Was ist JesusHouse?

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Derzeit findet vom 30. März bis zum 2. April das diesjährige JesusHouse in der Stuttgarter Porsche-Arena statt. Was ist „JesusHouse“? Im SCM Musik-Newsletter heißt es dazu bezeichnend:

JesusHouse ist eine Mischung aus christlichem Popkonzert, Talkshow und Gottesdienst, auch unter dem Begriff Evangelisations-Event bekannt.

Thorsten Brenscheidt hat bereits eine kurze, erste Reaktion zum ersten Abend bzw. der Frage, was „JesusHouse“ ist , verfaßt.

Was ist JesusHouse? Offiziell wird es als „Jugendevangelisation“ von ProChrist europaweit per Sattelit in mitarbeitende Gemeinden der Evangelischen Allianz übertragen. Die Gesamtkosten betragen rund 3 Millionen (!) Euro. Wofür so viel Geld? Auf dem Kurzvideo wird es schnell deutlich: JesusHouse ist eine aufwendige Unterhaltungsshow – viel Rock, Rap, Diskolicht, Coolness, Feeling, Action, Stimmung, La-Ola-Wellen usw. Die Botschaft von Matthias Clausen ist erschreckend einseitig: Gott lebt, sucht, wartet. Der „Evangelist“ erwähnt mit keiner Silbe, dass der Mensch getrennt ist von Gott. Schuld, Sünde, Verlorensein, Finsternis, Gericht, Hölle, Zorn, Vergebung, Sühne, Buße, Umkehr, Bekehrung, Nachfolge, Jüngerschaft, Kosten überschlagen usw. werden komplett ausgeblendet. Clausen betont in seiner Predigt und einem „Übergabegebet“ (?) lediglich, dass man halt mit Gott leben kann, wenn mal will. Dass und warum das Evangelium als die „Gute Nachricht“ und „Frohe Botschaft“ überhaupt notwendig ist, bleibt außen vor. Selbst die Verkündigung von Torsten Hebel und Christina Riecke (heute: Christina Brudereck) bei JesusHouse 2004 war klarer. Hier wurde wenigstens mal erwähnt, dass der Mensch getrennt ist von Gott. Von biblischer Klarheit und Konsequenz konnte seinerzeit leider auch nicht die Rede sein. Clausen wirkt aber noch weniger herausfordernd und eher soft und smart. Damit ist noch mehr zu verstehen, dass der Jugendevangelist Ralf Steinhart als Gastprediger von JesusHouse 2010 in Freiburg entlassen wurde. Er hatte in seiner Verkündigung Gericht und Hölle erwähnt. Die Veranstalter begründeten die Entlassung damit, dass sie sich von „Drohungen, Druck und Absolutheitsansprüchen“ distanzieren. Am Rande bemerkt: Das Thema des ersten Abends von JesusHouse 2011 hieß „gott?“. „gott“ kleingeschrieben, bedeutet im Englischen Götze: „god“. Wenn Gott gemeint ist, wird es groß geschrieben: „God“. Bei JesusHouse 2007 wurde abfällig erklärt, um wen es geht: „Jesus. Ein Kerl Anfang 30 …“ Wenn der Herr aller Herren nur noch ein „Kerl“ ist, der keinem zunahe treten will, kann von Bekehrung nicht mehr die Rede sein, aber auch nicht von Evangelisation.

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5 Kommentare

  1. Traurig, wer soll damit angesprochen werden? Ich bin 24 und gehöre wahrscheinlich auch noch zur Zielgruppe der Veranstalter. Doch finde ich so eine Art der Evangelisation nicht gut. Die Aufnahmen erinnern eher an eine Show, als an ein überbringen einer Botschaft die für das ewige Leben entscheidend ist. Wie soll man bei so einem Ambiente noch ernsthaft etwas vermitteln können oder wollen? Eigentlich ist es doch nur logisch, das Hölle, Gericht, Buße und Zorn da nicht mehr passen. Dieser Trend ist nicht neu. Pfarrer Wilhelm Busch aus Essen beklagte in den 1960´er Jahren schon das Verschwinden der Hölle aus der Verkündigung. Hier: http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=10144&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=0&tm=2 ist ein Link zu einem Vortrag von Ihm über das Thema Hölle.

    Das große Problem, das ich bei solchen Veranstaltungen sehe ist, dass viele unbußfertige und unbekehrte Mitglieder den Freikirchen hinzugefügt werden, statt wiedergeborener Christen. Bei den Veranstaltern glaube ich aber durchaus, das sie es wirklich ernst meinen und Leute für Jesus gewinnen wollen, doch ist die Art und Weise leider fragwürdig. Wichtiger als solche großen Events ist es die normalen Gläubigen besser zuzurüsten, damit sie in Ihrem privaten Umfeld von Ihrem Glauben Rechenschaft geben können. Niemand ist perfekt, aber mit der Zeit kann man, trotz einiger Fehlschläge, doch wachsen und besser werden.

  2. Hallo,

    ich war bei JesusHouse als Mitarbeiter dabei…zwar war ich schon im voraus skeptisch, aber wollte es nicht von vornherein abstempeln, da ich es in letzter Zeit nicht mehr verfolgt habe, wie JesusHouse steht. Ich muss sagen, dass ich auch sehr enttäuscht war, weil Verlorensein, Finsternis, Gericht, Hölle, Zorn, Vergebung, Sühne, Buße, Umkehr, Bekehrung, Nachfolge, Jüngerschaft, Kosten überschlagen usw. nicht vorkam, wie oben im Artikel beschrieben.
    Allerdings muss ich dazu sagen, dass es nicht stimmt, dass mit keiner Silbe die Trennung von Gott und Sünde angesprochen wurde. Es stimmt, dass es mit keiner Silbe in seiner Konsequenz angesprochen wurde, aber ab und zu wurde doch gesagt, dass wir von Gott getrennt sind und nur durch Jesus zu ihn kommen können. Natürlich nie in der Tiefe und mit der Konsequenz (Gericht -> Hölle), wie man es machen muss, wenn man danach zu einer Entscheidung aufruft, aber ich wollte es doch kurz anmerken, weil man darf auch nicht übertreiben, sondern auch bei berechtigter Kritik bei der Wahrheit bleiben…

    Gottes Gnade euch!

    1. Hi Philipp, vielen Dank für Deine Rückmeldung, Ergänzung und Korrektur! Als Teilnehmer/Mitarbeiter hast Du natürlich einen tieferen Einblick, als wenn man auf Verlautbarungen oder Videos zurückgreift.

      Letztlich bestätigst Du als Mitarbeiter die Kritik Thorsten Brenscheidt’s. Das bleibt, so erwartet wie es auch ist, traurig.
      sdg
      Andreas

  3. Hallo Philipp,
    vielen Dank für den Hinweis zur Trennung von Gott und zur Sünde.
    Beachte bitte, dass ich mich nur zum ersten Abend geäußert habe. An den weiteren Abenden hat Matthias Clausen zwar in dieser Richtung etwas erwähnt, aber erst Nick Vujicic hat am letzten Abend im Interview gesagt, dass er Vergebung für seine Schuld braucht.

    1. Ok, das mit dem ersten Abend habe ich erst jetzt gelesen…das stimmt, da hat er dazu wirklich nix gesagt…und trotzdem zur Entscheidung aufgerufen…nun ja, schade – wir können nur für Besserung beten und es bei Gelegenheit selbst besser machen!

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