Artikelreihe Wiedergeburt – Heilsgewissheit

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Vor wenigen Tagen erst, hörte ich, wie von einer Kanzel herunter behauptet wurde, eine Frau, die sich aktuell „für Jesus entschieden habe“ sei nun  „wiedergeboren“. Eine biblische Begründung dazu folgte natürlich nicht. ln den letzten Artikeln zum Thema WIEDERGEBURT wurde hoffentlich deutlich, daß „Wiedergeburt“ eine souveräne Wirkung Gottes ist und keinesfalls auf die „Entscheidung“ eines Menschen hin geschieht. Wenn nun ein Mensch nicht von sich aus „wiedergeboren“ werden kann, da Wiedergeburt kein Menschenwerk ist, kann er diese Geburt auch nicht rückgängig machen.

Es ist dieselbe Gnade von der wir sprechen – sowohl bei dem zum Glauben kommen, als auch im Beharren der Gläubigen. Unter zwei nachfolgend ausgeführten Gesichtspunkten kann sich ein Gläubiger seines Heils absolut gewiss sein. Erstens aufgrund der konkreten und unzweideutigen göttlichen Verheißungen (Röm8; Joh10 etc.) und zweitens aufgrund der Unverfügbarkeit des Menschen über die durch Gott gewirkte geistliche Natur.

In früheren Artikeln habe ich bereits das Thema der HEILSGEWISSHEIT (hier und hier) zu besprochen, habe mich dort jedoch im wesentlichen auf die unverbrüchlichen Verheißungen  Gottes aus Römer 8 und Johannes 10 bezogen. Damit ist aber noch nicht erklärt, wie Gott dies wirkt.

Mit der Wiedergeburt, dem lebendigen Glauben an Christus ist das Wirken des Geistes keineswegs zu Ende sondern geht noch einen Schritt weiter.

In Ihm seid auch ihr als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheissung. Eph1:13.

Wenn Paulus den hier Begriff „versiegelt“ (sphragizo) benutzt, ist damit eine Form der BEGLAUBIGUNG (Urkunden) oder BEWAHRUNG bzw. SICHERSTELLUNG (Verschluß) von Gegenständen und Behältnissen verbunden. ln früherer Zeit war ein Siegel zudem ausschließlich dem König vorbehalten.

Auf den geistlichen Bereich übertragen, handelt sich bei der Versiegelung mit dem Heiligen Geist also erstens um eine Beglaubigung dessen was bisher in der Wiedergeburt geschehen ist (Zeugung->Sündenerkenntnis->Buße->Geburt->Glaube). Paulus schreibt an die Römer:

Abba, Vater! Der Geist selbst zeugt mit unserem Geiste, daß wir Kinder Gottes sind. Röm8:16

Der Gläubige selbst erhält durch den Heiligen Geist ein persönliches Zeugnis, eine Beglaubigung (Zertifikat) über die Echtheit seiner Gotteskindschaft. Es bleibt nicht bei einem rein intellektuellen Wissen und Verstehen, sondern geht darüber hinaus, wird zur (HEILS-)GEWISSHEIT.

Noch wichtiger jedoch als diese augenscheinlich subjektive Erkenntnis, ist vielleicht der zweite Aspekt. Durch die Versiegelung mit dem Heiligen Geist, stellt Gott das Geschehene tatsächlich ein für allemal sicher. Wer aus Gott geboren ist, dessen Heil und Erlösung wird durch die Macht Gottes bis zum Ende bewahrt!

Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der uns nach seiner Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,   zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel  euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. 1Petr1:3-5

Durch die Versiegelung mit dem Heiligen Geist, besiegelt Gott objektiv Seine Verheißungen, das uns nichts von Seiner Liebe scheiden kann, niemand aus Seiner Hand gerissen wird.

Denn alle Gottesverheißungen sind Ja in ihm und sind Amen in ihm, Gott zu Lobe durch uns.  Gott ist’s aber, der uns befestigt samt euch in Christum und uns gesalbt   22 und versiegelt und in unsre Herzen das Pfand, den Geist, gegeben hat. 1Kor1:20-22

Das sind deutliche Aussagen. Wer wirklich wiedergeboren ist, nicht aus Fleisch und Blut, sondern durch den Geist Gottes, der kann nicht mehr aus dem Heil oder der Gnade Gottes fallen und verloren gehen.

Diese klare biblische Lehre, wird in der reformierten Theologie, unter dem Stichwort des „Beharrens der Gläubigen“ zusammengefasst und die „Bewahrung“, das „Beharren“, die „Perseveranz“ der Gläubigen durch Gott stets betont.

Die Dordrechter Lehrregel von 1619, der wir die so genannten „Fünf Punkte“ zu verdanken haben, macht deutlich, das das „Beharren“ niemals ein menschliches Werk ist, niemals aus eigener Kraft sichergestellt werden kann.

„So erlangen sie nicht durch ihr Verdienst oder ihre Kraft, sondern aus der unverdienten Barmherzigkeit Gottes, daß sie nicht völlig aus dem Glauben und der Gnade fallen und nicht endlich in Sünden bleiben und umkommen. Was sie anbetrifft, so könnte dies nicht nur leicht geschehen, sondern würde auch ohne Zweifel geschehen; in Betracht Gottes aber kann es gar nicht geschehen…“ Artikel 8

Gott ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr12:2). Betrachtet man allein das Werk der Wiedergeburt, steht zweifelsfrei fest, das allein Gott die Ehre und Anbetung für jeden einzelnen Aspekt gebührt.

Er ist es der durch Sein Wort Leben in uns schafft, Erkenntnis über unsere Sünde und Schuld schenkt, uns zur Umkehr führt, die Geburt, denn Glauben wirkt und uns Gewissheit darüber vermittelt.

Und diese große Gnade an uns in der Gegenwart, ist darüber hinaus eingebettet in ein noch gewaltigeres Wirken Gottes aus der Ewigkeit bis in die Ewigkeit.

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.  Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbe der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.  Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.  Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Röm8:28-31 (Eph1:11ff )

Die in den letzten Artikeln beschriebenen Phasen der Wiedergeburt bzw. Bekehrung, erscheinen manchmal durchaus als ein einziges oder als gleichzeitige Ereigniss. In Einzelfällen vollzieht sich alles sehr schnell, in den allermeisten Fällen jedoch werden Phase des Suchens und Ringens und Verzögerungen durchlebt. Allerdings finden diese fünf Phasen bei jedem Gläubigen statt. Entscheidend ist, das erkannt wird, wie entscheidend die Rolle des verkündigten Wortes bei jedem einzelnen Aspekt der Wiedergeburt ist.

sdg
apologet

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