Der Mensch zu „Gutem“ fähig?

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Bei allem Leid welches der Mensch verursacht, all dem Bösen wozu er unbestreitbar fähig ist, tut der Mensch doch auch viel „Gutes“. Gerade zur Weihnachtszeit hat das „Gute“ Konjunktur. „Gut“ im moralisch-ethischen Sinn, beschreibt die Eigenart bzw. Beschaffenheit einer Handlung: freundlich, hilfsbereit, ehrlich, selbstlos zu sein. „Es gibt nichts Gutes außer man tut es!“ sagte Erich Kästner. In ontologischer Hinsicht geht es um das Wesen einer Sache oder Person an sich. Verschiedene philosophische Schulen haben sich der Frage des „Guten“ an sich angenommen und sind zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Auch der Spiegel stellt in seiner aktuellen Ausgabe die Frage ob der Mensch ein geborener „Altruist“ ist (Wer hilft, dem wird geholfen). Altruismus (lat. alter ‚der Andere‘) ist definiert als Verhaltensweise, welche einem Individuum mehr Kosten als Nutzen einbringt zugunsten eines anderen Individuums.

Ist der Mensch also „selbstlos“, „gut“ bzw. wirklich in der Lage „Gutes“ tun?

Wenden wir uns der biblischen Beurteilung der menschlichen Natur zu, wird dies klar verneint, der Menschen als völlig verderbt – wie Luther – es ausdrückt und unfähig zu guten Werken im Sinne Gottes beschrieben.

Die Schrift sagt: „Niemand ist gut als nur einer, Gott.“ (Mk10:18) und: „Das Dichten und Denken des menschlichen Herzens ist zum Bösen geneigt von Jugend auf” (1Mo8:21) oder: „Alles Denken des menschlichen Herzens ist immerdar auf Böses gerichtet.“ (1Mo6:5).

Mit dem Sündenfall hat sich der Mensch (in Adam) der Gemeinschaft mit Gott durch Ungehorsam und Rebellion entzogen und seine grundsätzliche Bestimmung zur Ebenbildlichkeit mit Gott verloren. Der Mensch verlor damit den ursprünglichen Beistand Gottes und seine Natur, d.h. sein Denken und Wollen wurde verändert. Seitdem ist er durch seine gefallene, menschliche Natur, einer vererbten und angeborenen Neigung zur Sünde, zu einem individuellen, sündigen Verhalten gezwungen.

Der Mensch hat sich seit Adam einer anderen Herrschaft, der des Satans unterstellt, ist Sklave der Sünde, kann nicht nur sündigen, sondern muß und will sündigen. Er kann das Sündigen nicht lassen.

Sünde ist nach Robert C. Sproul:

  • Schuld – Sünde stellt ein Versäumnis dessen dar, was wir als Geschöpfe in eigener Verantwortung dem Schöpfer gegenüber „Gutes“ zu tun schuldig wären
  • Feindschaft – Sünde verweigert Gott unmittelbar die Ihm persönlich zustehende Liebe, Dankbarkeit und Anbetung
  • Verbrechen – Sünde ist der Mangel an „Gutem“, an Übereinstimmung bzw. Übertretung des Gesetzes

Sünde bzw. böse ist dabei jedoch auch das lediglich bedingt Gute im Gegensatz zum unbedingten Guten Gottes.

Der derzeitige Erkenntnisstand der Soziobiologie bestätigt dieses biblische Urteil und erkennt hinter den vermeintlich guten Taten den Wunsch des Menschen nach :

  • erhöhter Reputation
  • Arterhalt bzw. Familienzusammenhalt
  • Hilfe, nach zuvor geleisteter Hilfe

Es ist eine große Selbsttäuschung anzunehmen, man sei doch eigentlich gar kein so schlechter Mensch bzw. im Grunde gar ein guter Mensch. Gute Taten  sind letztlich nichts anderes als verkappter Eigennutz und der edelste Mensch steht vor Gott mit leeren Händen, als Sünder und Feind da, braucht Erlösung.

sdg
apologet

2 Kommentare

  1. Hallo Raphael,
    laß mich Dir darauf grundsätzlich mit Röm7:18: „…im Fleisch wohnt nichts Gutes…“, (das heißt im natürlichen Menschen) oder Mt5:46-48: „…was ist besonderes an der Liebe zu den eigenen Brüdern (ich ergänze das um die Familie oder sich selbst), das tun auch die Heiden…“ antworten. Und auch Eph5:29 lehrt m.E. keineswegs die Selbstliebe oder gar Egoismus des Mannes als etwas Gutes an sich, sondern setzt diese doch vielmehr in einen Kontrast („so wie es doch normal ist, sollte man auch“) zur Liebe gegenüber der Frau.

    Ich will damit sagen, daß das dem Menschen Mögliche, eben dieser „Arterhalt“, die Liebe zur eigenen Familie oder sich selbst, lediglich bedingt „gut“ ist, zur vollkommene Liebe (Mt5:43-48; Joh15:12-17; 1Kor13), dem unbedingten Guten ausschließlich Gott befähigen kann.
    Hab mich wohl etwas zu knapp und mißverständlich ausgedrückt… danke für die Möglichkeit das etwas genauer zu formulieren.

    LG
    Andreas

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