Bekenntnisloses Christentum?

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Fragt man Christen nach ihrem Bekenntnis, erntet man nicht selten einen fragenden, irritierten Blick.

Bekenntnisse werden mit trockener, wenn nicht toter “Theologie” und “Dogmatik” verbunden. Beides steht oft im Verruf im Gegensatz zu einem lebendigen Christsein zu stehen.

Um es kurz aber klar und deutlich zu formulieren: Größer könnte der Irrtum nicht sein. Bekenntnisse werden von Paulus und auch Christus selbst unmissverständlich gefordert:

Röm10:8b-10 Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.

Mt10:32-33 Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Bekenntnisse beinhalten konkrete Aussagen des Glaubens. Aussagen, die durch eine Kirche angenommen, auf der Schrift basierend, und in spezifisch-historischen Situationen verfasst wurden. Wo nicht bekannt wird, wird den Aussagen der Schrift folgend auch nicht geglaubt und wo kein Glaube ist, existiert keine Rettung, kein Leben.

In dieser Gefahr, der Gefahr eines bekenntnislosen Christentum steht die evangelikale Welt heute. Dort existieren in der Regel lediglich defizitäre Auskünfte über einen allgemeinen Glauben, welcher keine konfessionellen Unterschiede kennt.

Reformierte und lutherische Kirchen sind aus diesem Grund ausdrücklich konfessionelle Kirchen. Das heißt, konkrete Glaubensbekenntnisse bzw. eben Konfessionen (lateinisch confessio ‚Geständnis‘, ‚Bekenntnis‘) sind vorhanden, sie sehen ihre Wurzeln in der Kirche der ersten Christen, stehen in der Tradition der Reformation und bekennen die Irrtumslosigkeit der Schrift.

Verrücke nicht die uralte Grenze, die deine Väter gemacht haben! Sprüche 22:28

Bereits die ersten Christen haben den ihnen- durch die Apostel- überlieferten Glauben in prägnanten Formulierungen bekannt. Vielleicht das frühste Bekenntnis überhaupt, findet man in 1Kor 15:1-8

Das Evangelium, durch das man gerettet wird:

  • daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften
  • daß er begraben worden ist
  • daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften
  • daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen.

Die Formulierung von Bekenntnissen verfolgt vor allem anderen den Zweck

  1. Christus vor Gott und den Menschen zu bekennen und darüber hinaus Rechenschaft über den Inhalt des Glaubens abzulegen
  2. desweiteren stellen Bekenntnisse eine verbindliche Grenze zum Schutz gegenüber nicht-biblischen Lehren und Praktiken nach innen dar und vertreten die überlieferte Wahrheit aktiv nach aussen.
  3. nicht zuletzt vermitteln Bekenntnisse Kindern und Erwachsenen die wesentlichen Inhalte des biblisch-christlichen Glaubens und helfen dabei bei eines Sinnes zu sein und echte biblische Einheit zu leben.

Bekannt werden in Kontinuität mit den Vätern und der frühen Kirche die altkirchlichen Bekenntnisse, und mit der Kirche der Reformation die reformatorischen Solas. Als verbindliche Bekenntnisse werden verschiedene Bekenntnisse bekannt.

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