Stellungnahme des BFEG | Update 01.03.11

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Idea meldete am 15.02.2011, dass Pastor Fritz Holdinghausen in einem, am 10. Februar in der Siegener Zeitung veröffentlichten, Leserbrief ein „radikales Umdenken“ in Bezug auf die Homosexualität forderte und bezweifelte, dass die Bibel homosexuelle Partnerschaften eindeutig ablehnt.

Ich habe dies hier veröffentlicht und den Pressesprecher des BFEG im Rahmen weiterer Recherche zu dem Leserbrief kontaktiert und nachstehende Fragen gestellt:

  • Stellen diese Äußerungen eine vertretbare Position innerhalb des BFEG dar bzw. ist dies die offizielle Position des BFEG?
  • Hat sich eine Änderung zu der im Jahr 2004 verabschiedeten Stellungnahme ergeben?
  • Falls Pastor Holdinghausen nicht die derzeitige Mehrheitsmeinung des BFEG vertritt, gibt es Tendenzen dass sich dies in absehbarer Zeit ändert?

Die Antwort des Pressesprechers im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Schnebel,
haben Sie Dank für Ihre Rückfrage. Die Stellungnahme der Bundesleitung von 2004 ist nach wie vor gültig, sie befindet sich zur Einsicht im Anhang.
Herzliche Grüße aus Witten, Arndt Schnepper

Update: Idea meldet heute weiterhin das A. Schnepper ankündigte, das sich der nächste Bundesrat – er verantwortet die laufende Arbeit – auf seiner Sitzung am 19. März in Wetzlar mit der Thematik befassen wird.

Um es einfacher zu halten, habe ich die 12seitige Stellungnahme mit dem Titel „Homosexualität im Spannungsfeld von Gesellschaft und Gemeinde“ inhaltlich auf die wesentlichen Positionen zusammengefasst.

Zusammenfassung

Die Bundesleitung des BFEG stellt in diesem Papier fest, das sich seine Position zum Thema „Homosexualität“ nicht an der veränderten Bewertung durch die Gesellschaft orientiert (Punkt 1.1).

Es wird weiterhin festgestellt, dass heute durch eine Reihe namhafter Sexualwissenschaftler aus den Humanwissenschaften eine biologische Fixierung der Homosexualität bestritten wird und dass es weder Homosexualität noch Heterosexualität gibt, sondern von Sexualitäten, die formbar und veränderbar seien gesprochen werde (Punkt 1.2).

Die Beurteilung der Homosexualität durch das AT ist lt. dem Positionspapier die, dass praktizierte Homosexualität von Männern als solche verurteilt wird. Von der weiblichen Homosexualität ist im Alten Testament nicht die Rede (Punkt 2.1).

Die Beurteilung der Homosexualität durch das NT geht insbesondere von den Ordnungen Gottes für die Menschen und ihre Sexualität aus. Paulus bezeichnet homosexuelles Verhalten dort als Sünde, von der die Menschen umkehren sollen, weil es sich nicht mit dem Glauben an Jesus Christus verträgt (Punkt 2.2).

Biblisches Denken schließt lt. Bundesleitung des BFEG daher ein wertfreies Verständnis der Homosexualität im Sinn einer „Laune  der Natur“ oder einer „gleichwertigen Variante der vielgestaltigen Sexualität“ aus. Die schöpfungsgemäße Bestimmung der beiden Geschlechter lässt praktizierte Homosexualität als Verkehrung der von Gott gewollten Ordnung erscheinen (Punkt 2.3).

Homosexuelles Empfinden schließt Mitgliedschaft in der Gemeinde solange nicht aus, wie diese nicht praktiziert wird, ansonsten soll wie bei anderer Sünde Seelsorge und heilsame Gemeindekorrektur zu üben mit dem Ziel, den Betroffenen zur Umkehr zu führen. Die Gemeinden sind aufgefordert, Orientierung zu geben, indem von der Bibel her aufgezeigt werde, was die Sicht und das Bild Gottes vom Menschen ist und wie die Sexualität in das Menschsein eingeordnet ist. Gleichzeitig sei es die seelsorgerliche Aufgabe der Gemeinde, Christen, die homosexuell empfinden, herauszufordern, ihre Identität in Übereinstimmung mit dem Evangelium verändern zu lassen. Wo homosexuell empfindende Menschen dazu bereit werden, soll diesen seelsorglich und therapeutisch geholfen werden unter Inanspruchnahme der Hilfe von Fachleuten. (Punkt 3.1).

