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Bitcoin – Die Geld-Reformation

Fünfzehn Jahre ist es morgen her, dass Satoshi Nakamoto mit einer E-Mail, die Idee einer neuen Währung verkündete.

Dieses Datum, den 31. Oktober hat Satoshi nicht zufällig gewählt. Im Kalender stand der alljährliche Reformationstag, jenes Datum, an dem Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte, um die »Trennung von Kirche und Staat« zu fordern.

Wie vieles andere, hat Satoshi auch mit der Wahl dieses Datums nichts dem Zufall überlassen, denn Bitcoin soll ähnlich Revolutionäres mit sich bringen: die »Trennung von Geld und Staat«. Eine Idee, die Satoshi der Österreichischen Schule der Nationalökonomie entnommen hat.

Um die Ökonomie hinter Bitcoin zu verstehen, muss man zurück in die Donaumonarchie – zu Carl Menger und Ludwig von Mises, den Begründern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Diese ökonomische Schule wurde nicht nur vergessen, vielmehr aus dem akademischen und politischen Diskurs verdrängt. Aber mit der Finanzkrise 2007/08 erlebten ihre Ideen ein Revival und mit Bitcoin einen Boom. Denn für Menger, Mises und dessen Schüler Friedrich August von Hayek kommt das Geld nicht vom Staat, sondern aus dem Markt.

»Ich glaube nicht, dass wir je wieder gutes Geld haben, bis wir das Geld den Staaten wegnehmen. Aber wir können das nicht mit Gewalt tun. Alles was wir tun können, ist heimlich und über Umwege etwas einzuführen, das sie nicht stoppen können.«

| Friedrich August von Hayek, 1984

Und Bitcoin ist dabei auf einem guten Weg. Fakt ist, wäre die Idee und das Ziel des Bitcoin der Politik, den Zentralbankern oder den globalen Konzernchefs bereits vor 15 Jahren bekannt und bewusst gewesen, wäre er von Anfang an mit allen staatlichen Mitteln bekämpft und nicht mitleidig belächelt worden.

Bitcoin erweist sich jedoch – in der Tat – als Trojanisches Pferd. Mittlerweile kommen selbst Global Player wie BlackRock nicht mehr an Bitcoin vorbei. Das wird von manchen Bitcoinern durchaus kritisch gesehen, befürchtet man doch die Vereinnahmung des Bitcoin durch eben jenes System, dass es zu überwinden gilt.

Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Erstens kann und darf der Bitcoin das globale Geldsystem nicht von heute auf morgen ablösen. Würde man das aktuelle »inflationäre Fiat-System« über Nacht durch ein »deflationäres Geld« austauschen, gäbe es mehr als nur eine Rezension wie man sie derzeit drohend am Horizont aufziehen sieht: es gäbe einen Schock, der die gesamte Weltwirtschaft zerstören würde.

Der Bitcoin als Trojanisches Pferd wirkt vielmehr heimlich, langsam und von innen heraus. Verändert das System unmerklich, unaufhaltsam und zwangsläufig, ohne das sich Staaten, Zentralbanken oder Giganten wie BlackRock ihm entziehen könnten.

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