Das „Jesus-Experiment“

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In regelmäßigen Abständen bekomme ich Post: „Testen sie vier Wochen unverbindlich, kostenlos und ohne Risiko: Zeitung XY“. In Zeiten des Fernabnahmegesetzes kann telefonisch oder online bestellte Ware ohne Angabe von Gründen nach zwei Wochen zurückgeschickt werden. Niemand will die sprichwörtliche „Katze im Sack“ kaufen…. Kann man auch Jesus „ausprobieren„, Jesus „testen„?

Unter Jesus-experiment.de wird ein „Jesus-Experiment“ (experimentum „Versuch, Beweis, Prüfung, Probe“) angeboten. Dort heißt es:

„Fragst du dich, ob an der Sache mit Jesus etwas dran ist? Was er mit dir heute zu tun hat? Dann ist das Jesus-Experiment  genau das Richtige für dich. Denn es geht darum, das herauszufinden. Das Jesus-Experiment lädt dich ein, die Sache mit Jesus für vier Wochen auf Herz und Nieren zu prüfen. Denn manche Dinge muss man einfach mal ausprobieren, um zu sehen, was dran ist.
Das geschieht ganz zwanglos, kostenlos und online. Du kannst jederzeit wieder aussteigen und deine E-Mailadresse wird nicht weitergeben. Bleibt nur noch die Frage: Bist du dabei? Frei nach dem Motto: “Mal angenommen, es wäre wahr…”‘

Es stellen sich jedoch weitaus mehr Fragen. Was ist Glaube, wie entsteht Glaube, welches Mittel benutzt Gott um Glauben zu wirken? Entspricht es dem Auftrag Christi „die Sache mit Jesus für vier Wochen auf Herz und Nieren zu prüfen. Denn manche Dinge muss man einfach mal ausprobieren, um zu sehen, was dran ist“?

Man mag mich gerne korrigieren, aber wo steht etwas von einer „Probezeit“ die der Mensch Gott einräumen kann?

2Kor2,12 Als ich aber nach Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Tür aufgetan war in dem Herrn, 13 da hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, weil ich Titus, meinen Bruder, nicht fand; sondern ich nahm Abschied von ihnen und fuhr nach Mazedonien. 14 Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus und offenbart den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten! 15 Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden: 16 diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Wer aber ist dazu tüchtig? 17 Wir sind ja nicht wie die vielen, die mit dem Wort Gottes Geschäfte machen; sondern wie man aus Lauterkeit und aus Gott reden muss, so reden wir vor Gott in Christus.

sdg
apologet

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4 Kommentare

  1. Moin Apologet,

    Jesus kann jeder schon „testen“ allerdings unter anderen Vorzeichen, als die „Tests“ aus der Werbung. Letztere suggerieren ja, dass der Tester die „Geschäftsbeziehung abbrechen“ kann, wenn ihm die beworbene „Leistung“ nicht zusagt (oder dass eine verbindlicher Vertrag erst gar nicht zu Stande kommt).

    Der „Test“ Jesu ist etwas anderes. Jesus verheißt:

    Jer 29,13
    Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir.
    Mt 7,7
    Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!

    Jesus garantiert schon, dass er denjenigen, der ihn aus ganzem Herzen sucht, nicht leerlaufen lässt. Hier dürfte es dann kaum noch „Abspringer“ geben.

    Diejenigen aber , die nur „testen“ wollen, ob es ihnen Vorteile bringt (Wohlstandsevangelium lässt grüßen), die suchen nicht Jesus aus ganzem Herzen, sondern nur ihren persönlichen Nutzen – sie werden wohl scheitern.

    Gottes Segen

    Heiko

  2. Hallo Heiko,
    bei der Herangehensweise an diese Frage kommt man je nach Verständnis zu sehr unterschiedlichen Antworten. Deine zitierten Bibelstellen besagen m.E. im Kontext betrachtet nichts darüber, das ungläubige Menschen Gott testen könnten.

    Im Gegenteil besagt die Schrift eindeutig, daß Gott den Menschen zu sich zieht, niemand sucht Gott von sich aus. Er hat uns mit sich versöhnt hat, als wir noch Feinde waren. Die Initiative geht grundsätzlich und ausnahmslos von Gott, niemals dem Menschen aus.
    sdg
    apologet

  3. Moin Apologet,

    mir ist schon klar, dass Du Calvinist bist 😉
    Aber egal ob einface, doppelte oder Dreifachprädestination – ich denke, dass Gott jedem seine Chanche gibt.
    Insoweit wäre das „Testen“ hier auch nichts anderes, als dass Gott zieht – und der Mensch versucht, es sich ernsthaft darauf einzulassen.
    Mit der calvinistischen Lehre habe ich halt einige Verständnisprobleme.
    Bedeutet es, dass wenn Gott (bestrimmte) Menschen auswählt, diese immer folgen (dann gäbe es wahrlich keine persönliche Entscheidung) – und dass andere keine Chance bekommen und deshalb (weil sie ohne „Ziehen“ nicht zu Gott finden können und deshalb zwangsläufig verloren gehen?

    Gottes Sehen

    Heiko

  4. Hallo Heiko,
    hätte mich ja auch geärgert wenn „das“ nicht eindeutig gewesen wäre ;-P
    Nach reformiertem (Calvin hätte die Begrifflichkeit „Calvinusmus“ sicher nicht befürwortet) – aber auch ohne Einschränkung luther’ischem – Verständnis, existiert in Fragen des ewigen Heils ausschließlich ein Souverän: und das ist Gott selbst. Ich habe das in älteren Artikeln hier und hier bereits versucht deutlich zu machen. Vielleicht helfen die ja erst mal weiter. Ansonsten kann ich Dir bei dieser Frage nur den Brief Luthers an Erasmus hier empfehlen.
    sdg
    apologet

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