Es entspricht nicht dem Willen Gottes, homosexuelle Neigung auszuleben. Homophil empfindende Christen sollen versuchen, ein Leben in disziplinierter sexueller Abstinenz zu leben, es sei denn, es gelingt ihnen, ihre Orientierung zu ändern und eine Beziehung in einer Ehe von Mann und Frau zu leben. Trotz der heutiges Denken prägenden Überzeugung ist sexuelle Befriedigung kein „heiliges Recht“. Gemeinde sei ein Ort des Lernens, der Veränderung und des Gehorsams gegenüber den biblischen Weisungen und nicht nur ein Ort, wo man getröstet und nachsichtig behandelt wird. (Punkt 3.2).

Christen brauchen sich nicht mit ihrer sexuellen Orientierung abzufinden, sondern können erwarten, dass sie von Gott Hilfe und Heilung erfahren, auch durch die Tätigkeit von Fachleuten und Seelsorgern. Es müsse jedoch auch damit gerechnet werden, dass es Christen gibt, für die in dieser Zeit das beste erreichbare Resultat ein Leben disziplinierter Enthaltsamkeit ist (Punkt 3.3).

Homosexuell Empfindende sollen nicht ausgrenzt oder ausgeschlossen werden, sondern sollen sich wie alle anderen Gemeindeglieder mit ihren Gaben in das Leben der Gemeinde einbringen. Eine Mitarbeit in der Gemeinde kann jedoch nicht erfolgen, wenn ein Gemeindeglied seine Homosexualität praktiziert oder wenn homosexuelles Verhalten als normal, gut und unveränderbar dargestellt bzw. als eine mögliche Form der Sexualität propagiert wird, die mit dem Willen Gottes vereinbar sei. Voraussetzung für eine Mitarbeit ist die Bereitschaft, Seelsorge und Therapie für sich in Anspruch zu nehmen, um vorhandene psychische Störungen aufzuarbeiten. Für homosexuell empfindende Mitarbeiter ist eine dauerhafte Begleitung bzw. Supervision wichtig (Punkt 3.4).

Homosexualität als humanes Fixum anzusehen, das staatlicher Gestaltung, Förderung oder gar staatlicher Privilegierung bedürfte halten wir für falsch (Punkt 3.5).

Da praktizierte Homosexualität nach biblischen Maßstäben Sünde ist, kommt eine Segnung von homosexuellen Paaren durch die Gemeinde nicht in Frage. Für das Zusammenleben von Menschen unter dem Aspekt gelebter Sexualität sind aus der Sicht des christlichen Glaubens Ehe und Familie die ausschließlichen sozialen Leitbilder. Deshalb gibt es nach biblischem Verständnis nur zwei Wege, um in sexueller Hinsicht ein geordnetes Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu leben: die Ehe zwischen Mann und Frau oder sexuelle Enthaltsamkeit (Punkt 3.5).

Die Position des FEG-Pastor Holdinghausen zum Thema „Homosexualität“ steht somit vollständig im Widerspruch zu der Beschlusslage der Bundesleitung. Leider hat sich der Pressesprecher nicht zu der allgemeinen Tendenz innerhalb der Bundesleitung geäußert. Jedoch festgestellt, dass die Beschlußlage aus dem Jahr 2004 bis heute Gültigkeit besitzt.

sdg
apologet

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2 Kommentare

  1. Wenn er bereits ein „radikales Umdenken“ fordert, bedeutet dies doch, dass Herr Holdinghaus nach der BFEG-Ordnung sein Amt nicht mehr ausführen kann und einer Supervision bedarf. Sind dahingehende Maßnahmen erfolgt? (bzw. ist bekannt, dass sie erfolgten/erfolgen?)

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