Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes

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Gewisse Themen haben es an sich, Widerspruch oder gar Streit zu provozieren. Und wenn ein Thema existiert das dazu „prädestiniert“ ist, dann ist es das Thema „Vorherbestimmung„. Der Reformatorische Verlag Beese hat aktuell ein Buch zu diesem Thema herausgegeben, welches sich dieser Frage intensiver und ausführlicher nähert als die Institutio:  Johannes Calvin „Von der ewigen Vorherbestimmung Gottes“ (De aeterna Dei praedestinatione), übersetzt und herausgegeben von Wilhelm H. Neuser.

Es handelt sich bei diesem Buch jedoch keineswegs um eine Auskopplung aus der Institutio oder um einen einzelnen Brief. Es ist eine theologische Verteidigungschrift, welche auf konkrete Vorwürfe dezidiert antwortet und diese widerlegt.

Calvins Gegner, mit denen er sich in dieser Schrift auseinandersetzt, sind Jerome Bolsec, Albert Pighius und Georgius Siculus. Sie bestreiten die Richtigkeit seiner Prädestinationslehre. Hinzu kommt eine Gruppe evangelischer Theologen, die seine Erwählungslehre anerkennen, seine Lehre vom Ratschluss Gottes über die Verdammten jedoch ablehnen. Er nennt sie „modesti quidam homines“. Gemeint sind die Basler, Berner und Zürcher Theologen. Seine Gegner kommen also aus dem katholischen Lager (Bolsec und Pighius), aus dem italienischen Spiritualismus (Siculus) und aus dem schweizerischen Protestantismus. Sie haben als Gegner ein sehr unterschiedliches Gewicht. (S. VII)

Nicht erst der Prozess gegen Bolsec veranlasste Calvin, die Prädestinationslehre zu verteidigen. Am 15. August 1551 schreibt er: „Die Brüder in Italien haben gewünscht, dass ich die Schrift des Georgius Siculus widerlege“. [Der Brief Nr. 324 (1551)] Er lehne es aber ab, jeden bellenden Hund durch eine besondere Schrift zurückzuweisen. Es sei besser, einige der Gegner keiner Antwort zu würdigen. …“ (S. XI)

„… am 7. Januar 1552 lag der Teil gegen Pighius zumindest Beza und Viret in Lausanne vor. Calvin hatte sie um ihr Urteil gebeten. Am 21. Januar 1552 suchte Calvin im Namen der Genfer Prediger im Rat um Druckerlaubnis nach. Er führte aus: Nicht nur Bolsec sei aufgetreten, sondern auch in Italien und anderswo hätten neulich Männer gegen die Prädestinationslehre geschrieben. Daher müsste jenen eine öffentliche Antwort gegeben werden. Der Rat stimmte dem Antrag zu. …“ (S. XII / XIII)

Briefe Calvins aus dem Jahr 1551 und 1552 können einen Einblick verschaffen, was z.B. Calvin mit einem Bolsec genau zu tun hatte und wie sich Gegner wie Bolsec verhielten. Dass Calvin im Namen seiner Kollegen diese Schrift (Consensus Genevensis) dem Rat von Genf widmete kann dort ebenso gelesen werden …. unter www.glaubensstimme.de

Das Buch kann beim Betanien-Verlag (hier) oder direkt bei christian@rvbeese.de bezogen werden.

sdg
apologet

4 Kommentare

  1. Also ich habe dieses Buch noch wie durch ein „Wunder“ antiquarisch erstanden.
    Es ist wirklich eine ganz besondere Bereicherung für den, der sich mit dem Thema „Vorherbestimmung“ auseinandersetzen möchte.

    Übrigens man wird dann dort (nicht nur in der Institutio – auch die hat ihre ausführliche Besprechung zum Thema) auch überrascht sein, welche Gegenargumente behandelt werden.
    Eigentlich bestätigt es sich immer wieder: Nichts Neues unter der Sonne! – auch in der Gegenargumentation heute nicht.

    Ganz herzlichen Dank an den Verlagsleiter des RVB-Verlags, der keine Mühe scheute eine „Wieder – druckgenehmigung“ zu erwirken.

    Der Herr möge ihn reichlich segnen und in der Zuversicht von Hebr. 6, 10 –
    lieben Gruß Anna

    1. Hallo Anna,
      ich kenne das Buch bisher noch nicht und freue mich darauf. Die Existenz solcher Verlage ist ein echter Segen. Beim Betanien-Verlag findet sich eine ganze Rubrik für solche Klein-Verlage: Auch dorthin vielen Dank!
      Liebe Grüße
      Andreas

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