        Dass damit letztendlich die Menschwerdung Gottes in Jesus in Frage gestellt wird, liegt auf der Hand.

        Die Kirchengeschichte hat ausserdem gezeigt, dass die Geringschätzung der Sakramente praktisch immer einhergeht mit der Geringschätzung des Wortes Gottes selber.

        Da halte ich mich an Luther, der in dieser Frage völlig zu Recht so unnachgiebig war:
        „Was gibt oder nützt die Taufe?
        Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöst vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten.“

        Jeder Mensch wird als Sünder geboren und kann nicht aus sicher heraus glauben, bevor Gott an ihm handelt.
        Das hat Pelagius geleugnet und aus dem Grund auch die Kindertaufe verworfen, in der ja nach damaligem (absolut biblischem) Verständnis GOtt die Kinder wirklich rettet.

        Als Erwachsener habe ich einem Säugling ja auch gar nichts voraus, was den Glauben angeht, im Gegenteil, meine Vernunft ist absolut hinderlich für das Reich Gottes. Es sei denn, dass man den Glauben einem intellektuellen Akt gleichsetzt.

        Zum Schluß: wer bringt mir aus der heiligen Schrift !! den Beweis, dass ein Säugling nicht ! glauben kann???

  4. Hallo Eugen – Die Frage, wie sich Verkündigung und Taufsakrament zueinander verhalten, besteht im Hintergrund meiner kleinen Trilogie. Ihr inhäriert mithin die Frage nach der Wirksamkeit resp. Sinnhaftigkeit dieses Gnadenmittels, der ich insbesondere im zweiten Teil ein Stück weit nachzugehen suchte. Die Diastase quasi von äußerem Taufgeschehen und „innerer Geisttaufe“, die Du zu erblicken meinst, kann ich in dem von Dir kritisierten Beitrag nicht ausmachen, zumal die Heilsverkündigung im Fall gleichsam vorauslaufender Taufe (vgl. Ps 8, 3) Vergegenwärtigung in äußerster Konzentration ergangener Gnadenzusage Gottes ist. Auf dem eingangs genannten Problemfeld ist der unter (+) nachzuspürende Text aufgespannt; er vermittelt einen nachhaltigen Eindruck von der Vielschichtigkeit dieser Fragestellung, indes ohne seine von mir im Einzelnen hier jetzt nicht zu bewertende Lösung bereits im Ansatz engzuführen.

    http://www.gftp.de/press/public/ZThG_12_2007_225_240.pdf

  5. Hallo Eule,
    das Thema Taufe ist keinesfalls so vielschichtig, wie es hier vermittelt wird. Es ist das reformierte Taufverständnis (hierzu zähle ich auch Baptisten, Mennoniten usw.), das die Sache vielschichtig macht. Es kann aus dem Grund auch nicht angehen, hier zu vermitteln zwischen den verschiedenen Konfessionen. Denn am Taufverständnis wird letztendlich die Theologie, die dahinter steht, deutlich.
    Dass auch in der lutherischen Landeskirche die Taufe kontrovers diskutiert wird, ist keinesfalls positiv, sondern ein weiteres Zeichen ihres Verfalls.

    Wenn hier schon mit „vernünftigen“ Gründen argumentiert wird:
    Ich bin doch auch nicht durch meine Eltern zeichenhaft /vorauslaufend oder wie sonst noch als Deutscher eingebürgert worden, wozu ich im Erwachsenenalter aber noch selber ja sagen musste: sobald die Formalitäten erledigt waren, war ich ganz und gar Deutscher und bin es noch. Irgendwann im Laufe meines Lebens habe ich das dann auch intellektuell erfasst und „geglaubt“. Aber ich wäre auch dann Deutscher geblieben, wenn ich es aufgrund einer schweren Behinderung eben nicht intellektuell erfassen könnte.

    „Was gibt oder nützt die Taufe?
    Sie wirkt Vergebung der Sünden, erlöst vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten.
    Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes?
    Unser Herr Christus spricht bei Markus im letzten Kapitel: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ Martin Luther

    So einfach – und so schwer ist die Tauffrage.

  6. Hallo Eugen – Es ist also, nach Deiner Einschätzung, Johannes Calvin resp. das angeblich u. a. von Baptisten geteilte reformierte Taufverständnis, welches besagte Vielschichtigkeit allererst produzieren würde. Sie verdichtet sich indes schon bei Luther, wie insbesondere in Anmerkung 13 auf p. 229 des in meinem vorherigen Beitrag unter angeführter Verbindung nachzulesenden Textes deutlich wird. Daß verschiedene Konfessionen im Gespräch miteinander stehen, ist kein Zeichen des „Verfalls“, sondern Ausdruck redlichen Bemühens, genanntem Problemfeld in seiner Komplexität Rechnung zu tragen. Da auch geistlich-theologische Erkenntnis Stückwerk ist, um mit Paulus zu sprechen, geht es hierbei nicht um Vermengung, jedoch um Verständigung der Auffassungen. In unserem Zusammenhang heißt es: „Sowohl bei der Mündigen- wie auch der Unmündigentaufe, stets ist allein (!) Gott der Handelnde, der durch Sein Wort bzw. durch das Sakrament Verheissung und Glauben (promissio et fides, M. Luther) schenkt. Denn ohne Verheissung kann nicht geglaubt werden, und ohne Glaube ist die Verheissung nichts nütze“ (s. hierzu 1 Kor 3, 11). Dies haben demnach sowohl Lutheraner wie Reformierte auf dem Hintergrund jener Problemstellung im Blick – fernab von geistlichem Rationalismus und Schwärmertum, welcher Provenienz auch immer.

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