Gottesdienste mit Event-Charakter?

Veröffentlicht von

Besucht man Gemeinden und Kirchen, findet man vielerorts eine breite Pallette von Gestaltungselementen und Liturgien an. Auch das gesprochene Wort – die “Predigt” – kommt nicht zu kurz. Jedoch ersetzen Anspiele, Bildmeditationen, Gespräche, Lieder, Tänze, Pantomimen und anderes immer mehr die schlichte Predigt von der Kanzel. Findet diese dennoch statt, fühlt man sich jedoch oft an psychologische Vorträge oder Motivationsseminare erinnert. Gegenüber der Zeitschrift echt hat sich Wilfried Plock in einer Pro & Kontra Gegenüberstellung mit Pfarrer Christoph Mohr hilfreich geäußert.

Das Zusammenkommen der Gemeinde hat nach der Schrift den Zweck der Anbetung Gottes, der Erbauung der Gläubigen. Wenn Nichtchristen unseren Predigten zuhören wollen, sind sie selbstverständlich herzlich willkommen – und schon mancher wurde auf diesem Wege von Gott angesprochen. Wir werden jedoch nirgendwo aufgefordert, das Gottesdienstprogramm und die Verkündigung auf Suchende auszurichten.

Uns bieten sich ungezählte andere Möglichkeiten zum Evangelisieren. Warum sollten wir es gegen den neutestamentlichen Grundsatz im Gottesdienst praktizieren? Tun wir es dennoch, treibt uns nicht die Heilige Schrift, sondern Pragmatismus. Wir machen aus dem „Heiligtum“ einen „Vorhof“. Wir tauschen sozusagen unser Tafelsilber gegen Plastikbesteck ein.

Wer seine Veranstaltungen nach dem Geschmack der Nichtchristen ausrichtet, der muss zwangsläufig Rockmusik, Theaterstücke, thematische Predigten einsetzen. Das Motto lautet dann oft unbemerkt: „Hauptsache, ich bekomme möglichst viele Besucher meiner Zielgruppe in meine Veranstaltung.“ Ob Gott dann auch noch unter den „Besuchern“ ist? Quelle

 

ähnliche Artikel
Bibelbund: Konzeption und Trends in der Gemeindewachstumsbewegung
Bible-only.org: Die Gemeindewachstumsbewegung – Versuch einer Analyse
KfG: KIRCHE MIT VISION – Gemeinde, die den Auftrag Gottes lebt – ODER: Hat Rick Warren wirklich den „Intel-Chip“ gefunden?
Martyn Lloyd-Jones – biblische Evangelisation
Verlustanzeige: Das verkündigte Wort
Käßmann – Neujahrspredigt, oder Neujahrsrede?
Multi-Ethik-Blabla
Alphakurs – eine missionarische Chance?

Christoph MohrChristoph Mohr

3 Kommentare

  1. Die Frage ist ob man den Musik, Theater und Co. einen reinen Unterhaltungswert beimisst oder ob man ihnen inhaltliche Flexibilität zugesteht.
    Ein Gottesdienst oder eine ähnliche Veranstaltung darf meiner Meinung nach nicht reißerisch sein, den Besucher nicht ködern und für dumm verkaufen. Alles Weitere aber kann sinnvoll sein, wenn gut umgesetzt.

    1. Nach meinem Dafürhalten existiert ein Unterschied zwischen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen.

      Zu einem Gottesdienst gehören ganz konkrete Elemente: Sündenbekenntnis, Dank, Anbetung, Wort Gottes, Verkündigung etc., andere Elemente (Tanz, Theater, Comedy usw.) jedoch grundsätzlich nicht. Weiterhin sollten Gottesdienste in einem angemessenen Rahmen stattfinden, da man in diesem dem Schöpfer begegnet.

      Andere Gestaltungselemente passen jedoch nicht in diesen Rahmen. Will sagen: Man kann in diversen gemeindlichen/kirchlichen Veranstaltungen durchaus vieles machen, aber der Gottesdienst stellt eine vollkommen eigene Kategorie dar.
      sdg
      apologet

  2. Wir haben hier mit dem Zeitgeist zu kämpfen. Unsere Zeit wird durch Entertainment geprägt. Ein Gottesdienst, der diese Bezeichnung auch verdient, ist wenig unterhaltsam im Sinne eines Spaßfaktors. Das er das auch gar nicht sein soll, ist immer weniger bewusst. Ein Gottesdienst ist Begegnung mit Gott – dem Schöpfer der Welt.

    Was das tatsächlich ist, ist mit Worten kaum zu beschreiben.

    Eine ähnliche Problematik haben wir ja auch bei sämtlichen christlichen Feiertage. Allen voran Weihnachten. Es ist wie eine Lawine, die wir nicht mehr aufhalten werden. Diese Welt ist laut und ständig in Bewegung. Auch Christen haben sich daran gewöhnt. Es ist schon fast kein Wunder mehr, dass auch Gottesdienste entsprechend gestaltet werden.

    Aber es ist einfach falsch. Gott ist in der Stille zu finden, in die man sich begibt, weil man den ungestörten Kontakt sucht. Da hat nichts anderes Platz als das Wort – von mir aus auch singen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.