Ein „Messias“ – drei Religionen

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Es ist eine Frage der Hermeneutik inwiefern Texte letztendlich auslegt werden. Das moderne Judentum interpretiert den Tanach aufgrund einer pharisäisch-rabbinischen Hermeneutik welche erst im 2. Jahrhundert schriftlich fixiert wurde. Die islamische Hermeneutik interpretiert Torah, Ingil und Zabur aufgrundlage des Korans und der Sunna, welche über sechshundert Jahre später entstanden. Christliche Hermeneutik betrachtet das Alte Testament exegetisch grundsätzlich unter dem Blickwinkel der Lehre Christi und der Apostel.

Wenn das talmudische Judentum davon spricht, das sich nicht alle Prophezeiungen erfüllt hätten, steht dies im Widerspruch zur altkirchlichen, reformatorisch-christlichen Hermeneutik und demzufolge des Neuen Testaments. In Christus hat sich alle Prophetie des Alten Bundes erfüllt.

Zur Zeit Christi konnten die Pharisäer auf eine zweihundertjährige Geschichte zurückblicken und neben dieser Partei, existierten weitere jüdische Sekten, wie die Sadduzäer, die Essener, die Zeloten. Alle vertraten unterschiedliche Lehren und hatten unterschiedliche Erwartungen bezüglich des zu erwartenden Messias (die Essener gingen beispielsweise von zwei Messiassen aus, einem davidischen und einem aaronitischen).

Die Sichtweise des heutigen Judentums, ist die einzig übriggebliebene Sichtweise mehrerer jüdischen Sekten zur Zeit Jesu, mit deren Nachkommen wir es heute zu tun haben und deren Theologie sich in einer synergetisch-ablehnenden Haltung zum Christentum entwickelt hat.

Christus selbst hat von sich gesagt, das Er selbst die Erfüllung des Gesetzes ist (Matth5,17), das die Schriften von Ihm zeugen (Joh 5,39), ebenso bezeugten das die Apostel (Joh 1,45; Apg 7,37; Apg 28,23; Röm 1,2; Hebr 1,1; 1Petr 1,10 etc.pp.). Mit dem neuen Bund in Christus begann das gegenwärtige Zeitalter.

Waren bereits Im Leben und Dienst Christi drei Zeichen der Gegenwart des Reiches Gottes (messianisches Friedensreich) sichtbar:

  1. Verkündigung des Evangeliums (Jes61,1-2; Lk4,16-30)
  2. Zeichen und Wunder (Jes. 35,1-10; Jes. 29,18; Jes. 42,7)
  3. Dämonenaustreibung (Matth12,28)

Erfüllten sich zwei weitere in der Auferstehung von den Toten und der Geistesausgiessung

4. Auferstehung Christi, wichtigstes Zeichen, die Auferstehung der Toten (Jes26,19; Matth12,36-42; 1Kor15,20: Erstlingsfrucht der Entschlafenen); Tod entmachtet (2Tim1,10)
5. Ausgießung des Geistes (Sach12,10; Joel3,1-5; Apg2, 14-36)

Mit der Ausgießung des Geistes zu Pfingsten ist das verheißene messianische Friedensreich Wirklichkeit geworden, Christus zum Herr und König erhöht und sein Reich angebrochen.

auch wird man nicht sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Lk 17,21

Das Friedensreich Christi hat nach Seinen eigenen Worten mit Seinem Kommen begonnen (Mt 12,28; Mt 16,28; Mk 1,15 etc.) so wie es Daniel bereits verheissen hat, die Sünde abgetan wird, ewige Gerechtigkeit gebracht wird (Dan9,24ff). Jeder der den Namen Christi bekennt, erhält Frieden mit Gott. Das ist der wahre Friede:

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus Röm. 5,1

Das messianische Friedensreich war und ist entgegen der Erwartung der Juden damals und heute nicht von dieser Welt, nicht sichtbar, sondern findet seine Erfüllung in dem persönlichen Frieden der erlösten Menschen mit Gott. Viele at’lichen Prophetien haben sich in Christus geistlich erfüllt und bedürfen keiner wortwörtlichen Erfüllung mehr. Christus regiert seid 2000 Jahren auf dem ewigen Davidsthron.

Dies geht einher mit der irdischen Tübsalszeit die erst mit der Wiederkunft Christi ihr Ende findet. Mit der Wiederkunft ist allerdings nicht das sogenannte „zweite Kommen“ gemeint, bei der die Gemeinde entrückt wird etc. Das ist eine zwar sehr verbreitete Meinung vieler Christen (vor allem evangelikaler Freikirchen), aber eine sehr moderne Lehre, die sich fundamental von den Lehrmeinungen der alten Kirche unterscheidet bzw. die Prophetien des Alten Testamentes aus jüdisch-hermeneutischer Perspektive interpretieren.

sdg
apologet

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