Haben Evangelikale mehr Gemeinsames als Trennendes mit Katholiken?

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Ausgangspunkt eines erschreckenden Artikels bei Pro-Medienmagazin, ist mal wieder eine MEHR-Konferenz des katholischen Theologe Johannes Hartl in Augsburg, dem derzeit angesagtesten katholisch-charismatischen Superstar der evangelikalen Szene.

Warum ist evangelikaler Konfessionalismus heute nicht mehr zeitgemäß, muss man Pfarrer Gerrit Hohage zurückfragen?
Und wenn Katholiken und Evangelikale heute mehr Gemeinsames als Trennendes haben, bewertet er dies als positiv? Liest man seinen Artikel, tut er dies.

Eine Konfession ist eine auf einem Bekenntnis beruhende Kirche. Bekenntnisse sollen bestenfalls auf Grundlage der Bibel gegründet sein und zur Unterscheidung von Konfessionen abweichender Bekenntnisse dienen. So etwas trennt im Zweifel wahres Evangelium und Irrlehre. Im Falle der römischen Kirche haben es bspw. selbst die liberalen Gliedkirchen der EKD nicht geschafft, die Trennungsgründe der beiden Kirchen der Reformation zu überwinden. Pfarrer Hohage sieht nun Evangelikale Christen als Ökumene-Kritiker und Einheit als primären Auftrag.

Pfarrer Gerrit Hohage erklärt nun zunächst schlicht:
Textstudium reiche nicht. Das impliziert, die Bibel reicht ihm nicht nicht aus um Einigkeit oder Trennung zu begründen, dass entweder keine Wahrheit existiert bzw. diese nicht entscheidend ist. Nach evangelischem Verständnis, ist die Schrift grundsätzlich zu allem nütze (Allgenugsamkeit), vor allem aber um die Einigkeit des Glaubens herzustellen.

Gerrit Hohage hält dagegen „persönliche Begegnungen“, „Christus als Fundament“, „gelebte Jüngerschaft“, „reale Gegenwart“, die „Wirksamkeit des Heiligen Geistes“ (also charismatische Erfahrungen) für entscheidend. Christus als „Fundament“ haben auch Unitarier, Zeugen Jehovas oder Mormonen. Nein, der römische Christus ist nicht der Christus der Schrift. Soweit also, so schlecht.

Wie gut das es da auch andere biblischere Sichtweisen gibt:

„Ich bin mir ganz sicher, daß wir die Einheit am besten fördern, wenn wir die Wahrheit fördern. Es wird uns nichts nützen, wenn wir alle vereint sind, indem sich jeder unter die Irrtümer des anderen beugt. Wir sollten einander in Christus lieben; aber wir sollten nicht so vereinigt sein, daß wir außerstande sind, die Fehler des anderen und besonders die eigenen Fehler zu erkennen. Nein, reinigt das Haus Gottes, und dann werden herrliche, gesegnete Zeiten über uns anbrechen.“
C.H. Spurgeon

Ja, er führt auch selbst Bekenntnisse an, die altkirchlichen zumindest. Leider reichen diese nicht aus um Kirchengemeinschaft zu begründen. Luther- und mit diesem alle Reformatoren- sahen sich veranlasst, aus eben solchen Gründen, wie es die Glaubensväter bei den altkirchlichen Bekenntnissen sahen, erneut Bekenntnisse zu verfassen, um die Ihrlehre von der Kirche, vom Leib Christi fernzuhalten. Und sie meinten mit Irrlehren die Lehren und Bekenntnisse der römischen Kirche.

So weh es tut dies zu sagen, so sehr tut es Not.

Es ist bedauerlich, dass Pfarrer Hohage Ähnlichkeit mit Gemeinsamkeit verwechselt. Gemeinsam haben Rom und Reformation nur noch Äußerlichkeiten in Formen und Begriffen, aber die dahinter stehenden Inhalte sind nicht dieselben. Fast noch bedauerlicher ist die Bezugnahme auf Dr. Schirrmachers Irrtum, dass „wohl das größte Hindernis bei der evangelikal-katholischen Geschwisterlichkeit (sei) die Marienverehrung“. Heute scheint offenkundig keiner mehr die zentralen Unterschiede zu kennen oder man ist unwillig diese klar zu benennen und zu bewerten.

Sein Maßstab ist, dies schreibt er mehrfach, weder Bekenntnis noch die Schrift, sondern der Heilige Geist. Wer hier irrt und keine Grundlage hat, ist Pfarrer Hohage.

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