Neue evangelistische Übersetzung

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Anmerkung der Betanien-Redaktion: Auch wenn das Prinzip der „freien Übertragung“ bei Bibelübersetzungen eher skeptisch zu sehen ist – da laut Matthäus 5,18 jedes Jota und Häkchen des Wortes Gottes wichtig sind – scheint diese Version noch die beste Übertragung zu sein, die es auf Deutsch gibt.

An manchen Stellen fragt man sich aber, ob nicht die Übertragung schwieriger verständlicher ist als eine wortgetreue Übersetzung. Z.B. gibt Karl-Heinz Vanheiden Römer 9,13 wieder mit „Jakob habe ich meine Liebe geschenkt, Esau habe ich von mir gestoßen.“ Originalgetreu sagt der Vers: „Jakob habe ich geliebt, Esau habe ich gehasst.“ Die Übertragung ist hier keine Vereinfachung, sondern eher eine verkomplizierte Abschwächung. Oder in Römer 2,29 heißt es statt kurz und prägnant „im Geist, nicht im Buchstaben“ bei der NEÜ viel länger und komplizierter: „Sie kommt nicht durch genaue Befolgung der Vorschrift zustande, sondern durch den Geist Gottes“.

Vorläufiges Fazit: Ein zeitgemäßes Vokabular (was etwas anderes ist als „zeitgemäßer Jargon“) ist prinzipiell ein gutes Anliegen für eine Bibelübersetzung, aber 1. sollte die Übersetzung nicht unnötig die Aussagen der Schrift verändern und 2. sollten Gläubige, die solche Bibeln einsetzen, Kindern und Außenstehenden wichtige Begriffe und Lehren lieber gründlich erklären, als auf eine versimplifizierte oder gar umgedeutete Übertragung zurückzugreifen. Eine wortgetreue Übersetzung mit aktuellem Vokabular fehlt auf Deutsch leider immer noch.

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2 Kommentare

  1. Zu der Qualität dieser Bibelübertragung oder Übersetzung kann ich nichts sagen. Bis zum Lesen dieses Artikels wusste ich nicht mal was von deren Existenz. Wenn ich allerdings richtig informiert bin, dann dienten Hoffnung für alle, Gute Nachricht, und eben diese neue Übertragung für diejenigen, die die dem Christentum fern stehen. Stattdessen beobachte ich aber dass sich diese Übertragungen in den Gemeindejugenden großer Beliebtheit erfreuen. Statt zum Evangelisieren, wird jetzt größtenteils unsere kommende Generation damit unterwiesen! Mir gefällt das nicht. Ich selbst bin mit 19 Christ geworden und fing mit einer Kath. Bibel an, bis mir mein Onkel eine HFA und Elberfelder schenkte. Ich las dann zuerst die Elberfelder. Bei der HFA dann nur ein Buch, weil sie mir irgendwie nicht gefiel. Heute bevorzuge ich die Luther 1984. Auch bat mich mal ein muslimischer Freund um eine Bibel. Er sagte extra, dass er eine möglichst genau haben wolle, die ruhig trocken sein dürfe. Ihm hätte ich mit einer Übertragung keinen Dienst erwiesen. Von daher gab ich ihm eine Elberfelder Bibel.

    Ich sehe mit diesen Übertragungen die Gefahr, dass damit mittel- bis langfristig ein anderes Christentum gezüchtet werden könnte. Die Beispiele oben verdeutlichen ja, wie wichtige Verse entschärft werden.

  2. Hallo! Ich beurteile das ähnlich. Gerade Neubekehrte und junge Gläubige brauchen vor allem eins: gute und kontinuierliche biblische Unterweisung, weniger Selbststudium.

    Von daher erscheint mir das Anliegen der „kommunikativen“ Übersetzungen zwar gut gemeint, aber wie Du schon anmerkst, letztlich eher kontraproduktiv. Meine Kinder haben keine dieser Übertagungen und fragen mich wenn sie etwas nicht verstehen.
    LG
    Andreas

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