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Luthers Kritik an Monopolen

Sozialisten und Kommunisten versuchen immer wieder, dass Evangelium oder auch Martin Luther für ihre satanische Ideologie zu missbrauchen. Derartiger häretischer und kirchengeschichtlicher Unsinn entpuppt sich jedoch letztlich als hilflose und kenntnisfreie Lüge.

Richtig ist vielmehr, dass Luther sich in seinen beiden Schriften »Sermone zum Wucher«, dem sogenannten Kleinen Sermon von 1519 und dem Großen Sermon von 1520 mit den Auswüchsen des sogenannten „Frühkapitalismus“ (dem Übergangsprozess vom Feudalismus zu den derzeit vorfindlichen korporatistischen Systemen) auseinandergesetzt hat.

Luther kritisierte darin zu recht Monopole, Dumpings, illegale Absprachen, Spekulanten und das Problem, dass kleine Vergehen hart bestraft werden, während die großen Vergehen mit ihren Wirtschaftsverbrechen ungehindert davonkommen.

Damit verurteilt er derartig kriminelle und korporatistischen Konstellationen, wie die heutigen: in welcher der Staat durch seine Gesetzes-, Regulations-, Besteuerungsmacht ein Monopol leviathanischen Ausmaßes ist, der mit Konzernen illegitime Absprachen zu Ungunsten der Kunden trifft, Dumpings=Subventionen mit den Geldern bestohlener Bürger verteilt, die großen Betrüger und Verbrecher sogar noch belohnt und kleine Unternehmer oder Firmen nicht nur behindert, sondern verdrängt oder – wie z.B. in der Coronazeit – willkürlich oder beabsichtigt zerstört.

Luther hat jedoch dem entstehenden und wachsenden Handelswesen des 16. Jahrhunderts absolut positiv gegenübergestanden. Zweifelsohne ebenso deutlich hat er allerdings die menschliche Gier als Sünde kritisiert.

»Denn dein Verkaufen soll nicht ein Werk sein, das frei in deiner Macht und Willen ohne alles Gesetz und Maß steht, als wärest du ein Gott, der daran an niemanden gebunden wäre. Sondern weil dein Verkaufen ein Werk ist, das du gegen deinen Nächsten ausübst, soll es durch Gesetz und Gewissen begrenzt sein, so dass du es ohne Schaden und Nachteile deines Nächsten ausübst.«

| Martin Luther, Von Kaufhandlung und Wucher

Die Akkumulation von Kapital, Reichtum an sich, Sparsamkeit, Ressourcenschonung, qualitatives, quantitatives privates und unternehmerisches Wirtschaften sind christliche Tugenden. Das lehrt die Schrift bspw. und grundlegend in den 10 Geboten und auch Martin Luther (siehe die Katechismen zu den Geboten).

Der ehrbare Kaufmann ist ein, nicht zuletzt von christlicher Ethik geprägtes Leitbild. Wirtschaftstreibende in unserem Kulturkreis haben sich Jahrhunderte auf dieses Leitbild verpflichtet, darauf dass Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Integrität die Basis für ihr wirtschaftliches Handeln darstellen.

Das beschreibt den Kapitalismus bzw. die Marktwirtschaft. Luther ist also keinesfalls ein Zeuge für den Sozialismus, vielmehr ein Wegbereiter der Marktwirtschaft.